26 Markgraf Sigmund.
ux efreuen möchte, wird trübe, wenn er gewahr wird, daß die Mark (1374) von
Karl und zwar im Einverständnis mit den Ständen, welche nur die Vorteile der
Verbindung mit dem großen Reiche sahen, der Krone Böhmens einverleibt wurde.
Hätte man dies Verhältnis fest gehalten, so hätte damit Brandenburg aufgehört, ein
selbständiges, deutsches Fürstentum zu sein, es wäre vielmehr böhmisch, ein Teil
des flavischen Königreichs geworden.
Denn statt des erhofften Aufblühens sich erfreuen zu können, sah sich die Mark
1u#bei dem zu schnell erfolgten Tode des Kaisers (1378) nur gefesselt an die böhmische
Krone und hineingezogen in deren Streitigkeiten und verwickelte Beziehungen zu
Polen und Ungarn.
igmund, der
zweite, noch unmündige
Sohn Karls, dem nach
dem väterlichen Testament
die Marken zugefallen
waren, gestattete
den Städten der Altmark
und Friegaig
nicht nur, sich in den
Schutz fremder Fürsten
zu begeben, sondern,
kaum zu seinen Tagen
gekommen, wies er dem
Lande sofort diejenige
Stellung zu, die sie
in seinen Plänen auf
die ungarische und polnische
Königskrone einnehmen
sollte. Hatte
er sich, um diese zu erlangen,
schon mit der
Alichen Tochter des
Angebliches h 7 t (# 1867). 3# E *
in der Mark auch nur
ein Nebenland, das für die Gewinnung jener Kronen die erforderlichen Geldsummen
aufbringen sollte. Er verpfändete daher 1385 die Altmark und Priegnitz, demnächst
nach häßlichen Verhandlungen mit seinen Brüdern König Wenzel und
Herzog Johann 1388 die gesamte Mark seinem Vetter Jobst von Mähren für
mehr als eine halbe Million Goldgulden.
Mit diesem Akt des eigenen Landesherrn ist nun der Zustand der Gesetzlosigkeit
im Innern, der Wehrlosigkeit nach Außen, welchen die wittelsbachischen
Zeiten im Lande erzeugt und die zehn Jahre nach Karls IV. Tod weiter und
weiter ausgebildet hatten, gleichsam zu einem zu Recht bestehenden gestempelt
worden. Der Pfandherr Jobst. — seit 1397, da ihm die Pfandsumme nicht zurückgestellt
werden konnte, Markgraf und K Kurfürst — war ein Fürst so unfürstlicher
Art, wie es wenige gegeben hat, und wenn Sigmund die Mark als Pfandobjekt