Contents : Europäischer Geschichtskalender. Fünfter Jahrgang. 1864. (5)

Aulgemeine  Chronik.  11

4.  April.  (England).  Hr.  Stansfeld  sieht  sich  aus  Rücksichten  für  den  Kaiser

























der  Franzosen  genöthigt,  von  seiner  Stelle  als  einer  der  Lords  der  Admiralität
zurückzutreten.    

„  (Ver.  Staaten).  Der  Congreß  erklärt  einstimmig,  nicht  anzuerkennen,
daß  die  Monarchie  auf  den  Ruinen  amerikanischer  Republiken  unter  Mitwirkung
  europäischer  Mächte  begründet  werden  könne.  Der  Senat  tritt  indeß
dem  Beschlusse  einstweilen  nicht  bei.  .

7.  „  (Deutsch-dänischer  Krieg.  —  Schleswig).  300  Notable  kommen  in
Schleswig  zusammen  und  wählen  40  Delegirte,  um  gemeinsam  mit  den
Mitgliedern  der  holsteinischen  Stände  die  Landesrechte  gegenüber  der  Londoner
Conferenz  zu  wahren.  ç  »

8.  „  (Griechenland).  Die  Nat.-Versammlung  genehmigt  den  Beitritt  zum
Protokoll  der  Großmächte,  betreffend  die  Vereinigung  der  Jonischen  Inseln.

9.  „  (Oesterreich).  Der  Kaiser  trifft,  nachdem  die  eingetretene  Differenz  zwischen
  ihm  und  dem  Erzherzog  Max  beigelegt  ist,  mit  den  Ministern  Rechberg
und  Schmerling  und  den  drei  Hofkanzler-Stellvertretern  in  Miramare  ein
und  vollzieht  die  Staatsacte  mit  dem  Erzherzog  Max  wegen  Annahme  der  mexicanischen
  Kaiserkrone,

10.  „  [Merico).  Empfang  der  mexicanischen  Deputation  durch  den  Erzherzog
Max  in  Miramare:  Annahme  der  mexican.  Kaiserkrone.  Vertrag  des  neuen
Kaisers  mit  Frankreich  und  Abschluß  einer  Anleihe  von  305  Mill.  Fr.

11.  „  (Deutschland.  —  Nassau).  Die  I.  Kammer  beschließt  eine  Antwortsadresse
  auf  die  Thronrede,  in  der  sie  sich  für  den  Handelsvertrag  mit  Frankreich
ausspricht  und  die  Unzufriedenheit  des  Landes  mit  dem  bestehenden  Regierungssystem
  constatirt.  Der  Herzog  lehnt  es  ab,  die  Adresse  entgegen  zu  nehmen.

„  (England)  Garibaldi  in  England.  Großartiger  Einzug  desselben  in
London.  Die  englische  Aristocratie  erweist  ihm  die  ausgesuchtesten  Ehren.
Der  Prinz  von  Wales  besucht  ihn.  ·

13.  »(Deutfchland.——Baben). Eine vomE rzbischof von  Freiburg  einberufene
Versammlung  von  Delegirten  sämmllicher  kathol.  Landcapitel  kündigt  der  beabsichtigten
  Schulreform  energischen  Widerstand  an.

14.  „  (Deutschland.  —  Bundestag).  Die  Bundesversammlung  beschließt  auf
den  Antrag  des  Ausschusses,  die  Londoner  Conferenz  durch  einen  Bevollmächtigten
  mit  einer  ganz  allgemein  gehaltenen  Instruction  zu  beschicken  und
wählt  dazu  den  sächsischen  Staatsminister  v.  Beust.  Bayern  bleibt  mit  seinen
Gegenanträgen  wie  bei  der  Wahl  des  Gesandten  mit  wenigen  Stimmen  in
der  Minderheit.

b„(Turkei.  —  Tunis).  Aufstand  der  arabischen  Stämme  des  Südens  gegen  den
Bey.  Sie  verlangen  die  Beseitigung  der  Constitution,  die  Wiederherabsetzung
der  Kopfsteuer  und  die  Entlassung  der  Minister.

„  (Merico).  Kaiser  Max  schifft  sich  in  Triest  nach  Mexico  ein.  Er  geht
zuerst  nach  Rom,  um  den  Segen  des  Papstes  einzuholen.
15.  „  (Schweiz).  Der  Bundesrath  entzieht  Mazzini  neuerdings  das  Asylrecht.
„  (Spanien).  Differenz  zwischen  der  Regierung  von  Peru  und  dem  spanischen
  „Commissär“"  Mazarredo.  Eine  spanische  Flotille  besetzt  in  Folge  davon

die  Chinchas-Inseln.

„  (Rußland).  Der  Finnische  Landtag  wird  durch  eine  kaiserl.  Botschaft  in
russischer  Sprache  geschlossen.

16.  „  (Deutschland.  —  Zollverein).  Oesterreich  richtet,  nachdem  die  Besprechung
  mit  Preußen  in  Prag  zu  keinem  befriedigenden  Resultate  geführt
hat,  eine  energische  Depesche  an  Bayern  und  die  mit  diesem  verbündeten  Zollvereinsregierungen,
  um  eine  endliche  Entscheidung  über  seine  Vorschläge  vom
10.  Juli  1862  zu  veranlassen.

17.  „  (Deutschland.  —  Holstein).  250  Beamtete,  welche  dem  Könige  Christian
im  vorigen  Jahre  gehuldigt  hatten,  beschließen  auf  einer  Versammlung  in
Neumünster,  ihre  Huldigung  zurückzunehmen.