128 Oberbayern unter Ludwig II, dem Strengen.
am 23. April 1271 kaufte Ludwig II von den drei Brüdern
Gebhard, Rapoto und Diepold, den Söhnen Heinrichs,
des jüngern Grafen von Ortenburg-Murach, alle ihre zwischen
der Naab und Vils gelegenen Güter im Nordgau, und 1272
auch deren Stammschloß Murach und den Markt Viechtach;
1272 starb der Graf Siboto von Falkenstein, und Bischof
Konrad von Freysing verlieh die ledig gewordene Besitzung
Falkenstein am Inn dem Herzog Ludwig I;
1277 kaufte Ludwig II die Grafschaft Rotteneck von dem
Bischofe Heinrich II von Regensburg, dem letzten Grafen
von Rotteneck, welcher mit dem Erlöse seine Domkirche ausbaute,
die unter dem Bischofe Leo am 20. April 1273 abgebrannt war.
(Schon Bischof Leo, welcher am 12. Juli 1277 gestorben, hatte
(1275) den Wiederaufbau begonnen);
1281 bekam Ludwig II die Reichslehen der Grafen von
Moosburg und
1282 die leuchtenberg'sche Gerechtsame über Bruck und
Waldeck.
In der Rheinpfalz erwarb Ludwig II 1277 Wißloch durch
Kauf von den Herren von Maisperg:; 1277 Lindenfels und
Bretten vom Markgrafen von Badenz; ferner brachte er an
sich Nußloch im Graichgau, Reutlingen, Heckenheim,
Merklingen und Werschau; dann die Stadt Kaub nebst
Zugehör, die im Besitze des Grafen Werner von Münzberg gewesen
war; endlich die vormalige Grafschaft Alzei, welche nach dem
Aussterben der Wildgrafen, ihrer ehemaligen Besitzer, an den
Pfalzgrafen Ludwig II wahrscheinlich durch Belehnung gekommen ist.
Bei der Wiederbesetzung des deutschen Thrones, der durch
den Tod Richards von Cornwallis (1272) in Erledigung
gekommen, hatte Ludwig II von Oberbayern seinen Einfluß
zu Gunsten des Grafen Rudolf von Habsburg (1273—1291)
geltend gemacht und erhielt dieß dadurch gelohnt, daß ihm der
König seine Tochter Mathilde zur Ehe gab und in dem Streite
über die bayerische Kurwürde, die Heinrich XIII von Niederbayern
für sich allein beanspruchte, weil sein Bruder Ludwig
im Besitze der pfälzischen sei, auf dem Reichstage zu
Augsburg (1275) dahin entschied, daß die bayerische Kurwürde
mit dem Erzamte des Schenken beiden Brüdern gemeinsam,
die pfälzische dagegen dem Herzog Ludwig II allein
zukomme. Dem weiteren Ansuchen Ludwigs II, ihm die Lurch
den Tod des Premislaus Ottokar II ledig gewordenen Herzog-