de la Palme d’or zur Ausbreitung der französischen
und anderer ausländischer Sprachen.
Einer der Hauptgegner der übertriebenen Sprachreinigung
ist Christian Weise (} 1708), der
sich für einen vermittelnden Standpunkt erklärt und
meint, man solle das Fremdwort annehmen, wenn
kein deutscher Ausdruck vorläge:
„Doch liebes Vaterland, ich werde dir gefallen,
Dass ich im Schreiben nicht ein sprach-tyranne bin,
Ich folge Deiner zier und richte mich in allen
Auf alte reinigkeit und neue kurtzweil hin.“
Berechtigt war eine solche Gegnerschaft besonders
gegen Zesen, der in der Sprachreinigung
übertrieben vorging und der Lächerlichkeit verfiel.
Er verdeutschte z.B. Nase mit Zöschhorn oder Gesichtserker,
Fieber mit Zitterweh, Kabinett mit Beizimmer,
Affekt mit Gemütstrift, für Theater schlug
er Schauburg vor, für Natur sagte er Zeugemulter
u. s. w. Daneben aber hat er die deutsche Sprache
auch dauernd bereichert durch Wörter wie: Szrngedicht,
Staatsmann, Vollmacht, Vertrag, Rechtsbegriff,
Lehrbegriff, Heerschau, Wechselgesang, Augenblick,
Gesichtskreis, Verfasser u. a. Auch die fruchtbringende
Gesellschaft ist nicht ohne Nutzen für
die Bereicherung der deutschen Sprache gewesen;
grammatische Ausdrücke wie: Nennwort, Zahlwort,
Zeitwort, Mehrzahl, Sprachlehre, Selbstlaut, Hauch-Jaut
u.s. w. verdanken wir ihrem Mitglied Schottel.
Daneben sind aber auch verunglückte Bildungen
wie Unterlage für Subjekt, Gegenwurff für Objekt,
Reitpuffer für Pistole, Platz- Halter für Leutnant
u.s.w. vorhanden, die von der Sprache nicht aufgenommen
worden sind. Aber ein Verdienst muss
Neuschöpfung
deutscher
Wörter.