Willenserklärung *133—140
ift.“) Die Zustellung erfolgt nach den Vorschriften der Zivilprozeßordnung.“1)
Befindet sich der Erklärende über die Person desjenigen, welchem
gegenüber die Erklärung abzugeben ist, in einer nicht auf Fahrlässigkeit
2) beruhenden Unkenntnis oder ist der Aufenthalt dieser Person
unbekannt, so kann die Zustellung nach den für die öffentliche Zustellung
einer Ladung geltenden. Vorschriften der Zivilprozeßordnung erfolgen.s)
Zuständig für die Bewilligung ist im ersteren Falle das Amtsgericht, in
dessen Bezirke der Erklärende seinen Wohnsitz oder in Ermangelung
eines inländischen Wohnsitzes seinen Aufenthalt hat, im letzteren Falle
das Amtsgericht, in dessen Bezirke die Person, welcher zuzustellen ist, den
letzten Wohnsitz oder in Ermangelung eines inländischen Wohnsitzes den
letzten Aufenthalt hatte.
§ 133. Bei der Auslegung einer Willenserklärung ist der wirkliche
Wille zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinne des Ausdrucks
zu haften.“)
* 134. Ein Nechtsgeschäft, das gegen ein gesetzliches Verbot verstößt,
ist nichtig, wenn sich nicht aus dem Gesetz ein anderes ergibt.“)
§ 135. Verstößt die Verfügung “) über einen Gegenstand gegen
ein gesetzliches Veräuherungsverbot, das nur den Schutz bestimmter Personen
bezweckt, so ist sie nur diesen Personen gegenüber unwirksam.“)
Der rechtsgeschäftlichen Verfügung steht eine Verfügung gleich, die im
Wege der Zwangsvollstreckung oder der Arrestvollziehung erfolgt..)
Die Vorschriften zugunsten derjenigen, welche Rechte von einem
Nichtberechtigten herleiten, finden entsprechende Anwendung.-)
§ 136. Ein Verünßerungsverbot, das von einem Gericht oder von
einer anderen Behörde innerhalb ihrer Zuständigkeit erlassen wird, steht
einem gesetzlichen Veräußerungsverbote der im 8 135 bezeichneten
Art gleich.7o)
§ 137. Die Befugnis zur Verfügung über ein veräußerliches
Recht kann nicht durch Rechtsgeschäft ausgeschlossen oder beschränkt
werden. Die Wirksamkeit einer Verpflichtung, über ein solches Recht
nicht zu verfügen, wird durch diese Vorschrift nicht berührt.71)
§ 138. Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt,
ist nichtig.7:)
Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter
Ausbentung der Notlage, des Leichtsinns oder der Unerfahrenheit eines
anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile
versprechen oder gewähren läßt, welche den Wert der Leistung dergestalt
übersteigen, daß den Umständen nach die Vermögensvorteile in auffälligem
Mißverhältnisse zu der Leistung stehen.7s)
§139. Ist ein Teil eines Nechtsgeschäfts nichtig,!) so ist das
ganze Nechtegeschäft nichtig, wenn nicht anzunehmen ist, daß es auch ohne
den nichtigen Teil vorgenommen sein würde.“)
§ 140. Entspricht ein nichtiges Rechtsgeschäft den Erfordernissen
eines anderen Nechtsgeschäfts, so gilt das letztere, wenn anzunehmen ist,
daß dessen Geltung bei Kenntnis der Nichtigkeit gewollt sein würde.7e)
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