Metadata : Das Preussische Militär-Medicinal-Wesen.

erreichen  heer-  gestütt  auf  die  Festungen  Seettin!  iun  d  gstrin.“  #  -
sation  zu  vollenden,  die  in  Ostpreußen  inzwischen  mobil  gemachten  Truppen
unter  dem  Generallientenant  von  l'Estocq  an  sich  zu  ziehen,  die  Ankunft  der
russischen  Heere  abzuwarten  und,  mit  ihnen  vereinigt,  noch  einmal  das  Glück
der  Schlachten  zu  versuchen;  noch  war  von  den  preußischen  Festungen,  welche
den  Schutz  des  Landes  bilden  sollten,  —  mit  einziger  Ausnahme  von  Erfurt  —
keine  an  den  Feind  übergegangen,  noch  war  der  Preußische  Staat  zu  retten,
wenn  —  jeder  auf  seinem  Posten  seine  Schuldigkeit  that.  —

Während  König  Friedrich  Wilhelm  noch  immer  auf  einen  Erfolg  der
Friedensunterhandlungen  hoffte  und  in  Küstrin,  wo  er  am  21.  Oktober  eingetroffen
  war,  mit  ängstlicher  Spannung  der  Rückkehr  seines  Gesandten  aus
dem  Hauptquartier  Napoleons  entgegensah,  nahmen  die  Kriegsereignisse  einen
schnellen  Verlauf.

Als  Fürst  Hohenlohe  mit  der  preußischen  Hauptarmce  am  20.  Oktober
Nogdeburg  erreichte,  hatte  die  den  Truppen  vorauseilende  Kunde  von  der

Niederlage  des  Heeres  bei  Jena  und  Anuerstädt  auch  hier  alle  Gemüter  so  in
Unruhr  und  Bestürzung  versetzt,  daß  die  notwendigsten  Maßregeln  zur  Aufnahme
  und  Verpflegung  der  geschlagenen  Armee  versäumt  worden  waren.  Von
regelmäßiger  Einquartierung  war  nicht  die  Rede.  Haufen  von  versprengten
Soldaten  trafen  in  Magdeburg  ein,  ließen  sich  Brot  geben  und  blieben  in
Magdeburg  oder  liefen  weiter,  je  nachdem  es  ihnen  gefiel,  ohne  daß  sich  jemand
um  sie  gekümmert  hätte.  Alle  Ein=  und  Ausgänge  waren  durch  Fuhrwerk  verstopft
  und  verfahren,  so  daß  sie  nur  einzeln  oder  in  langen  Reihen  passiert
werden  konnten.  So  schien  die  Festung  kaum  in  der  Lage  zu  sein,  sich  selbst
zu  verteidigen,  noch  weniger  einer  Armee  Schutz  zu  gewähren,  die  sich  hinter
ihren  Mauern  sammeln  und  neu  ordnen  wollte.  Unter  solchen  Umständen  entschied
  sich  der  Fürst,  sobald  wie  möglich  nach  der  Oder  aufzubrechen  und,  wie
früher  Magdeburg,  so  jetzt  Stettin  zum  Punkte  der  nächsten  Zuflucht  und  Rast,
sowie  der  Wiederherstellung  der  Armee  zu  nehmen.

Die  Entfernung  von  Magdeburg  bis  Stettin  betrug  auf  dem  geraden
Wege  über  Burg,  Genthin,  Rathenow,  Ruppin,  Zehdenick  und  Prenzlau,  welchen
der  Fürst  einzuschlagen  beabsichtigte,  etwas  über  37  Meilen.  Ungefähr  ebensoweit
  hatten  die  Franzosen,  wenn  sie  sich  von  den  Elbübergängen  bei  Witten-*

  Der  gönig  richtete  von  Küstrin  aus  (26.  Oktober)  abermals  einen  eigenhändigen  Brief
an  den  Kaiser  Napoleon,  in  welchem  er  seiner  Bekümmernis  darüber  Ausdruck  gab,  daß  er
noch  ohne  Nachricht  sei  über  die  Aufnahme,  welche  die  durch  seinen  Gesandten  dem  Kaiser
gemachten  Eröffnungen  bei  diesem  gefunden  hatten.  Wir  kommen  später  auf  die  Friedensunterhandlungen
  zurück.