Metadata : Das Goldene Buch des Deutschen Volkes an der Jahrhundertwende.

Georgien  und  Alerbeidschan  bie  ans  Kaspische  Meer  vor,  um  unter  den  mohammedanlschen
  Beoölkerungsteilen  Propaganda  für  den  Anschluß  an  die  Türkel  zu
treiben,  vor  allem  aber,  um  dle  Rohstoffe  des  Kaukasus,  welche  dle  deutsche  Krlegeleltung
  so  dringend  brauchte,  für  sich  selber  oauszudeuten.  Daneben  wüteten  sle
mit  gewohnter  grausamer  Ausrottung  gegen  die  christlichen  Armenler.  Und
dle  deutsche  O.  H.  L.  war  auch  bler  nicht  in  der  Lage,  dem  mehr  als  bedenklichen
Trelben  lhres  Bundesgenossen  Einhalt  zu  tun.

Georglsche  Unterhändler  kamen  nach  Berlin  und  daten  um  Schutz.  Der
deutschen  Reglerung  und  Heeresleltung  war  das  im  politlschen  wle  im  wlrtschaftlichen
  Interesse  nicht  unerwünscht,  führte  aber  zu  elnem  gewlssen  Gegensatze
gegen  die  türkischen  Interessen.

Ganz  besonders  unerqulcklich  und  verworren  gestalteten  sich  die  Verhältnlsse
  in  der  Ukralne.  Die  Ausnutzung  der  Hllfsquellen  des  Landes  litt  dauernd
unter  Relbungen  ulcht  nur  der  deutschen  Behörden  mit  den  österrelchlsch-ungarischen,
  sondern  auch  der  militdrischen  und  der  zivilen  Olenststellen  der  deutschen
Verwaltung  selber  unterelnander.  Oazu  kam  die  Innerpolitische  Wirruls  des
Landee,  dessen  Reglerung  inzwischen  aus  den  Händen  der  Kiewer  Rada  in  dle
elnes  Usurpators,  des  Hetmanns  Skoropadstl,  üdergegangen  war.  Er  versuchte
zum  Schutze  gegen  den  Bolschewismus  sogar  eigene  ukralnische  Formationen
aufzustellen,  aber  mit  kümmerllchem  Erfolg.  Oie  verzettelten  deutschen  Ololsionen,
  keln  Mann  unter  35  Jahren,  mußten  noch  immer  dle  endlosen  Räume
Südrußlands  gegen  den  roten  Terror  schützen.  Mehr  noch:  sle  mußten  sich  noch
lmmer  weiter  ausdehnen.  Im  Schwarzen  Meer  trled  sich  die  russlsche  Flotte
berum,  fübrte  elne  Art  besseren  Seeräduderdaseins,  kelner  Regiecung  geborchend.
Um  den  Schlffeverkehr  von  Obessa  nach  Kaukaslen  slcherzustellen,  blled  nichts
übrlg,  als  nun  auch  dle  Krim  zu  desetzen  und  so  dle  Häfen  in  die  Hand  zu
bekommen.

Dabel  war  das  wictschoftliche  Ergebnie  all  dleser  weitgesteckten  Unternehmungen
  dauernd  höchst  kümmerllch.  Nur  an  Pferden  konnte  eln  fühlbarer
Zuschuß  hereingebracht  werden.

Und  während  Ludendorff  alle  seine  Energle  an  der  Westfront  gebraucht
bätte,  ireten  seine  Truppen  und  selne  Gedanken  in  den  Erenzgebieten  dreler
Erdteile  umher  —  von  Flnniand  die  Sprien

Dabei  galt  es,  für  die  dritte  große  Schlacht  mit  allen  Kräften  zu  rüsten  —
dlese  dritte  Schlacht,  dle  doch  auch  nur  ein  drlttes  Vorspiel  seln  sollte  —I  Und
das  zu  elner  Zeit,  als  das  von  der  O.  H.  L.  vorausgesetzte  Versagen  des  „Menschenmaterlals“
  berelts  höchst  deängstigend  sich  fühlbar  machte.  Ludendorffe
einzige  nennenswerte  Nachschudquelle  waren  die  aus  Rußland  nach  und  nach  in
der  Heimat  eintreffenden  deutschen  Krlegsgefangenen.  Es  kennzeichnet  Ludendorffs
  Mangel  an  tieferem  seelischen  Verständnle  für  den  Soldaten,  daß  er  slch
von  dlesen  Männern  noch  irgend  etwas  wie  elne  militärische  Leistung  versprach.
Sie  waren  zum  Tell  schon  selt  plelen  Jahren  des  Krieges  entwöhnt,  hatten  unter
mehr  oder  wenlger  jämmerllchen  Berhältnissen  im  Skiavenstande  vegetiert,
nur  den  einen  Traum  des  Feimkehrtages  ln  der  Seele  —  zuletzt  hatte  sich  noch
das  bolschewistische  Gift  in  ihre  Gemüter  binelngefressen  —  und  nun,  statt  zu
Welb,  Kind  und  Arbeit  zurückkehren  zu  dürfen,  wurden  sie  aufe  neue  in  dle

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