Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1878. (55)

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II.  Arbeitsbücher.
S.  3.

Eines  Arbeitsbuches  bedürfen  die  aus  der  Volksschule  (d.  h.  der  gewöhnlichen
Werktagsschule  mit  Ausnahme  der  Fortbildungs=  und  ähnlichen  Schulen)  entlassenen  gewerblichen
  Arbeiter  unter  21  Jahren  ohne  Unterschied  des  Geschlechts.

Ob  die  Arbeiter  ausdrücklich  als  „Gesellen,  Gehülfen,  Lehrlinge  oder  Fabrikarbeiter“
angenommen  sind,  oder  nur  thatsächlich  als  solche  beschäftigt  werden,  ob  sie  von  Handwerkern
  oder  von  größeren  Gewerbe-Unternehmern  angenommen  sind,  ob  sie  in  deren  Behausung,
  ob  sie  in  Werkstuben,  Werkstätten,  in  Fabriken,  im  Freien  insbesondere  auch
auf  Bauplätzen  und  bei  Bauten  arbeiten,  ist  unerheblich.

Die  Arbeiter  in  Hüttenwerken,  in  Bauhöfen  und  Werften  gehören  zu  den  gewerblichen
  Arbeitern  und  sind  demnach  zur  Führung  eines  Arbeitsbuches  verpflichtet.

S.  4.

Von  der  Verpflichtung  zur  Führung  eines  Arbeitsbuches  sind  ausdrücklich  entbunden

1)  Arbeiter  unter  14  Jahren,  welche  nach  Bestimmung  des  Gesetzes  eine  Arbeitskarte
  zu  führen  haben;  (zu  vergleichen  unten  §.  14).

2)  Gehülfen  und  Lehrlinge  in  Apotheken  und  Handelsgeschäften.

S.  5.

Zu  den  gewerblichen  Arbeitern  im  Sinne  des  Gesetzes  sind  unter  Anderen  nicht
zu  rechnen  und  zur  Führung  eines  Arbeitsbuches  nicht  verpflichtet:

1)  Kinder,  welche  bei  ihren  Eltern  und  für  diese  und  zwar  nicht  auf  Grund  eines
Arbeitsvertrages  mit  gewerblichen  Arbeiten  beschäftigt  sind;

2)  Personen,  welche  im  Gesindedienstverhältnisse  stehen;

3)  die  mit  gewöhnlichen  auch  außerhalb  des  Gewerbes  vorkommenden  Arbeiten  beschäftigten
  Taglöhner  und  Handarbeiter;

4)  Personen,  die  in  der  Stellung  von  Angestellten  (Geschäftsführer,  Buchführer,
Werkmeister  und  dergleichen)  in  gewerblichen  Betrieben  beschäftigt  werden.

S.  6.

Personen,  welche  nach  der  Auffassung  der  Behörde  vermöge  der  Art  ihrer  Beschäftigung
  eines  Arbeitsbuches  nicht  bedürfen,  ist  die  Ausstellung  eines  solchen,  wenn  sie  beantragt
  wird,  nicht  zu  verweigern.