(noh26.J England entspricht nicht der deutschen Bitte, in Petersburg mäßigend zu wirken,
macht Vorschlag einer Botschafterkonferenz (England, Frankreich, Italien, Deutschland).
[201]
4° nachmittags. Befehl an die bei Portland zusammengezogene englische Flotte,
die in Aussicht genommene Demobilmachung einzustellen, [202]
Rückberufung der deutschen Plotte aus den nordischen Gewässern. [203]
Frankreich: Mesures de pr&caution<Llrlaubsverbot, Rückberufung der Llrlauber), [204]
26.0d.z7.Jul, Äußerung des französischen Botschafters in Berlin, Cambon, zu dem früheren
serbischen Geschäftsträger Boghitschewitsch: »Wenn Deutschland es auf einen Krieg
ankommen fassen will, so wird es auch Eingland gegen sich haben. Die englische
Flotte wird Hamburg forcieren. Wir werden die Deurschen glatt schlagen.« — Von
dieser Unterredung nimmt Boghitschewitsch die »Gewißheit« mit, daß der Krieg, falls
nicht schon früher, gewiß bei der Begegnung Poincares mit dem russischen Kaiser
in Petersburg beschlossen worden war. [205]
27.Jjul. Bekanntgabe der englischen Regierung, daß die Flotte mobil zusammenbleibt, [206]
Die russische Kriegsvorbereitungsperiode nimmt ihren Fortgang. [207]
Frankreich: Rückbeorderung sämtlicher Truppenteile in ihre Standorte. [208]
Deutsche Ablehnung des Greyschen Vorschlags einer Botschafterkonferenz, da
ihre Zusammensetzung eine Österreich ungünstige Entscheidung mit Sicherheit voraussehen
fäßt. [209]
Eintreffen Kaiser Wilhelms in Potsdam. Der Kaiser setzt sich persönlich ohne
Verzug für die Erhaltung des Friedens ein. <Telegramme an den Zaren und den
König von England. Einwirkung auf die österreichisch-ungarische Regierung im
Sinne einer Werständigung.}
25.Juli. 11? vormittags. Kriegserklärung Österreich-LIngarns an Serbien. [210]
Telegramm des Kaisers an den Zaren mit der dringenden Bitte, seine Bemühungen
zur Erhaltung des Friedens zu unterstützen. [211]
Deutschland empfiehlt der ästerreichisch-ungarischen Regierung, Vermittlungsvorschlägen
gegenüber nicht mehr die bisherige Zurückhaltung zu zeigen, [212]
Tefegramm Sasonows an den russischen Botschafter in Berlin: »Infolge der Kriegserklärung
Österreichs gegen Serbien wird die Kaiserliche Regierung morgen (29,} die
Mobilmachung in den Militärbezirken von Odessa, Kiew, Moskau und Kasan anordnen.
Bitte die deutsche Regierung davon zu verständigen und zu betonen, daß
Rußland keinerlei aggressive Absichten gegen Deutschland hegt.« [213]
Der englische und der französische Botschafter in Petersburg suchen die Politik
der russischen Regierung dahin zu beeinflussen, daß die Schuld am Kriege auf
Deutschland geschoben werden könne, Dies sei das einzige Mittel, die öffentliche
Meinung Englands für einen Krieg geneigt zu machen, [214]
Der Chef des zweiten Bureaus des französischen Generalstabes berichret, daß
die deutschen Vorbereitungen lange nicht so weit vorgeschritten seien wie die französischen.
[215]
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