Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1857. (48)

—  892  —

K.  5.

Die  Beitraäge  zur  Anlegung  und  Unterhaltung  der  gemeinschaftlichen  Anlage

  werden  von  den  Genossen  nach  Verhältniß  ihrer  betheiligten  Flächen  aufebracht

  und  die  etwanigen  Streitigkeiten  über  die  Ausdehnung  der  betheiligten

lächen  von  den  Verwaltungsbehörden  entschieden.  Zu  den  Kosten  der  Anlage

werden  auch  die  Kosten  für  die  Vorarbeiten  gerechnet,  soweit  sie  von  den  einzelnen

  Interessenten  vorgeschossen  worden  sind.  Die  gemachten  Vorschüsse  werden
  auf  die  zuerst  ausgeschriebene  Beitragsrate  in  Anrechnung  gebracht.

K.  6.

An  der  Spitze  der  Genossenschaft  steht  der  Landrath  des  Gnesener  Kreises
als  Sozietatsdirekror.  Derselbe  führt  die  Verwaltung  nach  den  Bestimmungen
dieses  —  und  den  Beschlüssen  des  Vorstandes  und  vertritt  die  Genossenschaft
  in  allen  Angelegenheiten,  dritten  Personen  und  Behörden  gegenüber,  in
und  außer  Gericht,  wenn  es  nöthig  werden  sollte.

Er  hat  insbesondere:

a)  die  Ausführung  der  gemeinschaftlichen  Anlagen  nach  den  festgesetzten
Pänen  zu  veranlassen  und  dieselben  zu  beaufsichtigen;

b)  die  Hebelisten  anzulegen,  die  Beiträge  auszuschreiben  und  von  den  Sumigen
  event.  durch  administrative  Exekution  zur  Kreis-Kommunalkasse  einzuziehen,
  die  Zahlung  auf  die  Kasse  anzuweisen  und  die  Kassenverwaltung
  zu  revidiren;

„P)  den  Schriftwechsel  für  die  Genossenschaft  zu  führen  und  die  Urkunden
derselben  zu  unterzeichnen.

In  Behinderungsfallen  läßt  der  Landrath  die  Angelegenheiten  der  Genossenschaft
  durch  einen  von  ihm  aus  der  Zahl  der  Vorstandsmitglieder  zu  ernennenden
  Stellvertreter  leiten.

g.

Dem  Sozietätsdirekror  wird  ein  Vorstand  von  vier  Mitgliedern  beigeordnet,
  welcher  unter  dem  Vorsitze  des  Sozietätsdirektors  nach  Stimmenmehrheit
  bindende  Beschlüsse  für  die  Sozietät  zu  fassen,  den  Direktor  in  seiner  Ge-Schäftefübrung
  zu  unterstützen  und  das  Beste  der  Sozietk  überall  wahrzunehmen
  hat.

Bei  erwa  vorkommender  Stimmengleichheit  giebt  die  Stimme  des  Sozietätsdirektors
  den  Ausschlag.

S.  S.