drückt hatten. Deshalb können wir im ältesten
Deutsch diese indogerm. Suffixe a, iÄ, u nur noch
an ihren Nachwirkungen, der verschiedenen Beugung
der damit gebildeten Hauptwörter, erkennen.
Got. wigs „Weg“ (a-Stamm) zu gawigan „bewegen‘,
deutsch Schlaf zu schlafen, Schlag (urspr.
i-Stämme) zu schlagen, Hand (u-Stamm) erscheinen
uns schon in ältester Zeit als endungslos
Besser hielten sich die langvokalischen Suffixe des
Indogermanischen, z. B. das femininische a -: ur- - !dg. a
germ. 0, got. und ahd. a, got. giba, ahd. geba Suffix.
„Gabe“ zu geben. Aber richtig lebenskräftig ist
dieses Suffix innerhalb des Deutschen ebensowenig
wie die altenn- und j-Stämme, die in der schwachen
und i-Deklination fortleben. Die ahd. Nom. boto
„Bote“, hirti „Hirte“ lassen kein n- oder j-Suffix
mehr erkennen; n und i erscheinen uns lediglich
als Deklinationsendungen. Dagegen haben sich
andere konsonantische Suffixe, wenn auch nicht _LI4g.
mehr produktiv, besser erhalten: t in Ableitungen Konson:
. . .. . . ulfixe.
wie Gedurt von gebären, | in got. sitls, ahd. sezzal
„Sessel“ zu sitzen (got. sitan), r in got. akrs
„Acker‘ zur Wurzel ag-(lat. agere) „treiben“ (vgl.
Trift), m in got. blöma, ahd. bluomo „Blume“ zu
blühen, n in got. ahd. barn „Kind“ zu gedären;
s in ahd. flahs „Flachs“ zu fech-ten; k in ahd. ri- |
sach ‚,Reisich‘“ zu Zeis, und noch andere. Neben Produktive
diesen erstarrten Suffixen, die gewöhnlich nur aus Suffixe.
einem Konsonanten bestehen, finden wir eine Anzahl
aus diesen einfachen Endungen weitergebildeter
Suffixe, die infolge ihrer grösseren Klangfülle
und Deutlichkeit fruchtbar geblieben sind. So die
Endung -sl, z. B. in Achse! neben .Ichse zur idg. Suffix -sal,
Wurzel ag- ‚führen‘ (lat. agere); das Althoch- ‚sel.