Full text : Das Königreich Württemberg. Zweiter Band_1. (2)

Körperliche  Beschaffenheit.  41

unter  5°,  d.  h.  unter  143,2  cm  maßen.  Diese  wurden  damals  durch  den
Bezirksrekrutirungsrath  unabhängig  von  der  Musterungskommission  vom
Kriegsdienste  ausgeschieden.  Die  kleinsten  Körpermaße  der  Pflichtigen
können  daher  bei  Retter  für  die  Erhebung  der  mittleren  Körpergröße
nicht  in  vollem  Maße  zur  Geltung  kommen,  und  es  werden  alle  auf
diete  Weise  gefundenen  Zahlen  etwas  zu  hoch  berechnet  sein.

Retter  hat  für  das  ganze  Land  eine  mittlere  Größe  der  Pflichtigen
von  166,1  cm  gefunden.  Die  Extreme  sind  165,0  (Backnang)  und  167,8
(Stuttgart  Stadt,  Rottenburg  und  Waldsee);  zwischen  diesen  Endpunkten
vertheilen  sich  die  Mittelgrößen  folgendermaßen.  An  Rottenburg  schließt
sich,  wie  bei  Klein,  eine  Reihe  von  bevorzugten  Oberämtern  an,  auf  der
einen  Seite  Horb  (166,7),  Rottweil  (166,2)  und  Spaichingen  (167,0),
auf  der  andern  Seite  Tübingen  (166,7),  Reutlingen  (166.4),  Nürtingen
(166,3),  Kirchheim  (167,5),  Göppingen  (167,3),  Geislingen  (166,7),
Gmünd  (167,0),  Heidenheim  (166,2)  und  Aalen  (166,1).  Balingen  zeigt
nur  165,8,  Tuttlingen  165,3,  Urach  165,3  cm.  Es  sind  dies  die  öfters
erwähnten  Oberämter  in  der  Baar,  sowie  auf  der  Höhe  und  am  Nordrande
  der  Alb.  Waldsee  steht  an  der  Spitze  einer  zweiten  bevorzugten
Gruppe  im  Süden  des  Landes;  es  sind  die  Oberämter  Wangen  (167,60),
Leutkirch  (166,8),  Biberach  (167,5),  Laupheim  (166,7),  Niedlingen  (166,3),
Ehingen  (167,5),  Münsingen  (166,3),  Blaubeuren  (167,0).  An  der
Westgrenze  Oberschwabens  stehen  die  Zahlen  weniger  hoch;  Ravensburg
zeigt  noch  das  Mittel  von  166,1,  Saulgau  und  Tettnang  nur  165,8  cm.

An  das  Oberamt  Horb  mit  seinen  hohen  Zahlen  grenzen  unmittelbar
  diejenigen  Bezirke,  welche  sich  durch  ihre  geringeren  Größenverhältnisse
als  Theile  des  Schwarzwaldes  charakterisiren,  nämlich  Sulz  (165,8)  und
Oberndorf  (165,4).  Nach  Norden  folgt  Freudenstadt  (165,4),  Calw
(165,8),  Neuenbürg  (165,5).  Die  Höhen  des  Schwarzwaldes  verflachen
sich  hier  nach  Osten  zu  einer  ausgedehnten  Terrasse,  und  es  folgen  mit
höheren  Zahlen  Nagold  (166,1),  Herrenberg  (166,3),  Leonberg  (166,3),
weiterhin  Stuttgart  Amt  (166,7),  Stuttgart  Stadt  (167,8),  Eßlingen
(166,2),  Cannstatt  (166,3),  Ludwigsburg  (166,1),  Waiblingen  (166,2).
Nur  Böblingen  (165,8)  hat  weniger  hohe  Zahlen.  Wo  aber  nordöstlich
von  Eßlingen  sich  die  bewaldeten  Höhen  des  Welzheimer  Waldes  und  der
nördlich  ihn  fortsetzenden  Bergzüge  erheben,  da  fallen  wieder  rasch  die
mittleren  Zahlen,  so  in  den  Oberämtern  Schorndorf  (165,8),  Welzheim
(165,1),  Gaildorf  (165,8)  und  Backnang  (165,0).  Die  Distrikte,  welche
sich  dann  westlich  anschließen  und  dem  untern  Laufe  des  Neckars  folgen,
haben  auch  sehr  niedere  Zahlen,  Marbach  165,4,  Besigheim  165,4,  Weinsberg
  165,3,  Heilbronn  165,8;  Maulbronn,  Vaihingen  und  Neckarsulm
verhalten  sich  dem  letzten  Oberamte  gleich.  Gegen  die  Nordgrenze  des