6 Die Reichsbanl von 1901 bis zum Ausbruch des Weltkrieges
kamen auf die gleiche Einwohnerzahl 1913 91,3 Kkm. Wie sehr der Ausbau
des Bahnnetzes ein Bedürfnis war, ergibt sich aus den Ziffern des Gütertransportes.
In Tonnenkilometern belief sich der Gesamttransport im Jahre
1875 auf 10,4, im Jahre 1900 auf 37 und im Jahre 1913 auf 61,7 Milliarden.
Gleichzeitig mit dem Eisenbahnverkehr wuchs der Schiffsverkehr. Der
Nettorauminhalt der mit Ladung in deutsche Häfen einlaufenden Seeschiffe,
der im Jahre 1875 5¼ Millionen Reg.Tons und im Jahre 1900 über
17 Millionen Reg.Tons betrug, hat sich bis zum Jahre 1913 auf 317/ Millionen
Reg.Tons gehoben, mithin nahezu verdoppelt.
Das Bild glänzender wirtschaftlicher Aufwärtsbewegung gelangt in den
den Außenhandel kennzeichnenden Ziffern scharf zum Ausdruck. Der Wert des
gesamten deutschen Außenhandels war in den Jahren 1875 bis 1900 von 6138
auf 10 377 Millionen Mark jährlich gestiegen. Im Jahre 1913 erreichte er
die Höhe von 20 867 Millionen Mark. Die Kurve der deutschen Ausfuhr zeigte
vom Jahre 1901 ab ein fast dauerndes (nur im Jahre 1908 unterbrochenes)
Ansteigen. Der Wert der deutschen Ausfuhr wuchs von 4431,4 Millionen Mark
im Jahre 1901 auf 10 097,2 Millionen Mark im Jahre 1913 und im ersten
Halbjahr 1914 auf 5069,5 Millionen Mark (gegen 4 943,4 Millionen im ersten
Halbjahr 1913). Die Kurve der deutschen Einfuhr ergibt ein entsprechendes
Bild. Ihr Wert stieg von 5421,2 Millionen Mark im Jahre 1901 auf
10 769,7 Millionen Mark im Jahre 1913 und im ersten Halbjahr 1914 auf
5477,6 Millionen Mark (gegen 5431,5 Millionen im ersten Halbjahr 1913).
Der Passivsaldo der deutschen Handelsbilanz, der im Jahre 1901 noch 989,9 Millionen
Mark betrug, war im Jahre 1913 (allerdings nach mannigfachen Verschlechterungen
in der Zwischenzeit und unter besonders günstigen Umständen)
auf 672,5 Millionen Mark zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 1914 stellte
er sich nur auf 408,1 Millionen gegen 488,1 Millionen Mark im ersten Halbjahr
1913. Übrigens war diese aufsteigende Entwicklung des Außenhandels
in den 13 Jahren vor Kriegsausbruch nicht auf Deutschland allein beschränkt.
Insbesondere hatten Frankreich, Großbritannien, Italien und die Vereinigten
Staaten von Amerika ebenfalls ein erhebliches Ansteigen ihres Außenhandels
zu verzeichnen.
Im Zusammenhang mit der steigenden Wirtschaftsentwicklung hob sich
die Einfuhr von Gold. Sie betrug in den Jahren 1901 bis 1913 unter Ausschluß
des Bruchgoldes und Pagamentes 14 152 Doppelzentner im Werte von
3708 Millionen Mark, wozu im ersten Halbjahr 1914 noch rund 403 Doppel-