Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1869. (60)

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mungs-  und  sonstigen  Wasserverhältnisse  ein  Wasserbauverständiger  beigeordnet
werden  kann,  werden  von  der  Regierung  ernannt.

Mit  dem  Resultate  der  Untersuchung  werden  die  Beschwerdeführer  und
der  Vorstand  bekannt  gemacht.  Sind  beide  Theile  mit  dem  Resultate  einverstanden,
  so  wird  das  Kataster  danach  berichtigt,  andernfalls  werden  die  Akten
der  Regierung  zu  Königsberg  zur  Entscheidung  über  die  Beschwerden  eingereicht.
Binnen  sechs  Wochen  nach  erfolgter  Bekanntmachung  der  Entscheidung  ist  Rekurs
  dagegen  an  den  Minister  für  die  landwirthschaftlichen  Angelegenheiten  zulässig.

Wird  die  Beschwerde  verworfen,  so  treffen  die  Kosten  derselben  den  Beschwerdeführer.
  Das  festgestellte  Kataster  wird  von  der  Regierung  ausgefertigt
und  dem  Verbandsvorstande  zugestellt.

KC.  5.

Der  Staat  gewährt  dem  Verbande  die  Kosten  für  die  Vorarbeiten,  ferner
während  der  Bauausführung  die  Remuneration  des  Königlichen  Kommissarius
und  des  Bautechnikers  (H.  21.)  und  außerdem,  sobald  und  soweit  die  Mittel  des
Central-  Meliorationsfonds  dies  gestatten,  das  Anlagekapital  als  Darlehn,  welches
  fünf  Jahre  zinsfrei  ist.

Nach  Ablauf  der  fünf  Jahre  wird  das  Darlehn  mit  drei  Prozent  verzinft
und  außerdem  mit  zwei  Prozent  amortisirt,  dergestalt,  baß  jährlich  fünf  Prozent
des  ursprünglichen  Darlehnsbetrages  in  halbjährlichen  Raten  postnumerando
gezahlt  werden,  und  davon  drei  Prozent  des  jedesmaligen  Darlehnsrestes  auf
Bsen,  der  Ueberschuß  aber  als  Kapitalstilgung  berechnet  wird.

S.  6.

Jedes  Mitglied  hat  dem  Verbande  von  seinen  Grundstücken  diejenigen
Flächen,  welche  zum  Bau  der  Zuleitungs=  und  Ableitungsgräben  erforderlich  sind,
sowie  alle  nöthigen  Materialien  soweit  ohne  Entschädigung  abzutreten,  als  der
bisherige  Nutzungswerth  nach  voraussichtlicher  Schätzung  durch  die  ihm  demnächst
verbleibende  Grasnutzung  auf  den  Dammböschungen  und  Uferwänden  und  durch
die  sonstigen  aus  den  Meliorationsanlagen  erwachsenden  zufälligen  Vortheile  aufewogen

  wird.  Streitigkeiten  hierüber  werden,  mit  Ausschluß  des  Rechtsweges,
schiedeichderlig,  entschieden  (I.  17.).

Die  sonstigen  zur  Ausführung  der  Melioration,  namentlich  zur  Anlegung
der  Gräben,  Brücken,  Schleusen,  Wehre  und  Wege  erforderlichen  Grundstchk
werden  im  Mangel  der  Einigung  von  der  Sozietät  nach  den  Vorschriften  des
Gesetzes  über  die  Benutzung  der  Hrivatflüsfe  vom  28.  Februar  1843.  zur  servitutarischen
  Benutzung,  resp.  als  Eigenthum  erworben.  Danach  steht  die  Entscheidung
  darüber,  welche  Grundstücke  für  obige  Zwecke  in  Anspruch  zu  nehmen
sind,  der  Regierung  in  Königsberg,  mit  Vorbehalt  des  innerhalb  einer  Präklusiofrist
  von  sechs  Wochen  einzulegenden  Rekurses  an  das  Königliche  Ministerium
für  die  landwirthschaftlichen  Angelegenheiten,  zu.

Die  Ermittelung  und  Feststellung  der  Entschädigung  erfolgt  ebenfalls  durch

Jahrgang  1869.  (Nr.  7421.)  98  die