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9) Sollten Capitalken, oder gewisse unveräußerliche, wenigstens in ihrem Bestande
stets zu erhaltende Mobilien, als Zubehörden dieser Güter zu betrachten seyn,
so sind solche ebenfalls anzugeben.
Auf der andern Seite
10) haben die Gutobesier auch die auf ihren Gütern haftenden Schulden und Lasten,
namentlich die hiernach unter II. und III. bezeichneten zu bemerken.
Zugleich werden
II. alle Diejenigen, welche bei der Errichtung von Eremten-Güter= und Unterpfands-Büchern
als Miteigenthümer, als Nachfolger im Lehen oder Fideicommiß, oder wegen
eines Anspruchs auf Competenz oder Deputaten-Gelder, oder Witthum, oder Alimentation,
oder Dotation betheiligt sind, unter Hinweisung auf die gedachten gesetlichen
Vorgänge, noch einmal aufgefordert, diese Ansprüche zu deren Wahrung gegen künftige
Verfügungen sowohl, als beziehungsweise gegen die jetzt erfolgende Eintragung
der schon vor der neuen Pfandgesebgebung entstandenen Ansprüche
ä4lterer Gläubiger, sofern es noch nicht geschehen sepn sollte, bei demjenigen K. Gerichtshofe,
welchem die betreffenden Güter unterworfen sind, anzumelden und gehbrig
zu begründen.
Sämtliche Betheiligten müssen es nach dem bereits bestehenden und in das Leben
getretenen gesehlichen Präjudiz in ihrem eigenen Interesse finden, diesem Aufrufe in
miöglichster Bälde, und längstens innerhalb drei Monaten, Folge zu leisten, indem nach
Ablauf dieser Frist die K. Gerichtshöfe um so weniger Bedenken tragen können, die
Güter als frei von allen nicht angemeldeten Ansprüchen zu behandeln.
III. Die gleiche Aufforderung ergeht auch an Diejenigen, welche aus irgend einem
besonderen Rechtsgrunde, eine auf den eremten Gütern haftende Last, namentlich Beiträge
zur Besoldung von Kirchen= und Schullehrern, zur Unterhaltung von Kirchen
und Schulen u. s. w., dann Sustentations-Gelder, welche auf dem Reichs-Deputations-Abschied
von 13805, 5696.45—65, oder auch auf einem andern Rechtsgrunde beruhen,
geltend machen zu können glauben, indem auch solche nicht vorgemerkten Lasten dem in
gutem Glauben stehenden Hypothekar-Gläubiger nicht gesährlich werden können.
So beschlossen in der K. Hypotheken-Commission.
Stuttgart den 11. December 1832. Bolley.