XII. Statuta Petri 1460. 107
Kap. 14. Item daz hinfar kayner zu techaney, eustrey und
schulherrey uffgenomnen werden in der selben kirchen, esz sig
dann tumherrn desz capittels yetz in priesterschafft gestelt oder
in nachsten zeiten (vom rechten gestelt) mogen zu ewangelier und
5 darnach zu priesterlichem stätt gefurdrett werden, swere man in
sitten und kämlieh in kunsten die da furwesen und nuttz seyn
mogen in gaistlichen und zeytlichen dingen, won warumb in dissen
dryen personen alle ander person der kirchen täglich zu sehen
haben als in aym spiegel, wie sie in dem hausz desz Herren müs-{0b
szen webren.
Kap. 15. Item wir setzen und ordnen, daz ayn techan wesenlich
zu zyten alle versumnusz desz chors und ubertrettung und
et perinissione reverendissimi ac illustrissimi prineipis et domini domini Henriei
prepositi nostri Elvangensis, comitis Palatini dueisque Bavarie ete., comutatum
est per egregios ac nobiles dominos de capitulo predicte ecelesie Elvangensis
hoc tempus nocturnum in aliud magis jdoneum, ut puta diurnum, quod hucusque
duravit observyaturque nunc. Wegen der Progession jJand die Matutin am
Fronleichnamsfest schon um 'fsd Uhr, am Palmsonntag um 3 Uhr statt (so
auch am Patroginium — St. Vitus — und Mariä Himmelfahrt): um 4 Uhr
an höheren Jesten (Neujahr, IEpiphanie, Gemini, Pfingsimontag, Mariä Lichtmess,
- Verkündigung, -Heimsuchung, -Geburt, Kirchweihfest, Allerheiligen) ; um
4); Uhr an allen Sonntagen, auf die kein lest fiel; um ';5 Uhr am Pfingstsonntag,
an Sulpicius und Scrvilianus (wenn vor Pfingsten, sonst um '/s4 Uhr);
um 5 Uhr an St. Stephan, Johann lv, Oktav von Ipiphanie, Dienstag der
Karwoche, Ostermontag und -Dienstag, Christi Ilimmelfahrt, Pfinystdienstag :
um !5 Uhr am Montag und Dlittwoch der Karwoche: um 6 Uhr an allen
Ferialtagen der Fustensel. Die secunda missa dilucularis (vgl. su Kap. 36)
ist am Montay in der Bittwoche um 5 Uhr; die Frühmcesse (prima missa) am
Palmsonntag (wegen der Progession schon) um '/aG oder ?/ı6 Uhr, zur gleichen Zeit
uch am Ostersonntag, um 7 Uhr am Gründonnerstag (es ist beachtenswert, dass an
diesem Tag mehrere — zwei -- Messen gelesen werden), um 7'/ Uhr am Markustag.
Bei den übrigen Horen wird sehr selten die Zeit angegeben: Non um
12 Uhr an Christi Himmelfahrt und Pfingstsonntag,; Vesper an den Werktagen
der Fastenzeit vormittags, sonst nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr (z. B. an
Weihnachten 1. Vesper 2‘, 2. Vesper 2% Uhr) ; Completorium — wie es scheint,
regelmässig (more solito; Jrol. 26a) — um 4 Uhr nachmittags. In der Frühe
und am Morgen scheinen die einzelnen Horen, Dlessen und Amter ohne grüssere
Unterbrechung — abgeschen von der Predigt an Sonn- und Keiertagen; vgl.
zu Kap. 36 — auf einander gefolgt zu sein und viele Stunden ausgefüllt zu
haben. Fol, 225 bemerkt der Schreiber des Liber cerem., dass im Jahre 1548
am Fest Mariü Verkündigung der ganze vormittägige Goltesdienst um 10 Uhr
heendiyt war (Predigt an diesem Tag erst millags 12 Uhr). Am Mittwoch
nach Ostern muss man wegen des an diesem Tag begangenen Jahrtags des
I.andkapitels schon ungefähr um 7 Uhr fertig sein (Beginn um 4 Uhr).