Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1872. (63)

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Ueber  die  Befugniß,  auf  Verwandlung  der  Reallasten  in  eine  Roggenrente
  oder  auf  vollständige  Ablösung  anzutragen,  entscheiden  jedoch  nicht  jene
Festsetzungen,  sondern  die  Bestimmungen  dieses  Gesetzes.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Königlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  27.  April  1872.

(I.  S.)  Wilhelm.

Fürst  v.  Bismarck.  Gr.  v.  Roon.  Gr.  v.  Itzenplitz.  v.  Selchow.
Gr.  zu  Eulenburg.  Camphausen.  Falk.

 

(Nr.  8029.)  Gesetz,  betreffend  den  Ankauf  der  Taunusbahn,  Zahlung  eines  Beitrages  zu  den
Baukosten  einer  Eisenbahn  von  Langelsheim  nach  Clausthal,  sowie  Herstellung
  des  zweiten  Geleises  auf  den  Bahnstrecken  von  Bremen  bis
Geestemünde,  von  Hannover  bis  Kreiensen  und  von  Schneidemühl  über
Konitz  nach  Dirschau.  Vom  3.  Mai  1872.

Wir  Wilhelm)  von  Gottes  Gnaden  König  von  Preußen  2c.

verordnen,  unter  Zustimmung  beider  Häuser  des  Landtages  der  Monarchie,  was  folgt:
S.  1.
Der  Minister  für  Handel,  Gewerbe  und  öffentliche  Arbeiten  wird  ermächtigt:

1)  für  Rechnung  des  Staats  von  der  Hessischen  Ludwigs.  Eisenbahngesellschaft
die  Taunus-Eisenbahn  inkl.  Zweig=  und  Seitenbahnen,  mit  dem  gesammten
Betriebsmaterial  und  allem  sonstigen  Zubehör  zum  Preise  von  5,010,000
Gulden  Süddeutscher  Währung  nebst  5  Prozent  Zinsen  vom  1.  Januar
1872.  bis  zum  Tage  der  Jahlung  nach  näherer  Maßgabe  des  beigedruckten
Vertrages  vom  26./29.  Januar  1872.  käuflich  zu  übernehmen,  gemäß
G.  .  dieses  Vertrages  die  auf  der  Westseite  der  Stadt  Frankfurt  a.  M.
gelegenen  Bahnhöfe  umzubauen  und  daselbst  mit  der  Hessischen  Ludwigs-Eisenbahngesellschaft
  eine  gemeinschaftliche  Personenstation  herzustellen

2)  eine  Subvention  bis  zum  Betrage  von  500,000  Thalern  zum  Bau  einer
Eisenbahn  von  Langelsheim  nach  Clausthal  zu  zahlen;

3)  zur  Herstellung  des  zweiten  Geleises  auf  den  Bahnstrecken  von  Geestemünde
  nach  Bremen  und  von  Hannover  nach  Kreiensen  neben  dem  von
der  Stadt  Bremen  für  die  erstere  Strecke  zu  leistenden  Zuschusse  und
den  für  den  Zweck  disponiblen  etatsmäßigen  Mitteln  die  Summe  von
935,200  Thalern  zu  verausgaben;

4)  von  den  durch  das  Gesetz  vom  9.  März  1867.  (Gesetzsamml.  für
1867.  S.  393.)  bewilligten  Geldmitteln  die  Summe  von  2,825,000
Thalern,  statt  zum  Ausbau  des  zweiten  Geleises  auf  der  Strecke  von
Schneidemühl  über  Bromberg  nach  Dirschau,  zur  Anlage  des  zweiten
Geleises  auf  der  Abkürzungsstrecke  der  Ostbahn  von  Schneidemühl  über
Konitz  nach  Dirschau  zu  verwenden.  6.2