das Turnen wegen seines vortheilhaften Einflusses auf die gesunde
Entwicklung, Gewandtheit und Kräftigung des Körpers
als obligater Lehrgegenstand erklärt würde, wie dies in mehreren
andern deutschen Ländern, namentlich im Königreiche Sachsen,
der Fall ist.
Auch über diesen Punkt hat die kgl. Regierung, K. d. J,
nach Vernehmung erprobter Schulmänner ein wohlmotivirtes
Gutachten abzugeben.
München, den 18. April 1861.
Staatsministerium des Innern für Kirchen= und Schul-Angelegenheiten.
Abschied für den Landtag des Königreichs Bayern vom 10. Nov. 1861.
Auszug.
Abschnitt III. §. 21. Dem Antrage der beiden Kammern:
„es möge die körperliche Ausbildung der Jugend durch Turnen
in ertsprechender Weise in das System des öffentlichen
Unterrichtes eingereiht und das Bedürfniß dieses Unterrichtzweiges
soweit nöthig durch Gewährung budgetmäßiger Mittel
berücksichtigt werden“
willfahrend, beauftragen Wir Unser Staatsministerium des
Innern für Kirchen= und Schulangelegenheiten, die zur Durchführung
nach Maßgabe der gebotenen Mittel erforderlichen Einrichtungen
sofort zu treffen und die desfallsigen Verfügungen
Unserer Allerhöchsten Genehmigung zu unterstellen.
Nr. 10,632. S. 314.
Ministerial-Entschließung vom 17. Dez. 1861, den Turn-Unterricht
betreffend.
Auf Befehl Seiner Majestät des Königs.
Durch die Ministerial-Entschließung vom 18. April l. Js.
Nr. 10,225 ist sämmtlichen k. Kreisregierungen, K. d. J., dann
den Studienrektoraten und Inspektionen der Schullehrer-Seminarien
Gelegenheit gegeben worden, sich über die Zweckmäßigkeit
des Turnunterrichts an den öffentlichen Unterrichtsanstalten
und namentlich auch darüber auszusprechen, ob derselbe als obligater
Lehrgegenstand einzuführen sei. Während über die letztere
Frage die Meinungen getheilt waren, hat sich in ersterer
Beziehung völlige Einstimmigkeit kundgegeben, und ist ein systematisch
geordneter Betrieb der körperlichen Uebungen allgemein