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S. 8.
Das gesammte Beamten= und Dienstpersonal der Westholsteinischen Eisenbahngesellschaft,
mit Ausnahme der Mitglieder der Gesellschaftsdirektion, tritt mit
dem Uebergange des Unternehmens auf den Staat in den Dienst der Königlichen
Verwaltung über, welche die mit jenem Personal zur Zeit des Ueberganges bestehenden
Verträge zu erfüllen hat.
Die Beamtenpensions= und Unterstützungskasse der Westholsteinischen Eisenbahn
bleibt nach dem betreffenden Reglement bestehen, insoweit nicht im Einverständniß
mit der zuständigen Kassenvertretung eine anderweitige Regelung stattfindet.
Der Staat tritt in alle rücksichtlich der erwähnten Kasse von der Westholsteinischen
Eisenbahngesellschaft übernommenen Verbindlichkeiten ein. Die reglementsmäßigen
Rechte der Gesellschaft werden künftig durch die zur Verwaltung
der Westholsteinischen Eisenbahn eingesetzte Königliche Behörde ausgeübt.
Die zeitigen Mitglieder der Direktion erhalten im Falle der Aufgabe der
ihnen vertragsmäßig zustehenden Kompetenzen bei dem Uebergange der Verwaltung
des Westholsteinischen Eisenbahnunternehmens auf den Staat eine seitens des
Aufsichtsraths nach billigem Ermessen zu bestimmende Absindung. Diese Abfindung
soll für sämmtliche Direktionsmitglieder den Betrag von 82 000 Mark
nicht übersteigen und aus dem Reserve= beziehungsweise Erneuerungsfonds entnommen
werden. Der vorbezeichnete Betrag ermäßigt sich, insofern ein Abkommen
wegen des Uebertritts der einzelnen Mitglieder in den Staatseisenbahndienst geschlossen
werden sollte, um die darin zu vereinbarenden Beträge.
S. 9.
Seitens der Königlichen Staatsregierung wird die Genehmigung der Landesvertretung
sobald als thunlich herbeigeführt werden.
Dieses Abkommen wird hinfällig, wenn zu demselben die landesherrliche
Genehmigung nicht bis zum 1. Juli 1890 erlangt worden ist.
S. 10.
Die Bestimmungen dieses Vertrages sollen nach dessen Perfektion für die
Westholsteinische Eisenbahngesellschaft die Geltung statutarischer Bestimmungen
haben, so daß also dieser Vertrag als Nachtrag zum Gesellschaftsstatute anzusehen
ist.
S. 11.
Der Stempel dieses Vertrages bleibt außer Ansatz.
Berlin, den 9. Januar 1890.
(L. S.) Schmidt. (L. S.) Kirchhoff.
Neumünster, den 7. Januar 1890.
Die Direktion der Westholsteinischen Eisenbahngesellschaft.
(L. S.) Schlichting. (L. S.) Wollheim de Fonseca.
(r. 9383.)