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schiedenen Kategorien der höheren Unterrichtsanstalten, deren Zweck
und Stellung gepflogenen Verhandlungen referirte Hr. Wiese,
veranlaßt durch die in der Sitzung vom 8. Octb. vom Dir.
Gallenkamp über die Aufgabe der Provinzial-Gewerbehu
len gethanen Aeußerungen über letztere Schulgattung wie
olgt:
ß Nach der Seite der Fachschulen habe der Organismus unseres
Unterrichtswesens unklare Grenzen: die zu jenen gehörigen Provinzial-Gewerbeschulen
haben sich zum Theil auf diesseitigem Gebiet
angesiedelt. Ursprünglich Handwerkerschulen, seien sie als solche von
dem Minister v. Altenstein dem Handelsministerium überwiesen
worden. Ihre Organisation vom Jahre 1850 habe für die Aufnahme
das Alter von 14 Jahren und ganz elementare Vorkenntnisse
erfordert, um dann die Schüler zwei Jahre lang hauptsächlich in
der Mathematik zu unterrichten und im Zeichnen zu üben. Nachdem
sich aber die auf solche Weise erreichte Vorbildung namentlich
zur Benutzung der Vorträge in der Gewerbeakademie als unzureichend
erwiesen habe, sei 1870 eine Reorganisation der Gewerbeschulen
erfolgt. Nach dieser werde die Aufnahme auch im Alter
von mindestens 14 Jahren, aber an Vorkenntnissen „die Reife für
die Secunda eines Gymnasiums oder einer Realschule erster Ordnung
verlangt“; der behreursus sei in diesen reorganisirten Schulen
3 jährig: 2 theoretische Vorbereitungsclassen und 1 praktische Fachclasse.
In den beiden theoretischen Classen werde auch allgemein
wissenschaftlicher Unterricht ertheilt: Deutsch, Franzöfisch, Englisch,
Geschichte, Geographie, aber in so wenigen Stunden, daß es unmöglich
sei, neben der überwiegenden Vorbereitung für den späteren
technischen Unterricht darin etwas einigermaßen Genügendes zu leisten.
Die Aufgabe, gleichzeitig diesen doppelten Zweck zu erreichen,
sei unlösbar, zumal bei der mangelhaften Vorbildung der meisten
Schüler. Der Vorschlag, die erwähnle Reife für die Secunda durch
ein von einem Gymnasium oder einer Realschule ausgestelltes Zeugniß
constatiren zu lassen, sei abgelehnt worden; man habe eine
Aufnahmeprüfung vorgezogen, verzichte aber dabei auf Kenntniß
der alten Sprachen, so daß die Bezeichnung „Reife für die Secunda
eines Gymnasiums" bedeutungslos geworden sei.
In derselben Richtung sei man aber noch weiter gegangen durch
die Errichtung von Vorbereitungsclassen für den Eintritt in die
Provinzial-Gewerbeschulen. Werde es mit deren Aufgabe genau genommen,
so müßten sie im Lehrplan und in der Cursusdauer die
Einrichtung von Progymnafsien oder Pro-Realschulen bis incl. Ober-Tertia
haben. Dies Fei aber nicht der Fall, sondern bei verschiedener
Einrichtung solcher Vorschulen suche man das Ziel der Aufnahme
in die eigentliche Gewerbeschule allgemein in kürzerer Zeit zu erreichen,
als es in den Gymnasien und Reealschulen möglich ist.