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liebe not; die bunten seifenblasen des lieben leeren
erdentands Hölty 200; — in zärtlicher Rede, von einem
der geliebt zu werden verdient: ein liebes weibchen,
mit der ich mich vertragen werde Goethe Stella 1;
so ein lieb ding im arm zu haben Faust I. 2) lieb
substantivisch; im Masc. und Fem. der, die liebe, Plur.
die lieben, von Verwandten, Freunden, Geliebten: das
jr meine liebe nicht aufweckt Hohel. 8, 4; für meine
lieben liesz ich leib und blut Goethe Faust 1; da
sitzet mein lieber Uhland 30; in der Anrede: lieber,
verlas uns nicht 4. Mos. 10, 31; o lieber, o süszer!
Bürger Untreue üb. Alles; ich grusze die getreuen,
licben Goethe Faust II, 1; auch oft ironisch, zurückweisend:
nein, mein lieber, daraus wird nichts!; Superl.
der, die liebste in Bezug auf Freunde, Verwandte,
Geliebten oder Geliebte: grüszet Epenetum, meinen
liebsten Röm. 16, 5; dasz sich einer in des andern seine
liebste verliebt hat Lessing Freigeist 5, 6; in älterer
Spr. auch für Ehemann oder -frau, gern titelhaft: was
macht denn Ihre frau liebste Gellert kranke Frau 9;
vgl. auch eheliebste; — Neutr. etwas liebes, in persönlichem
Sinne, ein Liebchen meinend: ein haus
er mag da etwas liebes haben Schiller 4, 330; gewöhnlicher
auf Dinge, Zustände, Güter weisend: einem
ctwas liebes thun, erweisen; hab so manch guts und
liebs in dir genossen Schiller Räub. 5, 1; sei es liebes
oder leides Bürger Huldigungslied; nichts liebes war
uns fern Uhland 27; in den Steigerungsgraden: es
ist nichts liebers auf erden, denn ein züchtig weib
Sir. 26, 19; das ist mir das liebste; gott. reiszt oft
unser liebstes hin Fleming 322. 3) licb prädicativ,
nur in gewissen Formeln: einen lieb haben, behalten,
einen oder etwas lieb gewinnen; einen frölichen geber
hat gott lieb 2. Cor. 9, 7; ich . hatte sie (die Bibel)
lieb und wertà Goethe DuW. 7; bebalten Sie mich
lieb Rabener Briefe 92; lieb sein, einer oder etwas
ist lieb, mir lieb: ein kluger man ist lieb und werd
bei fürsten Sir. 20, 29; swie liep si mir von herzen
sĩ Walther 66, 13; bei allem beschwöre ich Sie, was
Ihnen auf der welt lieb ist Lessing Schatz 7; sei es
mir oder euch lieb oder leid Freytag Ahnen 4, 340;
mit abhängigem Satz: es ist mir lieb . das ich mich
heut fur dir verantworten sol Ap. Gesch. 26, 2; lieb
auch hier — liebenswert (vgl. oben 1 a. E.): mein schatz
ist lieb und gut Goethe Vor Gericht; daran angeschlossen:
er (der Vogel) thut gar zu lieb Werther II;
von Dingen: alles, was mich dazu trieb, gott! war
so gut! ach war so lieb! Faust I; manches in diesem
einfachen leben . erschien ihm lieb und begehrungswerth
Freytag Handschr. 1, 113. 4) als Adverb, in
älterer Spr. in Vergleichungssätzen, für gern: dasz ich
.. fast so lieb wolte von dem Turken gefangen sein,
als in solcher qualität zu hofe lcben Weise Erzn. 174;
in neuerer zärtlicher Rede: die lufte wehen lieb und
lind HHeine 15,22; der Comp. leber in Vergleichungssätzen,
vor als oder denn: du redest lieber böses denn
gutes Pf. 52, 5; lieber bestie, als so ein mensch!
Lessing Minna 1, 4; auch mit ehe: er stirbt lieber,
ehe er bettelt; in Formeln je länger (je ener), je lieber;
ohne ausdrückliche Heranziehung des Vergleichs: so wær
ich vil lieber töt Gov Neifen 52, 9; ien wollte aber
lieber, alle menschen weren wie ich 1. Cor. 7, 7; der
. lieber hungert, lieber bettelt! Goethe Faust 1;
wärest du lieber weggeblieben; abwehrend, zweifelnd,
wundernd lieber gar! vgl. dazu gar 2 a. E.; für den
Superl. steht am liebsten: welches sie mir am liebsten
gönnen will Weise Erzn. 59; am liebsten betracht
ich die sterne Eichendorff Taugen. 78; die adverbialen
Steigerungsformen mit haben oder sein: Israel
aber hatte Josoph lieber denn alle seine kinder 1. Mofs.
37, 3; wol und recht thun, ist dem herrn lieber, denn
opfer Spr. Sal. 21, 3; ich habe ihn am liebsten unter
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allen freunden; (Dinge) die uns am liebsten sind
Gellert Fab. 3, 31. 5) eine versteinerte Koseform
licber, als Gegensatz des bedauernden leider (Sp. 617),
in der Anrede der älteren Spr. bis ins 18. Ih. hebt
sich von dem unter 2 aufgeführten lieber nur ab, wenn
weibliche Personen oder Mehrere angeredet werden:
lieber, singet uns ein lied von Zion Ps. 137, 3; lieber
50 sage doch du seist meine schwester 1. Mos. 12, 13;
o lieber! so gönnen Sie mir doch eine blindbeit (Luise
zur kady) Schiller Kab. 4,7. — Zusammensetzungen:
liebäugeln, liebe Augen machen, mit Augeln lieb sein:
solch liebäugeln Garg. 83; in freierem Sinne, Gunst
verlangen oder zeigen; mit dem weine in der flasche
liebäugeln, begehrlich; im kerker . wo die nacht mit
der hölle liebäugelt Schiller Kab. 2, 6. Im Scherz
von Schielenden Frisch. — Liebhaber, m. der lieb hat,
mhd. liephaber; in älterer Spr. — Freund, Verehrer
im Allgemcinen: die sünder lieben auch jre liebhaber
Luc. 6, 32; dusz gott . bei seinen freunden und liebhabern
sei in aller ihrer noht Schuppius 261; im
Besondern der ein Weib lieb hat und sich um sie bewirbt:
amator Uphaber Dief.; ich glaubte, du wärest
blosz mein guter freund: aber ach! du bist mein liebhaber
Weiße kom. Op. 1, 137; nun war aus einem
liebhaber ein bräutigam geworden Goethe W. Meister 6;
vom geliebten unterschieden: ihr geliebter entfernte sich,
ein unbequemer liebhaber drohte zu kommen 1, 12;
in der Spr. der Bühne Schauspieler, der die Rollen
eines Liebenden zu geben hat; — auf Eigenschaften, Güter,
Dinge bezogen: du liebhaber des lebens Weish. Sal.
11, 27; ein liebhaber der heiligen schrift Schuppius 3;
in neuerer gewöhnlicher Rede häufig liebhaber von etwas,
ich bin kein lichhaber vom spiel; der von solchen
auszerordentlichen fällen kein sonderlicher liebhaber
war Goethe W. Meister 1, 13; auch: diese ware ist
für den liebhaber; in Bezug auf Künste: liebhaber und
kenner W. Meister 3, 6; die Sulzersche theorie mehr
für den liebhaber als den kunstler DuW. 12. — Liebhaberei,
f. Vorliebe für etwas, bezogen auf die Neigung,
sich mit irgend etwas andauernd zu beschäftigen: liebhaberei
zum schauspiele Goethe W. Meister 1,6; besondere
liebhabereien die Vögel. — Liebhaberin, k. weiblicher
Liebhaber, in jeder Bed. des Masc. — liebkosen,
Zärtlichkeit bezeugen; im Mhd. aus getrenntem lieb (auch
adverbial liebe) kosen entstanden, mit der ältesten Bed.
traulich plaudern (vgl. auch kosen): solt ich mit jr liebkosen
Ambraser Liederb. 169, 43; später = schmeicheln
durch schöne Worte: lieb kosen oder reden, adulare
Voc. 15. Ih.; sprichwörtlich: wer eine schöne frau oder
schwester hat, dem liebkost jedermann Pistorius
6, 87; woraus endlich die jetzige weitere Bed. erwächst:
blandiri liebkosen Dief.; strich der fragerin liebkosend
über das haar Freytag Ahnen 5, 108; mit Dat. der
Person: er liebkosete ihnen so schön Wieland
Grazien 3; wenn er ihr, der blonden, liebkost Geibel
6, 59; mit Acc.: sie liebkoste ihn auf das anmuthigste
Goethe W. Meister 2, 12; wenn ich deine hand liebkose
Platen Gas. 27; neben den Formen zu liebkosen
und geliebkost (geliebkost jetzt von ihrer zärtlichkeit
Schiller M. Stuart 2, 7) finden sich die loseren Verbindungen
liebzukosen und liebgekost: der seele
liebzukosen (durch Wohlgerüche) Brockes 7, 119; nicht
zu geschäftig liebgekost um den Walter! Voß Luise
2, 423. — Liebkosung, k. Handlung und Gebärde des
Liebkosens: mit ihren liebkosungen, ihren umarmungen
Schiller Räub. 1, 3; vor deinen liebkosungen konnt
ich sie nicht bewahren Kab. 5, 2.
Lieb, n. etwas Liebes; substantivisch gebrauchtes
Neutr. des vorigen Adj., auf Sächliches bezogen: dem
herzecliches liep geschiht Minnes. Frühl. 153, 15; in
festen Formeln: in lieb und leid PGerhard 48; einem
etwas zu lieb, zu liebe thun; kfur lieb, vor lieb nehmen;
liebäugeln — Lieb.