Contents : Instruktionen für die Alphabetischen Kataloge der Preußischen Bibliotheken.

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einander  verklebt.  Die  Mutterkuchen  sind,  bald  getrennt,  bald  zu
einem  Kuchen  verschmolzen.

Gewöhnlich  sind  Zwillingskinder  kleiner  und  magerer,  als  andere
  Kinder;  doch  ist  das  Gesammtgewicht  beider  immer  größer,  als
das  einer  einfachen  Frucht.  Das  Geschlecht  der  Kinder  ist  bisweilen
verschieden,  häufiger  gleich;  in  einer  gemeinsamen  Zottenhaut  findet
man  immer  nur  Kinder  gleichen  Geschlechts.  Manchmal  ist  ein
Zwilling  hinter  der  Entwicklung  des  anderen  zurückgeblieben.  Stirbt
ein  Zwilling  während  der  Schwangerschaft,  so  kann  er  geboren  werden,
  während  der  andere  zurückgehalten  wird  und  sich  fortentwickelt.
Zuweilen  bleibt  jedoch  der  todte  neben  dem  lebenden  in  der  Gebärmutter
  zurück  und  pflegt  dann  zu  verschrumpfen  und  plattgedrückt
zu  werden  (s.  o.  S.  198.).

§.  330.

Die  Zeichen  einer  Zwillings-Schwangerschaft  sind  sehr
trüglich.  "

Die  Hebamme  kann  eine  Zwillings-Schwangerschaft  vermuthen,
wenn  sie  bei  der  äußeren  Untersuchung  die  Gebärmutter  ungewöhnlich
  ausgedehnt  findet,  und  wenn  sie  dabei  Kindestheile  und  Bewegungen
  in  größerer  Entfernung  von  einander  fühlt,  als  daß  sie  einer
einzigen  Frucht  angehören  könnten,  und  an  zwei  entgegengesetzten
Stellen  deutliche  Herztöne  einer  Frucht  vernimmt.  Die  starke  Ausdehnung
  der  Gebärmuter  kann  auch  durch  ein  einfaches,  sehr  großes
Kind,  oder  durch  zu  vieles  Fruchtwasser  bedingt  sein.  Ein  sehr  großes
Kind  giebt  sich  durch  den  ungewöhnlichen  Umfang  der  einzelnen  fühlbaren
  Kindestheile  zu  erkennen  (s.  o.  5.  304.),  während  bei  Zwillingen
  eher  die  Kleinheit  der  einzelnen  Theile  auffällt.  Bei  zu  vielem
  Fruchtwasser  findet  man  die  Gebärmutter  gleichförmig  gespannt
und  prall  und  fühlt  die  Kindestheile  weniger  deutlich  (s.  o.  5.  315.).

Erst  nach  der  Geburt  des  ersten  Kindes  kann  die  Hebamme
  mit  Sicherheit  erkennen,  daß  noch  ein  zweites  vorhanden
  sei.  Schon  die  Kleinheit  der  geborenen  Frucht,  im  Vergleiche
  mit  dem  Umfange  der  Gebärmutter  in  der  Schwangerschaft,
läßt  sie  die  Gegenwart  desselben  vermuthen.  Zweifellos  wird  diese,
wenn  sie  bei  der  äußeren  Untersuchung  die  Gebärmutter  auch  jetzt