Full text : deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

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entlassener  Landsknecht)  durftig  und  blos  im  lande  leit
BWaldis  Esop  1,  55;  in  den  armenhäusern  ligen
Schuppius  332;  einem  zur  last  liegen;  er  liegt  den
ganzen  tag  bei  seinem  freunde;  von  Reisenden:  nur
einige  tage  muszte  die  gesellschaft  an  dem  orte  liegen
bleiben  Goethe  W.  Meister  4,  4;  von  Soldaten:  denen
so  auf  der  burg  lagen  1.  Macc.  11,  41;  sein  vater  (ist)
am  sold  bei  obgenanten  Julio  dem  ersten  kaiser  gelegen
  Aventin  1,  3;  im  quartiere,  in  der  kaserne,
in  der  stadt  liegen;  von  einem  Heer,  das  ein  Lager
bezieht:  das  volk  lag  zu  Kades  4.  Mos.  20,  1;  Saul  lag
in  der  wagenburg  und  das  heervolk  umb  ju  her
1.  Sam.  26,  5;  zu  felde  liegen,  gegen  einen  Feind  im
Feldzuge:  wenn  jr  zu  felde  ligt  Ps.  68,  14;  mit  eim
Zekrieg  ligen  Maaler;  musz  ich  mit  meiner  compagnie
zu  felde  liegen  Freytag  Ahnen  5,  137;  frei:  Sie  wissen

.  in  welchem  ewigen  kriege  alle  leidenschaften  und
unarten  des  menschlichen  herzens  mit  unsern  pflichten
zu  felde  liegen  Wieland  Gespräche  unter  vier  Augen  V;
danach  auch:  mit  einem  im  streite,  prozesse,  einander
in  den  haaren  liegen;  vor  recht  oder  im  recht  liegen
Frisch;  die  anerkannten  meister  solcher  künste
lagen  bis  zur  feindschaft  in  widerstreit  Goethe  Tagh.
1804;  der  Sieger  liegt  ob,  der  Besiegte  unter  (vgl.
ob-,  unterliegen):  also  daz  wir  ob  oder  unter  lagen
D.  Städtechr.  2,  338;  dennoch  muszt  du  oben  liegen
PGerhard  275;  —  abgeblaßter,  von  dem  Anhalten
eines  Zustandes  oder  einer  Beschäftigung:  ich  lig  auch
gern  im  luder  Garg.  87;  in  kummer,  sorge,  angst,
immer  uber  den  büchern  liegen;  sie  liegen  mir  stets

liegen.

in  den  ohren,  semper  instant  precibus  Steinbach.
3)  liegen,  von  Ortlichkeiten,  mit  Hervorhebung  ihres,
Grundplanes  und  ihres  Verhältnisses  zur  Umgebung:
du  berümbte  stad  die  du  am  meer  lagst  Hes.  26,  17;
die  stad  die  auf  einem  berge  ligt  Matth.  5,  14;  markt
der  gegen  euch  ligt  Luc.  19,  30;  das  meer  lag  still
und  eben  Schiller  Hero;  die  erde  liegt  im  schatten
Uhland  142;  das  land  liegt  unbestellt;  ein  dorf,  das
rechts  von  der  strasze  liegt;  bei  Wegbeschreibungen
etwas  rechts,  links  liegen  lassen;  davon  frei,  in  all-,
täglicher,  mehr  scherzhafter  Rede:  wir  können  ihn  ja
links  liegen  lassen,  brauchen  uns  nicht  um  ihn  zu
kümmern;  —  von  Körperteilen:  zurückliegende  stirne;
augen,  die  tief  im  kopfe  liegen;  von  anderen  Dingen,
denen  man  bildlich  Ort,  Lage,  und  damit  zusammenhängende
  Beschaffenheit  gibt,  in  mehrfacher  Weise:  etwas
liegt  auf  der  hand,  am  tage,  klar  vor  augen;  angriffe,
deren  quellen  und  motive  für  jedermann  zu  tage  liegen
Bismarck  Reden  7,  44;  das  liegt  auszerhalb  seines
gesichtskreises;  das  gute  liegt  so  nah  Goethe  Erinnerung;
  das  liegt  mir  fern;  etwas,  einer  liegt  mir
am  herzen,  im  sinne,  stets  in  gedanken;  seine  verhältnisse
  liegen  im  argen;  etwas  liegt  im  wege,  hindernd,
am  wege,  so  daß  man  es  gerade  mitnehmen  kann;  wie
das  alles  nun  so  weit,  weit  lag  Eichendorff  Taugen.
37;  mag  der  gedanke  zu  grunde  liegen  Bismarck
Reden  12,  185;  etwas  liegt  in  beschlag,  arrest;  ein
sinn,  gedanke  liegt  in  ctwas;  tiefere  bedeutung  liegt
in  dem  mährchen  meiner  kinderjahre  Schiller  Picc.
3,  4;  darin  liegt  ein  unterschied;  das  liegt  im  blute,
u.  s.  w.;  etwas  liegt  an  einem,  rücksichtlich  Ursache  oder
Bestimmung:  alle  schuld  liegt  an  ihm;  der  fehler  aber
liegt  gewisz  nieht  an  der  sache  Möser  Phant.  2,  317;
mit  allgemeinem  es:  so  ligt  es  nu  nicht  an  jemandes
wollen  oder  laufen,  sondern  an  gottes  erbarmen  Röm.
9,  16;  es  liegt  an  ihm,  dem  volk  es  zu  gewähren
Goethe  Faust  II  1;  mit  Hervorhebung  einer  Schuld:
es  liegt  auch  zum  theil  mit  an  dem  richter  Möser
Phant.  3,  304;  Wichtigkeit  betonend:  es  ligt  nut  daran,
es  gilt  gleich  Maaler;  an  wessen  beifall  liegt  mir
denn  sonst?  Lessing  Nath.  3,  7;  daran  wurde  mir

sehr  viel  licgen  Bismarck  Reden  9,  80;  in  der  Formel
M.  Heyne,  Deutsches  Wörterbuch,  II.

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da  liegts,  das  ist  der  Kern  der  Sache:  schlafen!  vielleicht
  auch  träumen!  ja,  da  liegts  Shakespeares  Hamlet
3,  1;  in  den  zeitlichen  Sinn  übergehend:  die  jugendzeit
liegt  hinter  ihm;  es  liegt  noch  .  manches  hindernis
dazwischen  Goethe  Lila  2;  mehr  zeit  erforderlich
als  bis  zum  31.  decbr.  cr.  vor  uns  liege  Preußen  i.  B.
1,  60;  —  mit  Zusätzen  der  Art:  die  sache  liegt  gut,
schlimm  für  dich;  es  liegt  das  spiel  nicht  ganz  zu
meinem  vortheil  Schiller  Wallenst.  Tod  1,  5;  ihr
nehmt  die  sache  völlig  wie  sie  liegt  Lessing  Nath.
3,  7;  in  der  Spr.  der  Weber  und  Kaufleute:  das  zeug
liegt  breit,  schmal.  In  bedeutendem  Sinne:  etwas  liegt
mir,  ist  mir  bequem,  angemessen;  bei  Schauspielern,
Sängern  die  rolle  liegt  mir,  paßt  mir  gut  für  Spiel
oder  Stimme.  4)  liegen,  mit  der  Vorstellung  des
Drückenden  und  Lastenden:  die  strafe  liegt  auf  jm,  auf
das  wir  friede  hätten  Jes.  53,  5;  es  lag  in  (ihnen,  des
Königs  Räten)  hart  Aventin  1,  341;  dasz  alle  gebrechen
  .  .  nur  uns  zu  schulden  liegen  Wieland
Amad.  14,  2;  der  Türk  .  .  ligt  uns  auf  dem  hals
Aventin  1,  58;  jemanden  zur  last,  im  beutel,  auf
der  tasche,  auf  dem  halse  liegen,  bezüglich  des  Unterhalts
  lasten;  bei  Krankheiten:  es  liegt  mir  in  allen
glicdern;  mir  liegt  es  bleischwer  in  den  füszen  Goethe
Faust  I;  bleierner  schlaf  lag  über  allen;  grauc  nacht
liegt  auf  dem  meere  HHeine  16,  171;  mehr  abgeschwächt:
  die  sonne  liegt  den  ganzen  tag  auf  dem  hause;
in  der  ferne  lag  das  mondlicht  auf  der  Nilgebirge
jochen  Freiligrath  1,  153;  grammatisch:  der  ton
liegt  auf  der  stammsilbe;  —  mit  der  Vorstellung  des
Mangels  an  Leben  und  Aufschwung  (vgl.  dazu  auch
danieder  liegen  Bd.  1,  540):  wenn  aber  der  mut  ligt
Spr.  Sal.  18,  14;  so  lieget  auch  die  nahrung  Schuppius
667;  gluhend  trifft  mich  der  sonne  pfeil,  still  liegen
die  weste  Schiller  Spazierg.  17;  eine  sache,  arbeit
bleibt  liegen,  geht  nicht  vorwärts.  5)  in  technischer
Spr.;  bei  den  Fechtern  von  gewissen  Stellungen  (vyl.
dazu  unter  lage  und  lager):  in  der  secund,  in  der
quart  liegen  Frisch;  weil  er  ohne  rücksicht  auf  seine
eigenen  glieder  im  bereich  des  feindlichen  stahles  lag
Freytag  Handschr.  2,  255;  bei  Bergleuten  arbeiten,
eschäftigt  sein:  vor  ort  bei  einem  baue,  auf  dem  gestein
  liegen  Veith;  gern  und  mannigfach  namentlich
im  Part.  liegend:  liegende  gründe,  güter,  im  Gegensatze
  zu  fahrendem  gut,  fahrender  habe  (vgl.  unter
fahren  1);  es  seien  mobilien  oder  ligende  guter
Schuppius  720;  bergmännisch  das  legende,  untere
Seite  eines  Ganges,  Gegensatz  zu  hangendem  (s.  hangen);
liegender  und  stehender  stock,  Erzmasse;  als  Name
von  Gebirgsarten  rotliegendes;  totliegendes,  erzleere
Sandsteinmasse;  Geräte  im  Bergwerk  liegender  zvieling,
  hegende  schwinge,  liegendes  ganzes  kreuz;  in  der
Mechanik  liegendes  rad,  bei  Uhrmachern  liegendes  steigrad,
  in  Druckwerken  liegender  stiefel,  horizontal  gestellter,
  bei  Bauten  liegender  dachstuhl,  wenn  seine
Säulen  schräg  gestellt  sind;  liegende  schrift.  sehr  schräge;
licgende  brücke,  Gegensatz  zur  Zugbrücke.  6)  das
Part.  gelegen  in  mannigfacher  Anwendung;  von  Ortlichkeiten,
  gelegen  sein  wie  liegen  3:  den  graven  von
Helfenstein  .  desses  lant  was  im  aller  nohest  gelegen
D.  Städtechr.  8,  46;  Zurich  ein  uralte  wohnung,  gelegen
am  auszgang  des  sees  Münster  Cosmogr.  522;  hoch--,
flachgelegene  stadt:  einem  ausgebreiteten  wohlgelegenen
vaterlande  Goethe  Du  W.  11;  in  der  Rechtsspr.  gelegenes
  gut  (Weist.  5,  202)  wie  liegendes;  übertragen
auf  Verhältnisse  in  einer  bestimmten  Lage:  weils  jetzt
also  mit  mir  gelegen  BWaldis  Esop  1,  98;  diezer
unterschied  ist  in  der  sachen  beschaffenheit  gelegen
Kant  10,  71;  an  etwas  gelegen  sein,  auf  die  Eignung
für  einen  Zweck  hindeutend  (vgl.  angelegen  unter  anliegen
  1):  daran  ist  mir  viel,  wenig,  nichts  gelegen;
es  ist  vil  daran  gelegen  Dasypodius;  an  ..  der
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liegen.