Kurfürst Sriedrich II. 1440 -1470.
aut Testament von 1437 hatte Friedrich seine Länder unter
seine vier Söhne so geteilt, daß die fränkischen Besitzungen
seinem ältesten und seinem dritten Sohne
Johann und Albrecht zufielen, die Mark aber zunächst
- auf seinen ** Sohn Friedrich überging,
während dem vierten, ebenfalls Friedrich genannten,
3 ae Sohn ein bedingter Anspruch auf die Mimark und
Moinz 1452—55. Priegmit für die Zeit seiner Großjährigkeit zugesprochen
wurde, — ein Anspruch, der indessen, vorübergehende
Verhältnisse abgerechnet — eine Bedeutung für die Mark nicht erlangt hat.
riedrich II. war ein im besonderen Sinn friedliebender, doch in
vollstem Maß iet auchossener Charakter. Nicht so hervorragend wie der
Vater, hat er doch durch Abgrenzung der brandenburgischen Länder und
namentlich durch feste Begründung der landesherrlichen Macht für deren
Entwickelung sehr Bedeutendes geleistet.
Die ritterlichen Selbstherrlichkeiten, die der Obrigkeit spotten zu dürfen
geglaubt, hatte Friedrich I. so völlig zerschlagen, daß sie sich fügen gelernt
hatten. Nunmehr galt es auch, die Städte zum Gehorsam zu
zwingen, sie zu lehren, daß nicht das selbsteigene Interesse dieser oder jener
Stadt auf Kosten der anderen Städte und des platten Landes sondern das
Wohl der gefamten Markgrafschaft das Entscheidende sei, daß nicht der
Reichtum einzelner Geschlechter, sondern „das geruhsame Wohlleben“ aller
Unterthanen das Ziel sei. Denn wenn sich die Städte an Friedrich I. angeschlossen
hatten, so waren sie doch weit davon entfernt gewesen, dies aus
Achtung vor der Obrigkeit oder in dem Wunsche, über ihrer eigenen Hoheit
eine landesherrliche Gewalt zu schaffen, gethan zu haben. Vielmehr sahen sie,
wie bemerkt, in dem neuen Markgrafen nur einen Verbündeten in ihrem Kampf
gegen die Quitzow, den Adel überhaupt. Denn nach dieser Richtung hin, der
„Verdrückung und Vertreibung alles Adels“, war die Politik der Städte im
ganzen Deutschland gerichtet, und in erster Linie zählte ja der Landesherr zur
Nobilität. Diesen möglichst bei Seite zu schieben, sich unabhängig und auf Kosten
des Landes selbst zu einem eigenen kleinen Staatswesen zu machen, bildete fortgesetzt
das Ideal der städtischen Politik. Die Einungen aber, die mannigfach
zwischen einzelnen Städten bestanden und vor allem ihre Beziehungen zur Hansa