356
Vailly — Verdun
B
Vailly, stark befestigte Stadt in Frankreich, an der
Alsne, östl. von Soissons, wurde 30. Okt. 1914 nach
Eroberung der nördl. von B. gelegenen Höhenstellungen
der Franzosen von den Deutschen erstürmt
und war Ende Mai 1918 heftig umkämpft.
Val Bella, Monte di, Berg (1141 m) in der
Hochebene der Sieben Gemeinden, Nov. u. Dez. 1917
hart umkämpft, wurde 5.—9. Dez. von Truppen der
österr.-ungar. Heeresgruppe Conraderstürmt, 29. Juni
1918 von den Italienern zurückgewonnen.
Val d'Assa, permanente ital. Talsperre im Val
Astico (Astachtal), 5 km nordwestl. von Asiago, wurde
27. Mai 1916 von österr.-ungar. Truppen genommen.
Valenceiennes, Arrondissementshauptstadt im
franz. Dep. Nord, an der Schelde, war 25. Aug. 1914
bis 3. Nov. 1918 in deutschem Besitz.
Valentin, Veit, deutscher Geschichtsforscher, geb.
25. März 1885 in Frankfurt a. M., Universitätsdozent
in Freiburg i. B., während des Krieges im Auswärtigen
Amt, bekämpfte die Tirpitzsche Flottenpolitik.
V. schrieb u. a.: „Entente u. Neutralitäte (Leipz. 1917).
Valentiner, Max, deutscher Seeoffizier, versenkte
als Kapitänleutnant und Kommandant von -U 38.
bis 1917: 122 Dampfer mit 300 000 Tonnen.
Valjevo, Kreishauptstadt in Serbien, wurde nach
der ersten misglückten Offensive (Aug. 1914) am 15.
Nov. 1914 von den Osterreichern erobert, 9. Dez.
nach der Niederlage bei Arangjelov#c wieder geräumt.
24. Okt. 1915 rückte die Armee Koevess in V. ein. 1.
Nov. 1918 wurde es von den Serben wieder besetzt.
Valona, Hafenstadt im südl. Albanien, wurde 19.
Okt. 1914, als Italien sich noch nicht im Kriege befand,
von ital. Streitkräften unter dem Vorwand besegt. die
dortigen sanitären Verhältnisse zu bessern. V. bildete
von da ab, insbesondere nach dem Verlust Durazzos,
die Operationsbasis Italiens auf dem Balkan.
Valuta, -Werte, insbes. Verhältnis des Geldwertes
zum Kurs. Während und nach dem Krieg
gab die V. einen sehr genauen Gradmesser nicht nur
der Kaufkraft des Geldes, sondern der Einschätzung
der politischen und wictschaftlichen Lage der kriegführenden
Staaten in den neutralen Ländern ab;
einzelne militärische und politische Ereignisse führten
unmittelbar zu hefligem Absinken der V. In der
Schweiz notierte (in Schweizer Franken) am:
100 100 1 100 1
deutsche österr. enal. — Dollar
Mart Kronen s Pfunb Franken
128, 48105, 1% 2 a22 100, oo , 18
1. Juli 1914 122, ar 104, a6 25, 10 100, a7 b, 16
1. Jan. 1015 114,80 9100 25,47 101, 12 b, 22
1. Jan. 191698,78 6%00 24, 89,8S
1. Jan. 1917 84.62 55,4 86, 78 b, or
1. Jan. 19181486,00 52.75820 76,00 4,#8
1. Jan. 1919980,00 20,0%22 88,60 4,6
1. Juni 1910 86,860 20,5023, 78,11
16. Märg 1920 #0% sea. 11 20 4% Pari
* Pari.
Vardar (Wardar), Hauptfluß Mazedoniens (val.
Bd. II. S. 144), mündet in den Golf von Saloniki.
Olt. 1915 setzten sich starke franz. und engl. Kräfte im
V.-Cerna-Bogen fest; beim Vormarsch der bulgar.
Armee Todoroff kam es hier Nov.-Dez. zu größeren
Kämpfen. Vgl. S. 70.
Vaterlänbischer Hilfsdienst, s. Bd. I, S. 40 1 ff.
Vaterländischer Unterricht, Frühjahr 1917 in
der deutschen Armee eingeführter militärischer Dienstunterricht
über die Kriegslage, Verfassungsfragen usw.
Zu seiner Überwachung wurden Aufklärungsabteilungen
bei den Generalkommandos errichtel unter
Leitung des Kriegspresseamtes. Zugleich dienten sie der
Organisation der Aufklärung der Jioilbhevöllerun .
Vaterlandspartei, s. Deutsche Vaterlandsparte
Vatikan, s. Päpstlicher Stuhl.
Vaucresson, Vorortvon Paris züber die Friedensverbandlungen
von V. siehe S. 146.
Vaux, franz. Panzerfeste vor Verdun, wurde 2.
Juni 1916 von den Deutschen genommen, von den
Franzosen 24. Okt. 1916 wiedererobert.
Venezucla. Am 20. April 1914 wurde Gomez.
seit 1910 Präsident, zum Oberkommandierenden der
Armee ernannt und zunächst General Bustillos zum
provisorischen Präsidenten erwählt, da die Verfassung
eine zweimalige Präsidentschaft verbietet, dann
wurde Gomez wieder Präsident. Daraus ist der gewichtige
Einstut dieses deutschfreundlichen Mannes
u erkennen, der auch einige ausgesprochene Deutschfreunde
ins Ministerium berief. V. ließ die fortgesetzten
Vorwürfe der Deutschfreundlichkeit von seiten der
nordamerikan. Presse unbeachtet und blieb neutral.
Venizelos, Eleutherios, griech. Staatsmann,
geb. 1864 in Murniaes bei Kanea (Kreta), Advokat,
1888 in der kret. Nalionalversammlung, 1896 einer
der Führer des Aufstandes, der die Türken vertrieb,
1897 Präsident der kret. Nationalversammlung, bis
1902 Justizminister des Oberkommissars Prinz Georg,
den er 1905 durch einen Aufstand zum Rücktritt
zwang. dann Ministerpräsident von Kreta. 1910
von den Offizieren als Kriegs= und Marineminister
nach Griechenland geholt, war V. als Ministerpräsident
mit Pasitsch Gründer des Balkanbundes, betrieb
im Weltkrieg den Auschluß an die Entente, trat
März 1915 zurücc, besiegte seinen Nachfolger Gunaris
Aug. im Wahlkampf, rief die Entente nach Salonili,
trat Okt abermals zurück, gründete eine revolutionäre
Gegenregierung in Saloniki u. wurde 25. Juni 1917
wiederum Ministerpräsident. Bgl. Griechenland.
Verbrennungsmotoren, durch brennbare Gase
(Gasmotor) oder vergaste Flüssigkeiten, wie Benzin,
Benzol, Erdöl, leichtes Teeröl, Spiritus (Benzin-,
Ol-, Spiritusmotor,), betriebene Kraftmaschinen:
die Gase werden, mit Luft gemischt, zur Verbrennung
(Verpuffung)gebracht. und die Explosionsgase treiben
einen Ko“'ben vor sich her. Einer der wichtigsten V. ist
der Dieselmotor. Die V. dienen zum Antrieb von
Kraftwagen, Luftschiffen. Flugzeugen, Schiffen, ferner
in stehenden Krafterzeugungsanlagen.
S Verpsenstansgeichunugen, kkrenze, s. Bd. I,
. 356ff.
Verdun, franz. Arrondissenientshauptstadt und
Festung, an der Maas, Eisenbahnknotenpunkt. Der
deutsche Angriff gegen die südlichen Sperrforts begann
September 1914 mit der Eroberung des Ostrandes
der vorgelagerten, vom franz. 8. Armeekorps
verteidigten Cöte Lorraine. Von den Sperrfortz
wurde das Fort Camp des Romains 25. Sept.
genommen. April 1915 drangen die Frauzosen vorübergehend
in die vordersten deutschen Stellungen
ein. Weiteres s. Bd. II. S. 194, 196 f., 202, 917
sowie Bd. III, S. 73, 78f.