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Grenze über den Mittelrhein, die Weser und die
Elbe zur Oder und zur Ostsee; dann weil es die‘
Mitte von Deutschland einnahm, zwischen den weit
voneinander abstehenden oberdeutschen und nie-.
derdeutschen Mundarten, den ersteren sprachlich
nahe genug, um von den Oberdeutschen verstanden
zu werden, den letzteren räumlich benachbart und
als Sprache der höheren Kultur zur Verständigung .
unentbehrlich... Dazu kam das Ansehen und das
Uebergewicht, das dem Mitteldeutschen als der
Sprache der kaiserlichen und der vornehmsten
übrigen Kanzleien zuteil werden musste, wogegen
die lokalen Bestrebungen der oberdeutschen Dialckte,
die sich noch lange geltend machten, auf
die Dauer nicht durchdringen konnten. So gebraucht
z. B. Murner, ein elsässischer Schriftsteller
un 1500, neben altem i das neuere ei, obwohl in
seiner Mundart bis heute die alten i und u-Laute
(letztere zu ü umgelautet) herrschen. Einige Verse
ausMurners »andechtig geistliche Badenfart« (1514)
mögen hierfür als Probe dienen; wir wählen die
Stelle am Schlusse des Werkes, wo der Dichter
seine Heimatstadt Strassburg und ihr Münster preist:
Wer do kumpt! gen Strassburg gan?
Und sehent das zierlich münster an,
Der spricht, das hont? frum lüt? gethan
Die solch kosten und arbeit
Dir? zuo lob hondt? angeleit,®
Dein schloss, dein huss, und dein palast,
Das suocht man weit in allem landt,
Wie schon’ sie es dir erbuowen® handt.?
! kommt. ? gegangen. ® haben. * fromme Leute.
in h. der Jungfrau Maria. ® angelegt. ? schön (Adv.), ® eraut.