Full text : Die Entstehung der constitutionellen Verfassung des Königreichs Sachsen.

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und  Reiter-Garde  nach  dem  Throne,  wo  der  Prinz  Mitregent
zur  Linken  des  Königs  Platz  nahm.  Se.  K.  H.  der  Prinz
Maximilian  stand  zur  Rechten  des  Königs,  der  Prinz
Johann  K.  H.  zur  Linken  des  Prinzen  Mitregenten.  Zur
linken  Hand  des  Throns  befanden  sich  die  Mitglieder  des
diplomatischen  Corps,  zur  Rechten  die  Minister,  die  Mit—
glieder  des  Geheimen  Raths  und  die  übrigen  oberen  Staatsbehörden,
  die  Generalität  und  das  Officiercorps,  in  den
Schranken  vor  dem  Throne  die  Abgeordneten  des  Dom-Capitels
  zu  Meißen,  des  Grafen  von  Solms-Wildenfels
und  der  Universität,  ferner  der  Landtags-Marschall  Graf
von  Bünau  mit  der  Deputation  der  Stände,  bestehend  aus
fünf  ritterschaftlichen  Deputirten  und  den  Abgeordneten  der
Städte  Leipzig,  Dresden,  Zwickau  und  Budissin.

Nachdem  der  König  und  der  Prinz  Mitregent  sich  niedergelassen
  hatten,  richtete  der  vorsitzende  Conferenz-Minister
Nostiz  und  Jänkendorf  folgende  Rede  an  die  versammelten
Stände:

„Eine  feierliche  Stunde  vereinigt  zum  letzten  Male  die

Stände  des  Königsreichs  vor  dem  Throne,  in  dem  sie,

eben  so  wie  dies  von  ihren  Vorfahren  seit  Jahrhunderten

geschah,  den  Leitstern  ihrer  Verhandlungen,  das  kräftigste

Beförderungsmittel  für  die  allgemeine  Wohlfahrt  erblicken.



„Wenn  jetzt,  nicht  wegen  veränderter  Gesinnungen,
sondern  wegen  veränderter  Bedürfnisse  durch  eine  neue
Verfassung  ein  neuer  Zustand  der  Dinge  begründet  wird,
wenn  mit  dem  heutigen  Tage  die  Verwaltung  unseres
Vaterlandes  eine  neue  Laufbahn  beginnt,  so  wird  die
Geschichte  der  Nachwelt  die  Thatsache  zu  überliefern
haben,  daß  der  von  der  Regierung  beabsichtigte  wohlthätige
  Zweck  im  treuen  Sinne  der  versammelten  Stände
Anerkenntniß  und  Erwiederung  fand.