Bußfand
rue
noch 1914
Aus Beriht des belgischen
Gesandten in Paris 24 Juni:
„Frankreich und Rußland i
spielen wahrhaftig in diesem |
Augenblik ein sehr gelähr-Eches
Spiel. Sie steigern sich
wechselseitig auf dem Wege
der Rüstungen bis zum
äußersten und geben sic
— hauptsächlich Ruflland —
einem Bluf hin, der die
ernstesten Folgen zeitigen
könnte, . ,.* [165]
Juli, Erklärung des Generals
Pedoya, Vorsitzenden
des Pieeresausschusses der
französischen Kammer: »39
hatte am ı. Januar d. J. eine
Nation von weniger als 40
Millionen (Frankreich) mehr
Soldaten unter Waffen als
eine Nation von 68 Millionen
(Deutschland). «
21. Febr. Konferenz in Petersburg unter
Vorsitz Sasonows. Festlegung des vom
Zaren gebilligten Programms zur Annexion
Konstantinopels, die für nahe Zukunft in
Aussicht genommen wird. Aus dem von
Sasonow, dem Generalstabschef und dem
Marineminisrer unterzeichneten Protokoll
| geht hervor,
» daß die russische Regierung seit Frühjahr
1914 militärische und technische Var«
bereitungen für einen Handstreich auf Stambul
getroffen hat.
b> daß dieses Vorgehen Im Rahmen eines
Krieges mit Österreich-Ulogarn, nicht eines
russisch-türkischen gedacht, daf} der serbische
Angriff auf Österreich unmittelbar in die
| Rechnung eingesetzt war und daß der baldige
' Ausbruch des Krieges als selbstverständlich
| angeschen wurde. [106]
| März bis Juni, Verhandlungen über eine
englisch-russishe Marinekonvention. [158]
12. März. Ein auf den Kriegsminister zurück»
zuführender Artikel in der Petersburger
Börsenzeitung kündigt Rußlands Kriegsbereitschaft
an, 1187]
Ende März, Ansprache des Generals Schtecdher«
beischew, Direktors der Kriegsakademie in Peters«
burg an seine Öfßziere: »Der Krieg mit den Dreibundnädten
sei infolge der gegen Rußlands In»
tereszen gerichteten Österreichischen Balkanpofitik
unvermeidlih geworden, . Höcstwahrscheinlich
werde & noch in diesem Sommer zum Ambruch
| kommen. Rußlzod sei die Ehre geworden, sofort
die Offensive zu ergreifen,« [188]
April. Bericht des belgischen Gesandten in Berlin
über eine aus Petersburg eingetröffene japanische
Milirärmsssion: »In den Regimentsmessen hatten
die japanischen Offiziere ganz offen von einem
nahe bevorstehenden Kriege gegen Österreich“
Ungarn und Deusschland reden hören. Man sagte
dabei, daß die Armee bereit sei, ins Peld zu
rücken, und der Augenblick zei ebenso gänstig
für die Russen, wie für ihre Verbündeten, die
Franzosen. [169]
Mat. Beginn von Mafinahmen, die den
Maßnahmen erster Kategorie der Kriegsvorbereitungsperiode
entsprechen. [170]
13, Janl, Neuer vom Kriegsministerium in«
spirierter Artikel der Petersburger Börsen«
zeitung: » Rußland ist bereit, Firankreicdı muß
es auch seine. I17:]
|
59