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hält, sein Fortschreiten hemmt. — Haltestelle, f. Stelle wo
angehalten wird; im Eisenbahnwesen kleine Station.
Halter, m. der etwas hält, ahd. haltäri, mhd. baltore,
nach verschiedenen Bed. des Verbums; in Baiern
Viehhüter; in Zusammensetzungen stützende, haltende,
führende Person, vgl. er-, gast-, gerichts-, haus-, hof-,
post-, stamm-, statthalter; haltendes Gerät, z. B. feder-,
gardinenhalter; in der Musik — Fermate, Note die die
Tactbewegung unterbricht, und das über derselben
stehende Ruhezeichen. Die umgelautete Form Hälter, m.
— Behälter, namentlich für Fische Voß Idyll. 16, 143.
— haltig, Halt und Gehalt habend; im Berg= und
Münzwesen haltiges gestein; eine wahre haltige münze
IPaul Nachdämmerungen 83; vielfach in Zusammensetzungen,
erz-, gold-, nach-, probe-, silberhaltig u. s. w.
— haltlos, ohne Halt; neueres, erst von Campe verzeichnetes
Wort; die haltlose erde ebd.; bezogen auf
gesellschaftliche Stellung: einem armen haltlosen teufel
Keller Seldw. 1, 80; auf innere Festigkeit: haltlose,
unsichere reden 2, 315; haltlose unterwurfigkeit Freytag
Handschr. 2, 398; alles in den deutschen verhältnissen
erschien haltlos und locker Erinn. 210; wie haltlos
die landwehr Ssich gezeigt Treitschke 2, 229.—
Haltlosigkeit, f. haltloses Wesen: haltlosigkeit, mit welcher
das junge freiheitsgefühl sich äuszerte Freytag
Erinn. 173. — Haltung, f. Handlung des Haltens,
nach den verschiedenen Bed. des Verbums, mhd. haltunge;
außerhalb Zusammensetzungen in neuerer Spr. besonders
nach halten 4, Stand, Festigkeit: da er denn, weil er
die härte vermeiden wollte, keine haltung in scine
blätter (Zeichnungen) brachte Goethe DuW. 4; der
dem widerstand haltung und nachdruck gab Ranke
Päßpste 2, 105; nach reflexivem sich halten (4), von körperlicher
Führung, äußerem Auftreten: sichere (Hauff
11, 19), steise (Freytag Handschr. 1, 331), vornehme
(Erinn. 173), gebuckte (263), nonnenhafte (Keller
Werke 8, 108) haltung, u. a.; in bedeutendem Sinne, wit
haltung antworten, er zeigte bei dem plötzlichen unglück
viel haltung; wenn nun frau Regel auch nicht die haltung
verlor Keller Seldw. 1, 155; Art des Benehmens in
bestimmten Fällen: erwarte fernere weisung was
ich zu dem herzoglichen wunsch gegen Bulow fur eine
haltung annehmen soll Preußen i. B. 1, 95; was aber
bestimmte die haltung des königs? Treitschke 1, 406;
in kaufmännischer Spr. und Börsenberichten, haltung
der käufer, abnchmer, geber; auch waren in steigender,
fester, sinkender haltung; in älterer Spr. auch nach
halten 6 (jetzt durch den Inf. ersetzt): haltung beschchener
zusag Zinkgref 1, 166; altertümelnd noch
bei Tieck: (ich) bleibe stets getreu der haltung des
gesetzes Oct. 323.
Halunke, m. nichtswerter Kerl, Schust; im 16. Ih.
aufgekommenes Lehnwort aus dem böhmischen holomek
nackter Bettler (von holy nackt), znerst aus einem Prager
Flugblatte über eine Feuersbrunst von 1541 in der Bed.
Bettler nachgewiesen: 2 kinder die sind eines holuncken
geweszt, auch verbrannt worden. mer ist ein holunck
genant Vicenz, der ist verbrant gefunden worden Germ.
20, 68; verbreitet in verschiedenen, nahe zusammenstehenden
Formen, als Schimpf= und Scheltwort: was
trewy er von den beiden holunken zu gewarten babe
Philander 1, 73; das er ein hudler, ein halunk
sein musse 2, 72; was will der bauer da? fort, halunk!
Schiller Wallenst. Lager 2; dasz . . die narren oft
schnell noch hallunkcn werden, eh sie sterben Keller
Werke 8, 171.
Hamen, m. 1) Netz, Fanggarn, bei Fischern und
Jägern; ahd. hamo, mhd. ham, eigentlich Tuch, Hülle
(ogl. dazu unter hemde), in der Bed. eingcengt; bildlich
und sprichwörtlich: nun du deinen mann in dem
hamen bast Schiller Ränb. 2, 3; in früherer Spr. vor
dem hamen fischen, einem andern schlau den Fang oder
Haltestelle — Hamen.
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Gewinn schmälern: das hiesze freilich recht für dem
hamen fischen und gewalt für recht gebraucht Luther
Br. 3, 321. 2) anderes hamen, hölzerne gebogene Fessel,
Angel, Angelhaken, mit dem vorigen nicht zusammenhängend,
auch nicht aus lat. hamus entlehnt, wahrscheinlich
urverwandt zu irisch cam krumm, lat. camurus
einwärts gebogen, gekrümmt. ** Z
Hämisch, boshaft listig, verstockt und tückisch; im
späten Mhd. als hemisch, auch unumgelautet als hamisch
erscheinend, von altem hamo Hülle, Decke, abgeleitet und
zunächst verhüllt, verdeckt bezeichnend, aber in Anwendung
auf Sinn und Vorhaben, daher die heutige Bed.
annehmend: hamisch, versutus, astutus Voc. 15. Ih.;
das sie nicht hemisch oder neidisch auf einander sind
Luther 5, 340b5; sich falsch und bemisch stellen
Logau 3, 189, 95; in neuerer Spr. besonders von
Geberden, Worten und Verfahren: mit hämischem
lächeln Schiller 2, 291; einen hämischen zug um
den mund Hauff 10, 156; da wurdest du bösewicht
hämisch Freytag Handschr. 2, 274; der papagei lachte
mit auf eine fatale, hämische art, wie ein mensch
Heyse 5, 171. — Hämling, m. Verschnittener; im
15. Ih. vorhanden: hämling, hemling, mufo, castronus
Dief.-Wülcker; in neuerer Spr. zur Bezeichnung eines
Ennuchen häufiger gebraucht, doch nie allgemein geworden
(betreffs der Ableitung vgl. hammel): die
schwarzen hämmlinge Wieland Amad. 15, 6; sicht
man den imam selbst mit einem hämmling walzen
Ob. 5, 47.
Hammel, m. verschnittener Schafbock, Schöps; nur
hochdeutsches Wort, eigentl. Adj., ahd. hamal verstümmelt,
Weiterbildung zu ahd. ham lahm, in naher
Beziehung zu hemmen (s. d.); erst im späteren Mhd.
wird das Wort auf das kastrierte männliche Schaf eingeengt
und Subst.; Plur. in älterer Spr. hemel Hes.
39, 18; verschnitten hämmel Fischart Podagr. C 6°;
jetzt lieber unumgelautet: alle hammel von ganz Tibet
Kotzebue Kleinstädter 3,7; im Vergleiche: dumm wie
ein hammel; die Redensart: wiederum auf besagten
hammel zu kommen, ist Nachbildung des franz., seit
15. Ih. bezeugten revenons à nos moutons, und besonders
durch Kotzebues Kleinstädter 3, 7, wo sie recht
anschaulich komisch gebraucht wird, in Schwang gekommen.
— Zusammensetzungen: Hammelbraten, m.
Braten vom Hammel. — Hammelfell, -fett, fleisch, n.
Fell, Fett, Fleisch vom Hammel. — Hammelkeule, k.
Keule vom Hammel. — Hammelsprung, m. Sprung
der Hammel oder in der Art der Hammelj scherzhaft
übertragen auf eine Art der Abstimmung im preußischen
Abgcordnetenhause, wobei statt der Zählung der einzelnen
Stimmen ein gruppenweises Zusammentreten
der Stimmenden stattfindet.
Hammer, m. besonderes Werkzeug zum Klopfen oder
Schlagen; gemeingerm., nur goth. nicht bezeugtes Wort,
altnord. hamarr (hier auch — Klippe, Fels), altengl.
hamor, altsächs. hamur, ahd. hamar, mhd. hamer; ursprünglich
Steinwaffe, urverwandt zu altslav. kamy
Stein; der Plur. im Ahd. hamara, seit dem Mhd. gewöhnlich
mit Umlaut: es schmidet einer das eisen in
der zangen, bereitets mit hemmern Jes. 44, 12;
heftet sie mit negeln und hemmern Jer. 10, 4; malleus
hamer, hammer Dief.; schwingt den hammer Schiller
Glocke 345; zusammengestellt mit dem ambosz, s. dort;
in mannigfacher Verwendung, Grenzbestimmung durch
hammerwurf JGrimm Rechtsaltert. 55 ffg.; Zuschlag
bei einer Versteigerung mittels des hammers, daher
etwas unter den hammer bringen, öffentlich versteigern
lassen; zum Schlagen der Glocke: da tönt der hammer
dumpf und schwer zwölfmal vom grauen kirchthurm
her Uhland 320; früher an der Thür des Hauses,
von Einlaß Begehrenden angeschlagen: hammer an der
thur, eorniæ Kirsch; bei den Freimaurern Zeichen der
hämisch — Hammer.