— 152 0 —
abgepflüdt oder gefchüttelt. Fröhlich Klettern die Knaben auf bie
Bäume, brechen die rothmangigen Apfel und Iegen fie in Körbe. Das
bit wird aufgehoben 5i8 zum Winter. Man fehüttet und Iegt e8
deshalb auf Stroh, wo e3 mürbe wird und Dann noch beffer fchmedkt.
Der Winzer jammelt jebt die reifen Trauben. Er fehiittet fie
freudig in Die Stelter; fie werben gepreßt, und Damm quillt jener fühe
Moft Heraus, der fich-Ipäter tn Wein verwandelt. Wie mancher
Kranke hat fich jchon durch ihn geftärft, wie mancher Traurige erfreut!
Wie tobt ift bald Alles auf dem Felbel Hafer und Gerfte find
gemähet worden, und der rauhe Wind weht nun über Die Stoppeln.
Hier und da nur pflügt ein Landmann oder fat Korn und MWetzen
fürs fünftige Jahr, und auf verborgenen Wegen fehleicht der Säger,
um das forglofe Wild zu überrafchen.
Alles ift jet eingeerntet; der Menfch Hat nun für den Winter zu
leben und vergeife nicht, Gott zu danken für Alles, wa8 er ihm }o
reichlich mwachlen Tied. (Palm 145, 15. 16.)
Den legten erfreulidhen Segen
Gewährt und Die Hesbftliche Zeit;
Dann reift und die Traube entgegen,
Das Herz zu erqulden bereih
76. Der Winter.
m Winter ruht die Erde und jammelt neue Kräfte für ben
finftigen Frühling. Sie macht e8, wie der Menfch. Auch diejer legt
ih am Abend zur Ruhe und jchläft während der Nadt. Geftärkt
erwacht er dann am Morgen. Die Bäume haben jebt Ihren Schmud
verloren und ftehen entlaubt da; die Blumen find verblüht, da® Gras
der Wiefen ift verwelft und Alles fill. Kein munterer Singungel läßt
mehr jeine Xieder erjchallen, und fein Hirt treibt num mehr feine
Heerde ind Freie. Kalt, jehr falt ift e8 oft mährend des Winters,
und die Leute hüllen fich deshalb tiefer in warme Kleider und Pelze.
est Fan man den Dfen nicht entbehren. Man heizt fleißig ein, bamit
e8 in den Stuben warn werde. Manche arme Leute Haben meder
Holz noch Kleidung, und müffen daher frieren. Könnte ich ihnen
doch helfen! —
. Das Waffer gefriert vor Kälte und verwandelt fich bald in Et8.
Flüffe und Zeiche find im Winter gar oft von Ihm bebedt.
Dur die Kälte gefrieren auch die Dünfte in der Quft und fallen
al8 Schnee herab. Diefer bedeckt Daher, Straßen und Fluren mit
einem weißen Teppich und biendet das Auge de8 Wandererd. Unter
dem Schnee wählt die junge Winterfaat Iuftig empor, da fie burd)
thn vor Kälte gejehüßt wird.
Freilih, Fönnen wir jegt nicht mehr fo haufig Draußen pazieren
gehen; denn Die Tage dauern nur acht bi8 neun Stunden, und oft ift
das Wetter fehr rauf. Aber doch bietet der Winter und Sfindern viele
Freuden. Wie fehön iffE, wenn wir auf Schlitten jehnell die Hügel