ein ursprünglich niederdeutsches Original auf die
leeren Seiten des Umschlags einer Handschrift theologischen
Inhalts. Er mengt hochdeutsche Sprachformen
in das nur bruchstückweise überlieferte Lied,
das vom Zweikampf des in sein Heimatland zurückkehrenden
Hildebrand mit seineın ihm unbekannten
Sohn Hadubrand handelt, das sög. Hildebrandslied.
(vgl.die Nachbildung des Anfangs der ersten Seite der
Handschrift auf Tafel IV.) Ausser ihm sind nur noch
einige Zaubersprüche volkstümlichen Ursprungs erhalten;
die Merseburger Zaubersprüche und andere
Beschwörungsformeln. Ein Geistlicher dagegen ist
der Dichter des allerdings weltlichen Ludwigsliedes,
einer Verherrlichung des Sieges Ludwigs Ill. über
die Normannen bei Saucourt (881) in rheinfränkischer
Mundart. Originaldichtungen in deutscher Sprache,
wenn auch geistlichen Inhalts und mit heidnischen
Erinnerungen untermischt, sind das sog. Wessobrunner
Gebet und Muspilli. Ersteres wurde in einer
lat. Handschrift des 9. Jahrhunderts im bairischen
Kloster Wessobrunn entdeckt und ist im bairischen
Dialekt abgefasst; letzteres, aus etwas späterer
Zeit stammend und ebenfalls in bairischer
Mundart, erzählt die Schicksale der Seele nach dem
Tode. Endlich ist noch der Strassburger Eid zu
erwähnen, den Karl der Kahle am ı4. Febr. 842
den Kriegern Ludwigs des Deutschen in rheinfränkischer
Mundart leistete, erhalten in Nithards
Fränkischer Geschichte. Hiermit sind die hauptsächlichsten
Reste originaler althochdeutscher Dichtung
erschöpft. Das umfangreichste Werk in althochdeutscher
Sprache, Otfrieds Evangelienbuch, ist
eine freie Bearbeitung der vier Evangelien, eine
sog. Evangelienharmonie, in südfränkischer Mund-Feist
‚ Die deutsche Sprache. 3
Zaubersprüche.
Ludwigslied.
Wessobrunner
Gebet.
Muspilli.
Strassburger
Eid.
Otfried.