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solchenfalls der uͤber das Geschaͤft abgeschlossene Kontrakt der genannten Behoͤrde zur
Bestaͤtigung vorgelegt werden. Dieselbe hat jedoch bei dem ihr zustaͤndigen Urtheil
uͤber die Angemessenheit des Preises nur dann eine naͤhere Untersuchung zu ver-
anlassen, wenn nach den ihr vorliegenden Nachrichten eine Verschleuderung an-
zunehmen ist, oder sich sonst gegruͤndeter Verdacht ergiebt, daß eine Simulation
obwalte, und heimlich geschlossene Nebenvertraͤge vorhanden seyn moͤchten, und
sie kann ihre Bestaͤtigung nur dann versagen, wenn sich bei dieser naͤheren
Untersuchung ergiebt, daß der bedungene Preis den Taxwerth der Grundstuͤcke
nicht erreicht.
S. 86.
Was wegen der Rechte der Lehns= und Fideikommißfolger, hypotheka-
rischen Gliäubiger und anderer Realberechtigten, ihrer Zuziehung und der Wahr-
nehmung ihrer Rechte durch die Auseinandersetzungs-Behörde, rücksichtlich der
Ablösungskapitalien verordnet ist, findet auch in dem Falle Anwendung, wenn
sich bei der Verdußerung der Absindungsländereien Ueberschüsse über den zu den
Einrichtungskosten nothwendigen Bedarf ergeben.
*io
I. Wenn die Lehns= oder Fideikommißbesitzer es vorziehen, statt der
ihnen nachgegebenen Verwendung der Ablösungskapitalien oder Verdußcrung
und Verpfändung der Abfindungen, die Errichtungskosten durch Anleihen auf
die Substanz des Hauptguts, einschließlich jener Zubehörungen, zu beschaffen,
so dürfen diese Anleihen nicht die Hälste des Werths der Abfindungen über-
schreiten. Die Feststellung dieses Werths geschieht von der Auseinandersetzungs-
behörde nach den bei der Auseinandersetzung zum Grunde gelegten landüblichen
Abschätzungsprinzipien.
II. Die Lehns= oder Fideikommißbesitzer sind ferner befugt, die Substanz
des Hauprguts auch für den Betrag der Kapitalsabsindungen und Entschädigun-
gen zu verpfänden, welche sie für die zum Lehn= und Fideikommiß geschlagenen
Grundstücke, oder zur Ablösung der auf denselben haftenden Lasten zu ent-
richten haben.
III. Eben dazu sind sie wegen derjenigen Kosten befugt, welche durch
Vermessung und Bonitirung, so wie durch die kommissarischen Verhandlungen
bei allen Geschäften entsteben, die die Ausfährung dieses Gesetzes zum Gegen-
stand haben.
Auf die Kosten der Prozesse, welche durch das Ablösungsgeschäft ent-
stehen, findet diese Bestimmung nicht Anwendung.
IV. Im vorstehend, Nr. I. bezeichneten Falle ist die Höhe der Einrich-
tungskosten, in den Fällen Nr. II. und Nr. III., außerdem aber die wirkliche Verwen-
dung der Abfindungen und Auseinandersetz gskost EIIIIII
ausgefertigtes Attest der Auseinandersetzungsbehoͤrde nachzuweisen, und die Hypo-
the-