Contents : Deutsche Geschichte. Zweiter Band. (2)

Aufterlig.  Friede  von  Breßburg.  Bayern  und  Württemberg  Königreiche.  239

fiebzigtaufend  Franzofen  gegen  achtzigtaufend  Rufen  und  Ofterreicher,
  aufeinanderftießen  bei  Aufterlig,  zwilchen  Brünn  und
Olmüß:  ein  ftolzer  Aufruf  Napoleons  an  jein  Heer  fündigte  diefem
den  ficheren  Sieg  an.  Und  e3  kam,  wie  er  jagte.  Die  Verbündeten
machten  einen  anfangs  erfolgreichen  Angriff  gegen  jeinen  rechten
Slügel,  entblößten  damit  aber  ihr  Zentrum,  die  Höhen  von  Braben,
da3  gegen  Mittag  durch  daS  von  Napoleon  zu  einer  gewaltigen
Angriffsfolonne  formierte  Korps  Soult  durchbrochen  wurde;  auf
dem  rechten  Klügel  der  Verbündeten  tobte  ein  furchtbarer  Kampf,
der  fortgejeßt  wurde,  al3  die  Schlacht  tatjächlich  Ichon  verloren  war.
Der  Rüdzug  konnte  jchon  nicht  mehr  geordnet  ausgeführt  werden;
die  Schlacht  war  überaus  blutig  gewejen,  jechstaufend  Dfterreicher,
einundzwanzigtaufend  NRufjfen  waren  gefallen,  Napoleon  hatte  wieder
einen  vollftändigen  Sieg  davongetragen.  Am  Nachmittag  des  4.  er-Ichien
  Kaifer  Franz  bei  ihm  und  am  6.  jchon  wurde  das  Abkommen
über  den  Waffenitillftand  unterzeichnet  auf  der  Grundlage  der  Trennung
  Ofterreich®  von  ARußland,  der  Räumung  der  dfterreichifchen
Staaten  durch  das  ruffiihe  Heer  auf  vorgefchriebener  Marjchroute
und  der  Verpflichtung  des  Kaijers  Franz,  nötigenfall3  mit  Waffengewalt
  den  ihm  zu  Hilfe  Herbeieilenden  Preußen  entgegenzutreten.

An  eine  Fortjegung  des  Krieges  war  für  Sfterreich  fchon
deshalb  nicht  zu  denken,  weil  ein  guter  Teil  feine  Gebiet3  von
den  Sranzojen  bejegt  war.  Am  26.  Dezember  folgte  demnach  der
Friede,  wie  ihn  Napoleon  diftierte,  zu  PBreßburg:  Öfterreich
  verlor  elfhundertvierzig  Duadratmeilen  mit  zwei  Millionen
achthunderttaufend  Emwohnern  und  erkannte  die  Veränderungen
jeit  dem  Lumeviller  Frieden  an.  Benedig  mußte  e8  an  das  Königreich
  Stalien,  Tirol  an  Bayern,  die  vorderöfterreichiichen  Städte
und  den  Breisgau  an  Württemberg  und  Baden  abtreten;  dafür
wurde  Salzburg  und  Berchtesgaden  al®  „Entfchädigung”  an  Öfterreich
  gegeben  und  ein  neues  Kurfürjtentum,  Würzburg,  für  die
tosfanische  Linie  des  Kaiferhaufes  von  Bayern  abgezweigt,  das
dafür  nunmehr  aud)  Augsburg  und  Nürnberg  erhielt.  Wichtig
für  die  Zufunft  war  vor  allem  der  vierzehnte  Artifel,  daß  die  jet