Friede von Oliva. 159
fürst daher diesen Einfall,
der überdies die Stellung
der Alliierten in Jütland
erheblich schwächte, mißbilligte,
so wenig durfte
er sich doch der Teilnahme
an ihm entziehen.
Sein eigenes Interesse,
sowie die allgemeine, vom
französischen Ubergewicht
bedrohte Lage Europas
geboten sie vielmehr. Indessen
nur zu bald sollten
sich seine Besorgnisse als
gerechtfertigt zeigen. Sobald
Spanien mit Frankreich
den pyrensischen
Frieden geschlossen hatte
(8. November 1659), und
sogar die intimste Vereinigung
dieser beiden
Länder durch einen Ehe- Medaille auf den Bhe- 4 Oliva, 3. Mai 1660.
vertrag gesichert war, hatte
ja der einzige Grund für Umlchrist; z Ad ·
das überraschend energische An Orialnais Gute) t- www-owns- sank-Vorgehen
des Kaisers seine
Erledigung gefunden. Da der Angriff auf Pommern den Spaniern keine Erleichterung
gebracht, Spanien sich vor Frankreich hatte beugen müssen, so
erlahmte die österreichische Energie, und man hob sogar ohne Rücksicht auf die
Nachteile, die Schweden bei Nyborg, in Pommern, in Polen wie in Fünen
erlitt, die schon im August begonnene Belagerung Stettins auf. Damit hatte
Frankreich auch im Norden freie Hand, und um keinen Preis wollte es irgend
welche Einbuße Schwedens, das abgesehen von den Folgen des Krieges nach dem
plötzlichen Ableben Karl Gustavs (23. Februar) auch an den Folgen einer vormundschaftlichen
Regierung krankte, zugeben. Wie sehr sich der Kurfürst auch
bemühte, wenigstens Stettin, das ihm diesmal auch der Kaiser zusicherte, zu erhalten,
so mußte er doch wieder die deutschen Länder an Schweden Mechussen.
Um so unbedeutender Differenzen willen werde der Kurfürst, so meinte der Kaiser,
den Generalfrieden, für den niemand mehr als er gearbeitet habe, doch
nicht scheitern lassen. Im Kloster Oliva wurde er am 3. Mai 1660 vollzogen.
Friedrich Wilhelm mußte Schweden im Besitz all seiner deutschen Gebiete,
im Besitze auch der Odermündungen lassen, und selbst das ihm vertragsmäßig
zugesicherte Elbing lieferten die Schweden nicht aus. Der Kurfürst war
völlig verlassen, weder eine auswärtige Macht, noch etwa gar ein deutscher Fürst
gewährte ihm die Unterstützung, deren er bedurfte, um eine der Fremdherrschaften,
welche der Friede von Osnabrück in Deutschland niedergesetzt hatte, die schwedische,
völlig zu unterdrücken.