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wird in erster Linie aus der zur Gefechtsbatterie gehörigen
Staffel, demnächst aus der zu jeder Abteilung
gehörigen leichten Munitionskolonne gedeckt. Dabei
werden leere Munitionswagen der Gefechtsbatterie
gegen volle der leichten Munitionskolonne ausgetauscht.
Ist ihr Heranführen an die Feuerlinie nicht
möglich, so wird die Munition an die Geschütze herangetragen.
Unter dringenden Umständen fahren bespannte
Munitionswagen auch im feindlichen Feuer
bis in die Feuerlinie vor. Die leeren leichten Munitionskolonnen
werden aus den Artillerie-Munitions-=kolonnen
gefüllt, und zwar soweit angängig auf dem
Gefechtsfeld. In eiligen Fällen werden Artillerie-Munitionskolonnen
oder Teile von ihnen an die Feuerlinie
herangezogen. Nach dem Gefecht wird der Ersatzbedarf
der Batterien und leichten Munitionskolonnen
aus den Artillerie-Munitionskolonnen gedeckt.
Auch bei der schweren Artillerie haben einzelne
Kaliber den Munitionswagen in der Feuerstellung
stehen; sonst ist die Munition bei den Geschützen nieder-II.
Technik und Kriegführung
gelegt. Der Ersatz erfolgt aus der Stassel und den
leichten Munitionskolonnen, deren Ergänzung aus
den schweren Artillerie-Munitionskolonnen vorgenommen
wird, sofern diese nicht die Munition unmittelbar
in die Feuerstellung bringen. Der Munitionsnachschub
bei der schweren Artillerie ist nicht einfach,
denn die Granaten ihrer Geschütze sind so’schwer,
daß nur ganz wenige in einem Munitionswagen
Platz finden. Es wird daher von Munitions-Kraft.
wagen ausgedehnter Gebrauch gemacht.
In Stellungskrieg ist durch Anlage ständiger
Munitionsdepots im Kampfgebiet in nächster Nähe
der Feuerstellungen der Munitionsersatz wesentlich
erleichtert. Im Gebirgskrieg erfolgt der Munitionsnachschub
auf den oft recht schwierigen Bergpfaden
durch Tragetiere und das Vortragen der
Munition an die Geschütze durch die Mannschaften
selbst. Bei Stellungskämpfen im Gebirge wird der
Munitionstransport vielfach auch durch Drahtseilbahnen
und Aufzlige bewirkt.
Der Luftkrieg
von Reg.-Rat Dipl.-Ing. Paul Neiniger in Friedrichshagen
Hlerzu Tafeln Lustkrieg 1 und lle.
Um den Luftkrieg als Sondergebiet des Weltkrieges
richtig zu würdigen, muß man 8 die vielfachen Verwendungszwecke
der Luftfahrzeuge vor Augen halten.
Diese dienen der Erkundung, der Nachrichtenübermittlung,
dem Transport, dem Angriff, der Abwehr.
Hauptaufgabe ist der Erkundungsdienst; hier hat
das Luftfahrzeug die Kavallerie, die Infanterie-, Radfahrer=
und Kraftfahrerpatrouillen zum großen Teil
ausgeschaltet. Zur Nahaufklärung gehören die
Zielermittlung sowie die Beobachtung der artilleristischen
Feuerwirkung. Hierzu wird vornehmlich der
Fesselballon und das schnelle, nicht oder leicht bewaffnete,
mit wenig Betriebsstoff versehene Flugzeug
verwendet. Die Beobachtungsergebnisse werden vom
Fesselballon durch Fernsprecher übermittelt, vom
Flugzeug durch Abwurf oder besondere Signalmittel
(Meldewimpel, Nauchbombe, Leuchtpistole. Rußapparat,
Auspufspfeife, Spiegelsignale, drahtlose Telegraphie).
Die Fernaufklärung, früher Sache der
Kavallerie in größeren Verbänden, liegt jetzt fast ausschließlich
den schwereren Flugzeugen mit großem
Aktionsradius und stärkerer Bewaffnung sowie den
Luftschiffen ob. Sie wird häufig mit dem Bombenangriff
auf feste Ziele, wie Städte, Truppen= und
Munitionslager, verbunden. Die Meldung erfolgt
durch drahtlose Telegraphie oder persönlichen Bericht
des Beobachters. Auch die photographische Aufnahme
des zu erkundenden Gebietes vom Luftfahrzeug aus
mittels besonderer Kameras spielt für die Aufklärun
eine bedeutende Rolle. Zur Erkundung gehört auch
die Aufspürung von Unterseebooten durch Wasserflugzeuge.
— Far# reinen Nachrichtenübermittlung
dienen schnelle Flugzeuge nur dann, wenn
Fernsprechkabel und drahtlose Anlagen zerstört sind.
Zu reinen Transportzwecken wird das Flugzeug
nicht viel verwendet, nur zum Heranschaffen höherer
Führer an wichtige Punkte, von Ärzten, Verbandsmaterial,
Infanteriemunition und Proviant, zum
Fortschaffen Verwundeter, Aussetzen und Wiederholen
von Spionen und mit besonderen Aufgaben
betrauten Personen hinter den feindlichen Linien.
Die Verwendung als reines Kampfmittel ist
neben der Erkundung das wichtigste Anwendungsebiet
der Luftfahrzeuge. Zum Angriff auf größere
Hieie am Erdboden und auf Schiffe dienen Abwurf.
geschoss und zwar vornehmlich Spreng-und Brandomben.
Ihre Größe und Zahl richtet sich nach dem
Angriffsobjekt und der Tragfähigkeit des Luftfahrzeuges.
Im allgemeinen haben die größten Sprengbomben
ein Gewicht von 6-— 10 Zentnern (s. Taf. I,
Fig. 2), doch sind vereinzelt bereits 20-Zir.-Bomben
verwendet worden. Da für das sichere Treffen des
Zieles Eigengeschwindigkeit und Flughöhe des Luftfahrzeuges
sowie Windstärke und Windrichtung zu
verücksihtigen find, haben die Luftschiffe und Bombenflugzeuge
besondere Ziel- und Abwurfeinrichtungen.
Zum Angriff auf Truppenkörper hat man auch (ohne
besondere Erfolge) Fliegerpfeile verwendet, unten
Peige oben mit Luftführungsrillen versehene Stahl.
stäbe von Bleistiftstärke, die lediglich durch ihr Fallgewicht
geschoßartig wirken und in großer Zahl abgeworfen
werden (vgl. Fig. 8 auf Tafel-Kriegs-Chirurgie
II4 in Bd. II, S. 301). Für den Kampf gegen
feindliche Luftfahrzeuge dient vornehmlich das Maschinengewehr,
bisweilen auch Revolverkanonen und
leichte Schnellfeuergeschütze. Vorbedingung für ein
wirksames Maschinengewehrfeuer ist freies Schußfeld.
Bei Flugzeugen mit einer weit vorn liegenden Zunschraube,
der häußigsten Anordnung bei den Spezialflugzeugen
für den Luftkampf, den Jagdflugzeugen,
muß das Maschinengewehr durch den Propellerkreis
hindurchfeuern. Um ein Zerschießen der Propellerflügel
zu vermeiden, hat man diese in Frankreich anfänglich
mit keilförmiger Lanzerung versehen, so daß
den Propellerflügel treffende Geschosse seitlich abgleiten.
Später wurß= das Maschinengewehr vom Motor
derart zwangläufig gesteuert, daß ein Geschoß nur
dann die Gewehrmündung verlassen kann, wenn sich
kein Propellerflügel vor ihr befindet. Während man
die vom Beobachter zu bedienenden Abwehrmaschinen.
ewehre der Bombenflugzeuge möglichst allseitig
chwenkbar anordnet, hat man in letzter Zeit bei Einsitzerjagdflugzeugen,
um den Führer von der doppelten
Tätigkeit des Steuerns und Zielens zu entlasten, das
Maschinengewehr festeingebaut, so daß das Zielen nur
durch Steuern des Flugzeuges erfolgt. Diese Kampf-