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setzte, durch Heirathen und Familienpacte ohne Zustimmung der
einverleibten Völker entstandene Reich, in seinem Bestande nur
durch Polizeigewalt oder durch blutige Waffenthaten der Armee
zusammengehalten, hat in der deutschen Nation nur geringe
Sympathien. So lange sich die Führung der deutschen Staaten
in den Händen der Habsburger befand, haben diese die Angele—
genheiten der Nation nur in ihrem dynastischen Interesse wahrgenommen,
und sind stets darauf bedacht gewesen, Oesterreich
zum Schaden Deutschlands zu vergrößern. Von dem Tage ab,
wo der deutsche Geist, seinem Wesen nach freifinnig, die Bahn
der Kirchen-Reformation beschritt, hat sich Oesterreich an die
Spitze der ultramontanen Reaction gestellt. Sigismund und
Ferdinand II. haben an zelotischem Glaubenseifer mit Philipp II.
von Spanien gewetteifert; Tilly und Wallenstein haben der
römischen Curie ebenso grausame Dienste geleistet, als die Herzöge
von Alba und von Parma. Wie vermöchte Deutschland
diese Grausamkeiten zu vergessen in dem Moment, wo der
Kaiser Franz Joseph durch ein unheilvolles Concordat sich mit
dem germanischen Geiste in Widerspruch setzt, und die österreichische
Politik unter die Herrschaft Roms stellt?“
Wenn Oesterreich gegen die ungarische Erhebung 1849 nur
durch russische Hülfe siegen konnte, und zwar in einer Zeit, wo
es noch ungeschwächt war, und die Sympathien seiner anderen
Provinzen, ja eines Theiles von Deutschland für sich hatte, mit
welchen Mitteln und welcher Hülfe soll es jetzt die seinem Reiche
wahrscheinlich bevorstehenden Revolutionen bekämpfen? Etwa
mit seinem Heere, welches sich aus den verschiedenen nach Trennung
und Emancipation vom Gesammtstaate strebenden Nationalitäten
recrutirt?
Rußland, im Jahre 1819 als Träger des Conservatismus
betrachtet, in Wirklichkeit wohl aber nur seine eigenen, namentlich
seine slavischen Interessen verfolgend, der willige Retter Oesterreichs
in Ungarn, stets eifersüchtig auf jeden überwiegenden Einfluß