Volltext : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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abgepflüdt  oder  gefchüttelt.  Fröhlich  Klettern  die  Knaben  auf  bie
Bäume,  brechen  die  rothmangigen  Apfel  und  Iegen  fie  in  Körbe.  Das
bit  wird  aufgehoben  5i8  zum  Winter.  Man  fehüttet  und  Iegt  e8
deshalb  auf  Stroh,  wo  e3  mürbe  wird  und  Dann  noch  beffer  fchmedkt.
Der  Winzer  jammelt  jebt  die  reifen  Trauben.  Er  fehiittet  fie
freudig  in  Die  Stelter;  fie  werben  gepreßt,  und  Damm  quillt  jener  fühe
Moft  Heraus,  der  fich-Ipäter  tn  Wein  verwandelt.  Wie  mancher
Kranke  hat  fich  jchon  durch  ihn  geftärft,  wie  mancher  Traurige  erfreut!

Wie  tobt  ift  bald  Alles  auf  dem  Felbel  Hafer  und  Gerfte  find
gemähet  worden,  und  der  rauhe  Wind  weht  nun  über  Die  Stoppeln.
Hier  und  da  nur  pflügt  ein  Landmann  oder  fat  Korn  und  MWetzen
fürs  fünftige  Jahr,  und  auf  verborgenen  Wegen  fehleicht  der  Säger,
um  das  forglofe  Wild  zu  überrafchen.

Alles  ift  jet  eingeerntet;  der  Menfch  Hat  nun  für  den  Winter  zu
leben  und  vergeife  nicht,  Gott  zu  danken  für  Alles,  wa8  er  ihm  }o
reichlich  mwachlen  Tied.  (Palm  145,  15.  16.)

Den  legten  erfreulidhen  Segen
Gewährt  und  Die  Hesbftliche  Zeit;
Dann  reift  und  die  Traube  entgegen,
Das  Herz  zu  erqulden  bereih

76.  Der  Winter.

m  Winter  ruht  die  Erde  und  jammelt  neue  Kräfte  für  ben
finftigen  Frühling.  Sie  macht  e8,  wie  der  Menfch.  Auch  diejer  legt
ih  am  Abend  zur  Ruhe  und  jchläft  während  der  Nadt.  Geftärkt
erwacht  er  dann  am  Morgen.  Die  Bäume  haben  jebt  Ihren  Schmud
verloren  und  ftehen  entlaubt  da;  die  Blumen  find  verblüht,  da®  Gras
der  Wiefen  ift  verwelft  und  Alles  fill.  Kein  munterer  Singungel  läßt
mehr  jeine  Xieder  erjchallen,  und  fein  Hirt  treibt  num  mehr  feine
Heerde  ind  Freie.  Kalt,  jehr  falt  ift  e8  oft  mährend  des  Winters,
und  die  Leute  hüllen  fich  deshalb  tiefer  in  warme  Kleider  und  Pelze.
est  Fan  man  den  Dfen  nicht  entbehren.  Man  heizt  fleißig  ein,  bamit
  e8  in  den  Stuben  warn  werde.  Manche  arme  Leute  Haben  meder
  Holz  noch  Kleidung,  und  müffen  daher  frieren.  Könnte  ich  ihnen
doch  helfen!  —

.  Das  Waffer  gefriert  vor  Kälte  und  verwandelt  fich  bald  in  Et8.
Flüffe  und  Zeiche  find  im  Winter  gar  oft  von  Ihm  bebedt.

Dur  die  Kälte  gefrieren  auch  die  Dünfte  in  der  Quft  und  fallen
al8  Schnee  herab.  Diefer  bedeckt  Daher,  Straßen  und  Fluren  mit
einem  weißen  Teppich  und  biendet  das  Auge  de8  Wandererd.  Unter
dem  Schnee  wählt  die  junge  Winterfaat  Iuftig  empor,  da  fie  burd)
thn  vor  Kälte  gejehüßt  wird.

Freilih,  Fönnen  wir  jegt  nicht  mehr  fo  haufig  Draußen  pazieren
gehen;  denn  Die  Tage  dauern  nur  acht  bi8  neun  Stunden,  und  oft  ift
das  Wetter  fehr  rauf.  Aber  doch  bietet  der  Winter  und  Sfindern  viele
Freuden.  Wie  fehön  iffE,  wenn  wir  auf  Schlitten  jehnell  die  Hügel