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selbst Banernsöhne sind, die Denk= und Sprechweise der Bauern
genan kennen, so wissen sie sich auch den Bauern verständlich
zu machen. Wenn daher solche, in der redlichsten Absicht belehrte
und nicht überredete Bauern eine Petition in Betreff der Goldwährung
unterschreiben, so handeln sie dabei nicht so blindlings und
unverständig, als wenn eine Anzahl rheinhessischer Bauern einen Gold
besitzenden Bankier als ihren Interessenvertreter in den Reichstag sendet.
Wir haben daher auch die wohlbegründete Hoffnung, daß sich
die Worte unseres Reichskanzlers: „Die Herren Städter
werden noch erleben, daß der Bauer klüger ist, als
sie ihn brauchen können, innicht allzuferner Zeit sich erfüllen werden.
F. d. N. „Meine Herren, nun machen es sich aber auch die Herren
Bimetallisten noch wunderbar leicht mit ihrer ganzen Operationsweise. Der
Antrag, den sie stellen, die Regierung möge doch die Initiative ergreifen zur
Wiederaufnahme einer bimetallistischen Konvention, ist allerdings von einer
solchen Einfachheit, die dafür beweisen könnte, daß er ländlichen Ursprungs
wäre (Heiterkeit lints); sie sagen ganz einfach: die Regierung soll eine Konvention
machen. Was darin stehen soll, wie sie geartet sein soll, wie die verschiedenen
Probleme gelöst sein sollen, davon ist mit keinem Schimmer die Rede. Ich
erinnere mich ciner alten Berliner Posse, in der vorkam eine Szene, daß
ein Herr mit seinem Bedienten im Zimmer nar, als von draußen Diebe
hereinzudringen schienen; da sagt der Herr zu seinem Diener: Brenneke, geh
vor die Thür und fechte wie ein Verzweifelter! So sagen die Bimetallisten
auch zur Regierung: sie soll einmal hinausgehen, soll mit anderen Nationen
fechten und sehen, was sie fertig bringt! Meine Herren, wenn ich die
Negierung wäre, so würde ich doch sagen: seien Sie so gut und geben Sie
mir einmal hochgeneigtest auch Ihre Ideen, wie das z. B. mit dem Verhältnisse
zwischen Silber und Gold sein soll, ob wir das Silber wieder auf
1: 15½ bringen sollen, oder auf 1: 18, 1: 20. Ferner möchte ich mich
bescheiden darnach erkundigen, wie sich die Herren denken, auf wie lange
ein solcher Münzvertrag abgeschlossen werden soll, und wie sie sich das Verhältniß
vorstellen, wenn solch ein Münzvertrag auf 10, 15 Jahre abgeschlossen
ist, und in den letzten 4, 5 Jahren Zweifel entstehen, ob die Sache fortbestehen
wird, und wie sich die einzelnen Währungen dabei befinden würden.
Ich würde auch fragen: soll freie Prägung gegeben werden oder nicht? Herr
von Kardorff hat an diese Frage nur so angetippt; aber weun ich an seine
korrekten Bundesgenossen appellire und an ihn selbst in seinem tieferen Gewissen,
so wird er doch nicht zweifeln, mir darüber Rede zu stehen, daß es
keine Währung gibt ohne freie Prägung, daß der ganze Kern