Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

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daB  aud  der  Grve  gefchafft  wird;  dazu  gehbren  Steinfohlen,
Braunfohlen  und  Torf,  Diefe  Brennmaterialien  Haben  außer  ihrer
MWohlfeilheit  noch  andere  Vorzüge:  die  Steinfohlen  geben  eine  weit
grellere  -Hige,  «ld  Das  Holz,  und  brennen  gleichmäßiger;  der  Torf
glimmt  Yangjam,  und  die  Braunfohle  Dauert  lange  aus.  edenfalld
fünnen  Die,  welchen  e8  niemald  an  einem  guten  Herd»  und  Dfenfeuer
mangelt,  mag  e8  nun  au8  dem  Erb»  oder  Pflanzenreiche  ftammen,  Dem
lieben  Gott  nicht  dankbar  genug  fein!  Was  wären  wir  ohne  Daß
Feuer?  Wird  e8  nicht  zu  Den  Elementen  gerechnet,  ohne  Die  weder
Menfeh  noch  Thier  beftehen  fann?  Und  hört  man  je  auf,  euer  an:
zuzünben,  obwohl  durch  das  Feuer  Ichon  jo  entjegliches  Unglük  ange:
richtet  worben  ifi?

2.  Die  Steinkohlen  werben  gleich  den  Metallen  durch  Bergbau
zu  Tage  gefördert.  Glüdlicher  Weife  find  ihre  Lager  gemaltiger,
al8  die  der  Erze;  jonft  mürbe  die  faure  Arbeit  der  Bergleute  nicht
belohnt  werden.  Wären  die  Steinfohlen  nicht  weit  billiger,  als
Holz,  jo  würde  fie  niemand  Ffaufen,  da  mit  threm  Gebraude
manche  Unbequemlichfeit  verbunden  ift;  fie  Shwärzen  Die  Käufer,  Zimmer
und  Menfchen,  und  verbreiten  beim  Brennen  einen,  wenn  aucd,  nicht
ungejunben,  doch  gewiß  nicht  angenehmen’  Geruh.  Dabei  erlijcht  Das
Steinfohlenfeuer  jehr  gern  und  verlangt  jorgjame  Abwartung.  Wenn
aber,  wie  einft  in  Oberjchleften,  ein  Steinfohlenlager  in  Brand  geräth,
jo  gelingt  e8  felten,  die  Gluth  zu  Löfehen;  oft  wüthet  fie  Sahre  Yang
unter  der  Erbe  fort.

Sin  den  Steinfohlen  findet  man  nicht  felten  Refte  von  Pflanzen
(Planzenabbrüde),  an  denen  man  noch  deutlich  daB  Bellengefüge
derjelben  erfernen  fann.  68  fpricht  Dies  für  die  Annahme,  daß  Die
Steinfohlen  pflanzlihen  Urfprungs  find.  Wie  aber  die  Stein:
fohlen  au8  ungeheuren  Pflanzenmaffen  entitanben  find,  darüber  find  bie
Meinungen  immer  noch  verjchieden.

3.  Mit  mehr  Sicherheit  weiß  man,  Daß  die  Vraunfohlen
durch  verjunfene  Wälder  entitanden  find;  denn  e8  finden  fih  in
ihren  Lagern  noch  ganze  Stämme  mit  Witen,  Blättern  und  Frücten,
  deren  Geftalt  jich  Deutlich  erfennen  Yaßt.  Auch  find  Die  Braunfohlen
  bisweilen  noch  fo  Holzähnlih,  daß  man  glaubt,  e8  feier
alte  angebrannte  Scheite.  Doch  find  Diefe  Holzigen  Stüde  nich:
die  beiten,  jondern  die  glänzend  braunen,  wie  Harz  fehimmernden.  Am:
wenigften  gut  find  Die  wie  Erde  zerfallenden,  welche  erjt  naß  gemacht,
  in  Formen  gebrüdt  und  getrodnet  werben  müffen,  um  bequemer
benugt  werben  zu  fönnen.  Merfwürdig  ift,  daß  in  Gegenden,  wo
Harfe  Braunfohlenfager  find,  meiften®  auch  mineralifche  Wafjer  gefunden
werben,  3.  DB.  in  Heflen-Naffau.  Um  fehr  Heftiges  Feuer  zu  erzeugen,
  fehlt  e8  den  Braunfohlen  an  Brennkraft;  auch  gilt  ihr  Geuch
  noch  für  unangenehmer,  al8  der  der  Steinfohlen;  deswegen  werben
fie  auch  minder  weit  ausgeführt,  vielmehr  meiftens  nür  in  der  nächfter
Umgebung  verbraudht.