Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1881. (47)

e.  Des—
infektion.

Gu  88  40—
44  des  Reichsgesetzes.)



a.  Allgemeine
Vorschriften.

—  46  —

Weichtheile,  trockene  Destillation,  Verbrennen)  oder  sonst  auf  chemischem  Wege  sofort
unschädlich  zu  beseitigen.  Die  hierdurch  gewonnenen  Produkte  können  frei  verwendet
werden.

Wo  ein  derartiges  Verfahren  nicht  ausführbar  ist,  erfolgt  die  Beseitigung  der
Kadaver  durch  Vergraben,  nachdem  die  Haut  durch  mehrfaches  Zerschneiden  unbrauchbar
gemacht  ist.  Die  Kadavergrube  muß  so  tief  sein,  daß  die  Oberfläche  des  Kadavers  mit
einer,  bis  an  den  Rand  der  Grube  1  Meter  starken  Erdschicht  bedeckt  werden  kann.
Die  Kadaver  sind  mit  Kalk  zu  bedecken.

Beim  Einscharren  der  Kadaver  ist  die  Vorsicht  zu  gebrauchen,  daß  dieselben  nicht
mit  blosen  Händen  angegriffen  werden.

Das  Abhäuten  der  Kadaver  ist  verboten  (§  39  des  Gesetzes).

Die  Sektion  eines  Kadavers  darf  nur  von  approbirten  Thierärzten  vorgenommen

werden.
§  37.  (§  31  der  Instruktion.)

Die  Ställe  und  sonstigen  Räume,  in  welchen  sich  wuthkranke  Thiere  befunden
haben,  die  Geräthschaften  und  sonstigen  Gegenstände,  die  mit  kranken  Thieren  in  Berührung
  gekommen  sind,  müssen  vorschriftsmäßig  desinfizirt  werden.  Dasselbe  hat  mit
denjenigen  Fahrzeugen  und  Instrumenten  zu  geschehen,  die  beim  Fortschaffen  des
Kadavers  bis  an  die  Kadavergrube  gebraucht  worden  sind.  Die  Streu  wuthkranker
oder  der  Seuche  verdächtiger  Hunde  und  die  von  solchen  benutzten  Hundehütten,  soweit
sie  von  Holz  oder  Stroh  sind,  müssen  verbrannt  werden.

Die  Desinfektion  muß  nach  Anordnung  des  beamteten  Thierarztes  und  unter
polizeilicher  Ueberwachung  erfolgen  (§  27  des  Gesetzes).

Der  Besitzer  der  zu  desinfizirenden  Gegenstände  oder  der  Vertreter  des  Besitzers
ist  anzuhalten,  ohne  Verzug  die  Desinfektionsarbeiten  ausführen  zu  lassen.

Ueber  die  erfolgte  Ausführung  der  Desinfektion  hat  der  beamtete  Thierarzt  der
Polizeibehörde  eine  Bescheinigung  einzureichen.

Notz  (Wurm)  der  Pferde,  Esel,  Maulthiere  und  Maulesel.

l  38.  (§  32  der  Instruktion.)

Wenn  bei  einem  Pferde  die  Rotz-(Wurm-)  Krankheit  oder  der  Verdacht  der  Seuche
(§  1  Absatz  2  des  Gesetzes)  festgestellt  ist  (§  12  des  Gesetzes),  so  ist  von  der  Polizeibehörde
  und  dem  beamteten  Thierarzt  (§  2  Absatz  3  des  Gesetzes)  möglichst  zu  ermitteln,
wie  lange  die  verdächtigen  Erscheinungen  schon  bestanden  haben,  ob  neuerdings  Pferde
aus  dem  Gehöfte  verkauft  oder  in  verdächtiger  Weise  entfernt  sind,  ob  die  kranken  oder