Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1913. (79)

Zu  S§  1  flg.

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Nr.  19.  Verordnung

zur  Ausführung  des  Gesetzes,  die  Unterhaltung  und  Körung  der  Zuchtbullen
betreffend;

vom  15.  März  1913.

Die  Verordnung  zur  Ausführung  des  Gesetzes  vom  30.  April  1906,  die  Unterhaltung
und  Körung  der  Zuchtbullen  betreffend,  vom  30.  November  1906  (G.=  u.  V.-Bl.
S.  445)  wird  hiermit  aufgehoben.  An  ihre  Stelle  treten  die  folgenden  Bestimmungen.

8  1.  Die  Gemeindeaufsichtsbehörden  haben  den  Stand  der  Bullenhaltung  in
den  Gemeinden  fortdauernd  zu  überwachen.

Den  Amtshauptmannschaften  ist  von  den  ihrer  Aufsicht  unterstehenden  Gemeindebehörden
  alljährlich  bis  Ende  Januar  anzuzeigen,  ob  die  Bullenhaltung  nach  §  1  des
Gesetzes  auf  dem  Wege  der  freien  Vereinbarung  geregelt  worden  ist,  oder  ob  für  die
Viehbesitzer  der  Gemeinde  eine  Bullenhaltungs-Genossenschaft  besteht  und  wie  sie
wirkt  oder  warum  auch  nach  erneuter  Prüfung  des  Bedürfnisses  weder  die  Errichtung
einer  Bullenhaltungs-Genossenschaft  erfolgt,  noch  im  Wege  der  freien  Vereinbarung
die  Bullenhaltung  geregelt  ist.

§  2.  Für  das  Verhältnis  der  erforderlichen  Bullen  zu  der  Zahl  der  deckfähigen
Kühe  und  Kalben  gilt  als  Maßstab,  daß  auf  je  einen  Bullen  nicht  mehr  als  hundert
Kühe  oder  über  ein  Jahr  alte  Kalben  zu  rechnen  sind.  Nur  unter  besonderen  Umständen
  darf  die  einem  Bullen  zuzuweisende  Anzahl  weiblicher  Tiere  bis  einhundertundzwanzig
  steigen.

§  3.  Als  geeignete  landwirtschaftliche  Sachverständige  sollen  nur  solche  Landwirte
  angesehen  werden,  die  als  tüchtige  Züchter  des  in  dem  Bezirke  vorherrschenden
Rindviehschlags  anerkannt  sind

§s  4.  Den  beteiligten  Viehbesitzern  ist  zur  Verwirklichung  ihres  vorgeschriebenen

Gehörs  durch  die  Gemeindebehörden  Gelegenheit  zur  Darlegung  von  Wünschen  und

Vorschlägen  zu  geben.  Soweit  es  die  Umstände  angezeigt  erscheinen  lassen,  sollen
die  beteiligten  Viehbesitzer  zu  einer  Zusammenkunft  berufen  werden,  bei  der  unter
Leitung  des  Bürgermeisters  oder  Gemeindevorstandes  oder  seines  Vertreters  die
Fragen  der  Bullenbeschaffung  oder  der  Bildung  des  Ausschusses  in  unverbindlicher
und  zwangloser  Weise  zu  besprechen  sind.  Förmliche  Abstimmungen  finden  hierbei
nicht  statt.