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noch vollständigern Sieg über Nesiorius. Aber Dioskurus
fand an dem Roͤmischen Bischof Leo einen Gegner, welchen
erste unglückliche Versuche nicht muthlos machten. Die Synode
von Chalcedon setzte den Dioskurus ab, und das An-#
sehen des Alerandrinischen Stuhls, dessen Bischöfe seit Athanasius
sich immer behauptet hatten, litt hiebei mehr als in ei-/
ner Beziehung. Sie verloren nicht nur ihre bisherige Ueber-:
legenheit in öffentlichen Verhandlungen der morgenländischen-Kirche,
sondern die Gemeine theilte sich auch in mehrere große)
Partien, und wurde durch beständige, innerliche Kriege geschwächt,
in welchen sich alle Gransamkeit der „Religionskriege
und bürgerlichen Kriege vereinigte. Nie heilte diese Wunde:
der Alerandrinischen Kirche. Die letzte Hälfte, des fünften?
und das ganze sechste Jahrhundert verflossen unter halb und
ganz mislungenen Friedensvereinigungen der. verschiedenem:
Partien. Jedes irenische Project veranlaßte immer nur eine.
neue Partie. Durch anderthalbhundertjährige. Zänkereien wa-,
ren die Köpfe nicht kaltblütiger, sondern immer nur erhitzter:
geworden, bis endlich die Araber Aegppten überschwemmten,
und die Christliche Kirche dieser Provinz in die drückendste.
Sklaverei gerieth.
Eben das Schicksal traf Antiochien. Nie hat zwar
dieser Patriarch eine der ganz ersten Rollen unter seinen Collegen
gespielt, wie der von Rom und Alerandrien; nie war
daselbst, was Zufall gewesen seyn muß, ein Mann von ausgezeichneter
Thätigkeit Bischof geworden, und immer sammelten
sich doch auch hier die schismatischen“ (Narreien der
Alerandrinischen Kirche ihre eigenen Haufen, bis endlich die
Eroberungen der Araber auch hier durch allgemeine Unterdrückung
ein Ende machten.
Spittler'd sämmtl. Werke. II. Bd. 6