Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Uummer?

Rose  nheimer  Anzeiger

 

der  lehrte  das  U-Boct  auf  seine  Wartestellung
Zrück.  Eiren:  Slunden  später  kam  ein  anderer
Dampfer  in  Sikt,  auf  den  ebenfalls  sogleich
ein  Angriff  unternommen  wurde.  Auchk  jetzt  gelang
  es  wieder,  den  Torpedo  volikommen  un-Eemerst
  abzuschießen.  Kaum  hatte  er  den  Dampser
  getroffen,  als  dieser  abdrehte  und  Alarmübr
  jedeufalls  um  Bewachung  herbei-Miicheinend
  hatte  der  getroffene,  et-5
  6000  Tonnen  große  Damofer  die  Absicht,
nach  den  nur  zmei  Seemeilen  enisernten  Sandbinlken
  hinzufahren  und  sich  auf  dem  weichen
Grund  aufzusetzen.  Dn  zwisden  war  jedoch  vom
Westen  ein  weiterer  Dampfer  von  etwa  3090
Tonnen  aufgetaucht,  der  in  dem.  Glauben,  daß
das  sinkende  Schiff  auf  eine  Mine  gelaufen  sei,
nicht  tberanzulommen  wagte.  Der  borpedierte
Dampfer  gab  jedoch  jetzt  seine  Absicht,  auf  die
Sanrbank  zu  laufen.  auf  und  bat  seinen  Kollegen
  durch  Signalflaggen,  ihn  ins  Schlepptau
zu  nehmen.  In  giler  Rube  wartete  „U...dbie
weiteren  Mafnalmen  der  beiden  Engländer  ab
und  lien  sie  alle  Vorbereitungen  zum  Schlep-F
  treff  en.  Kaum  war  jedoch  die  Verbindung
bergestellt,  und  das  dide  Schlepptau  begann
steif  zu  werden,  als  auch  schon  wieder  ei  Torpedo
  aus  dem  Rolr  schnekllte,  der  unter  einer
sehr  starken  Detonation  und  großer  Rauchentwicklung
  in  dem  Rumpf  des  schleppenden  Dampsers
  zerbarst.  Nun  be  efande  n  sich  beide  Dampser
  im  sinkenden  Zustand.  Der  zuertt  torpedierte
schien  jedoch  noch  über  eine  Feemliche  Schwimm-=säb
  get  zu  ve  rjügen.  sodah  der  Kommandant
des  octes,  um  ein  Einschleppen  auf  jeden
Fall  zu  verhüten,  sich  um  Fangschuß  entschoß.
  Da  entdeckten  die  Engländer  auch  zum
erstenmal  das  Sehrohr  und  eröffneten  nun  ein
regelloses  Feuer,  wedurd  „11.“  zum  Un- 



1

tertauch:  n  #runge  1  wurde.  umioneehr.  als  iezt
auch  zmei  Bewacher  h:  ram  lahten.  Doch  die  Ar-  1
beit  war  getan;  denn  als  das  U-  Vort  ungefähr
eine  harbe  de  fräter  wieder  auftauch:e.  wa#r
von  den  beten  D0  Damofern  nichts  melrr  zu  sehen
Beide  waren  inzwischin  in  den  Wellen  versunken.
  Nur  die  beden  Bewacher  trieben  noch  in
ziemlicher  En  erung  herunt  und  waren  auscheinend
  auf  der  Sus/e  nach  dem  U-Boot.  Dieler
  fruckt#osen  Tätiglest  konnte  man  *  ruhig
teiter  ũberlasien.  Deshalb  lieẽ  „U  .  .  .“  nun  nach
Süden  ab.  uUm  seine  Täti  igleit  it  4i  einer  anderen
  Stelle  zu  verlegen.  Der  Tag,  der  so  vielverspreckend
  mit  der  Verfenkung  von  drei  beladenen
  englisch  zu  Dampsern  mit  zusammen  etwa
  13.000  Tomnen  begonnen  hatte,  soilte  noch
weitere  Erfolge  zeitigen.

Ausland.

Die  Wünsche  der  deurichen
!dr  öbru

Inncebru#,  6.  Die  Frauen  Otegrup.

pen  Innsbeuck,  der  ni“'  des  Deutschen

Schulvereines  und  des  Tiroler  Vollsbundes  haben

  einer  öffentlicken  Vereinsversammlung  eine

Verein
von  prag  twoli  eim  Geiĩ  ite  zeugende  Entschließung
vorgelegt.  die

    

—
S

  

—

 

Frauen

einirimmnig  cugenonuinen  wurde.
Sie  fordern  barin,  da½  den  Deutichen  in  Oesterreick
  lein  ourna  rres  Maß  an  Selbstentiagung  u.
(Aufopferung  #ugemutel  werde.  das  in
anderen  K.  u1  1  der  Fall  ist:  das  der  Beuch#run
  en  gegengetren  werde:  dot
die  Effentlich::  n  Einrichtungen  in  freiheitlichem
—“  “  fo  19  bldet  werden;  daß  n  der  Erzi.  hing
und  Bildung  der  Kinder  nachgeholt  werde,
æxx  as  zurucheb:  ieben,  wobei  der  Mitwirkung  der
Frauen  kein  Hindernis  bereitet  werde:  daß  auch
durch  die  Tat  anerkannt  werde,  wa  das  deutsche
Volk  in  Oesterreich  in  diesem  Kriege  geopfert
Und  daß  ihm  die  gebührende  Steil.ung  im  Staate
  gewhrlestickh  werde;  daß  die  deutsche  Presse
gleiche  Bei  #dlarg  mit  der  anderssprachigen

als

 

  

 

 

Spruchweitheit.
mast  olch  um  verg##a#bene  ust  bekummern.
Das  we  sdhe  mos  dion  rerdric
Muti  ####dle  Gegenmart  Venngen.
Befooders  belnen  Menfchen  hallen
Und  die  zuhnaft  Gon  überlaflen.

Die  kuinen  von  Salurn.

aus  dem  Lande  der  .e  von  Luls  Gumpeler-  i  f

g

Ein  herrlicher  Jänner-Nachmittag  im  Garten
der  Villa  in  Rom,  wo  sie  sich  zwei  bis  drei  Monate
  aufzuhalten  pflegten.  Se  hu  Jahre  war
sie  alt  gewesen.  Schon  damals  eine  berühmte
Schönheit,  deren  Ruf  bis  in  die  höchsten  Kreise
gedrungen,  war  es  ihr  ein  Leichtes  gewesen,  einen
Fgroßen  Kreis  von  anbetenden  Verehrern  um  sich
zu  haben,  von  denen  ein  jeder  sich  alle  Mühe  gab,
als  ein  Bevorzugter  in  ihren  Augen  zu  erscheinen.
Da  waren  Iziere,  Kavaliere  von  Namen  und
Stand,  Erben  bedeutender  Reich  ümer  und  Belitzungen,
  Attackes.  Herren  von  hohem  Adel.
sogar  ein  Prinz  aus  fürfllichem  Geblüt.  Dieser
Erbe  einer  Fürstenkerne  war  der  Einzige,  der  sich
rühmen  durfie,  Livias  Gunk,  in  höherem  Maße
zu  besitzen,  als  die  anderen.  Dieser  war  an  jenem
Nachmittage  mit  ihr  durch  den  Garten  gesckritten
  und  schon  wollte  das  Geständnis  seiner
Liebe  Über  die  Lippen  treten,  als  ein  schrilles
  Elockenzeichen  von  der  Villa  her  ihn  plötzlich
verstummen  machte,  worauf  er  sich  von  ihr  fast

l  ailig  vckal  sd  ed

I  koste  wie  ihr

erfahre;  daß  das  Treubundnis  mit  dem  Deutschen
  Reiche  unverbrüchlich  aufre  berhalten;
und  endlich,  dab  der  planmaßigen  aterdrrk
kung  des  Teutschtums  in  Oesterreich  ein  Enc
bereitet  werde.

Policische  Rundschau.

Vom  Hauptausschuß  des
Reichstages.
Berlin.  7.  1.  In  der  heutigen  Fortsetzung
der  Veratungen  des  Hauplausschusses  des
Reickstages  erfolgte  die  Besprechung  von  Wirtschaftefragen.
  Abg.  Ebert  (Soz.)  stagt  zur
Gesch  äftsordnung,  wie  es  mit  dem  geu  ünschlen
Material  stehe.  Der  Direitor  im  Auswärtigen
Amt  Johannes  denutel  an,  daß  das  verlangte
Material  bereits  zur  Aushändiqung  auf  dem
Wege  sei,  und  verliest  dann  eine  Dent  ssckrift  über
die  Verhandlungen  in  Brest-Litowst.  Die  wirtschaftlichen
  Fragen  wurden  dort  nicht  ausführlich
Lobandelt.  Es  wurde  festgestellt,  daß  ein  Wirtschaitskrieg
  zwisch  Deutschland  und  Rußland
nach  dem  militärte- 



en  Krieg  ausgeschiofsen  sein
muß,  und  daß  an  einen  Anschluß  an  die  Pariser
Almachungen  nicht  gedacht  werde.  In  Rupland
bestelt  ein  Vorurteil  gegen  den  Handelsvertrag
wit  Deutschland.  Die  Russen  fühlen  sich  durch  ihn

brenackteiligt.  weil  er  unter  dem  Druck  des
russisch-japanischen  Zustandes

EG

her  ist  es  nicht  gelungen,  die  Russen  für  die
Erneuerung  des  früheren  Dandelerertrages!  zu
vewinnen,  dagegen  sind  die  russischen  De  legierten
  bereit,  in  Verhandlungen  über  einen  neuen
Vertrag  einzutreien.  Weiter  iüt  die  Frage  der
Meintkegünstigung  erörtert  worden,  ferner  die
Stellung  der  aus  dem  russischen  Reichsverbund
aussckeider  iden  Landesteile.  Diese  Fragen  sind
in  Einzelheiten  noch  nicht  getlärt.  Ueber  die
Meinb#egünftigung  in  man  sich  einig.  jedoch  nicht
über  deren  Dauer.

Aus  der  für  vertraulich  erllärten  Veratung
kann  immerbin  mitgeteilt  Nerden,  daß  der  konserv.
  Abg.  Roesicke  wünschte,  daß  der  gegenwärtige

  deutsch  russssche  Sandelsvertrag  einige  Zeit
nach  dem  Friedeneschluß  weiterdauern  soll  und
1

dann  durch  einen  neuen  Handelsvertrag  ersetzt
werde.  Die  Aufnahnie  einer  Meistbegünftiaungsklausel
  in  den  Friedensvertrag,  wie  es
beim  Frankfurter  Frieden  1871  der  Fall  war,
erachtet  dieser  Redner  als  schädlich.  Abg.  Dr.
Maher  .  Kaufbeuren  (Ztr.)  Tprack  besonders  für

gelommen  sei.
Nach  der  Meinung  der  deutschen  Regierung  hat
Rufland  kein  schlechtes  Geschäft  gemacht:  Bis-!]

die  Einfülrung  einer  Klausel,  die  das  Höchstmaß

  der  Zbiic  festlegl.  Abg.  Graf  Schwerin.

Löwitz  (kons.)  erörtert  die  Vorzüge  der  bedingten

  vor  der  unbedingten  Meistbegünstigung.

Der  Hauptausschuß  vertagte  sich  auf  Dienstag

11  Uhr  vorm.

Entschliekung  der  sozialdemokratischen
  Partei.

**  Berlin.  7.  1.  Die  Reickztagsfraltion  der

 

gebenden,  aus  dem  allgemeinen,  gleichen,  direlten
  und  geheimen  Wahlrecht  hervorgegangenen
Landesversammlungen  oder  Vollsabstimmungen
überlassen  werden.  Die  sozialdemokratische
Reichstagsfraktion  billigt  einmütig  das  Verhalten
  ihrer  Vertreter  im  Hauptausschuß  und
ist  entscklossen,  jedem  Mißbrauch  des  Selbttbestimmungsrecktes
  zum  Zvecke  verschleierter
Annerionen  mit  Entschiedenheit  entgegenzutreten.


**  Bern,  7.  1.  Die  „Kreuz'eitung“  sagt,
es  ist  ausgeschlossen,  daß  eine  Einigung  zwischen
der  sozialdemokratischen  und  der  konservativen
Aussassung  eintreten  kann.  Die  Konservativen
werden  wie  bisl  er  eine  Politik  nicht  mitmachen,
die  die  bestel  enden  Gegensäte  zu  überbrücken
versuchen  sollte.

Der  polnische  Negentschaßtsrat
erlin.
*  Berlin,  7.  1.  Heute  früh  ind  die  drei
Mitglieder  des  polusse  en  Regentschaftsrates  u.
zmar  Exiellenz  Erzbischof  Dr.  von  Kalowski,
Metropolit  von  Warschau,  Durchlaucht  Fürst.
Zdzislau  Lubomirski  und  Exnzellenz  Joseph
von  Ostrowski  hier  eingetrofsen.  In  ihrer  Begleitung
  befand  sich  Ministerpräsident  von
Kucharzeweli.

gerscheedene  nachrichten.

Ein  neuer  Komet.  Dem  Direktor  der
Hamburger  Sternmarte,  Prof.  Dr.  Schorr,
iit  es  gelungen,  auf  einer  am  31.  Dezember
ausfgenommenecn  Platte  den  periodischen  Komer
„Encke“  auszusinden.  Das  Gestirn  steht  am
weslichin  Ende  des  Sternbildes  der  Fische,  er
ist  aber  so  lichtschwach,  daß  er  nur  mit  Hilfe
eines  slarken  Fernrohres  wahrzunehmen  ist.  Er
beuwegt  sich  langiam  in  südöstlicher  Richtung
veiter.
Das  Erdbe.ben  in  Gnatemala.  Die

“  Guaiemala  hat  durch  ein  weiteres  Erdbeben
  gelitten.  Nach  einer  Depesche  aus  San  Josc
wurden  weilere  300  Personen  getötet.  Was  von
der  Stadt  Guatemala  noch  übrig  blieb,  ist  zerstort.


Die  Pest.  Im  Grenzgebiete  der  Provinz
Tschansi  und  der  Mongolei  ist  die  Pest  auegebrocken,
  die  sic  a  schnell  ausbreitet.

 

gihnng  des  veirals  für
Ernährungsfragen.

In  der  Sitzung  des  Beirats  für  das  Ernäh
rungswesen  vom  2.  Januar  1918  wurde  zunächst
die  Frage  der  Erhaltung  von  Arbeitskröften,
insbesondere  von  Dienstboten  in  der  Landwirtschaft
  und  der  Beschäftigung  von  Schülern  in
dieser  besprochen.  Als  mißlich  wurde  bezeichnet,
daf,  die  ungemöhnlich  hohen  Löhne  in  der  Rüstungsindustrie

  viele  landwirtschaftliche  Dienst-1



sozialdemokratisch  en  Partei  hielt  am  Sonntag

eine  Situng  ak.

wurde  einstimmig  folgende  Entsckließung  ange:
nommen:  Angesichts  der  Vorgänge  in  Breit-Litomet
  und  des
begen  das  Selbstbeimmungsreckt  der  Völter  erklärt
  die  sozaldemokratisch:  Reichslagsfraliion
erneut,  daß  ein  freundnachbarliches  Verhälinis
und  ein  dauernder  Friede  nur  möglich  sind  bei
ekrlicher  Durchführung  des  demoiratischen
Grundrechtes  der  Selbstbestimmung  der  Bölker.
  Die  sozialdemokratische  Reichslagefraktion
fordert  desbalb,  dab  den  betr.  Bölkern  die  freie,
rollkommene  unablängige  Will  enserflärung  garantiert
  wird.  Die  l#3°e  Entscheidung  über  die

Nack  mehrstundiger  Aussprache

Ansturmes  der  Anneczions#ten

innere  und  äupbere  str-  aatliche  Geltaltung  der  in

Betracht  kommenden  Ge  ele  muß  verfassung-·.
  rvollte.  Auf  ihren  diesbezũg
liche  Frage  gab  er  nur  ausweichende  Antworten
und  entsernte  sich  dann  rasch  mit  noch  einigen
Herren,  die  berzugeircten  waren  und  mit  dem
Primen  zur  nal  en  Ville  arW  In  ih#en  jugendlichen
  1e#  ut  und  2  tindlichen  Neuvsierde
  folgte  sie  heimlich  diesen  Herren  und  es
cgelang  ihr,  sich  unbemerkt  Eingang  in  das
Urbeitszimmer  ihres  Vaters  zu  verschaffen,
che  die  Zugänge  verschlossen  wurden.  Hinter
einer  schweren  Portiere  versleckt,  harrte  sie  gennt
  der  Dinze,  die  da  kommen  sollten.  Sie
Vater  den  amwesenden  Herren,
-.  an  der  Zabl,  einige  Punkte  aus  den  Satungen
  des  Echeimbundes  vorlas,  hörle  von
dem  furchtbaren  Eide  und  dem  gräßlichen  Tode,
  der  dem  Meineidigen  sicher  war,  dann  erfuhr
  sie  von  hochpolitischen  Angelegenheiten.
von  europäischen  Intriguen,  die  hier  ausgeheckt
wurden;  es  fielen  Namen  wie  Algeciras,  Albanien;
  sie  bekam  e  inen  Einblick  in  die  Politik
Englands.  Einzelen  der  anwesenden  Verschworenen
  wurden  Hroße  Aufgaben  zuteil,  die  schwierigste
  siel  auf  den  Prinzen:  er  mußte  sich  heute
noch,  unverzüglich  auf  die  Reise  machen,  mit

welcher  Zumutung  er  aber  augendlicklich  nicht
recht  einverstanden  schien.  Es  gab  eine  heftige

Auseinanderse  ung  —  und  Livia  war  so  undor.
sichtig,  eine  ewesung  zu  machen  —  die  Portiere
  bewegte  sich  —  im  Nu  war  sie  hinter  dem
Vorhang  Pervorgezo  —
tig  —  so  überraschend  war  das  alles  gekommen
  —  das  grenzenlose  Erstaunen  der  Herren,
die  furchtbare  Aufregung  ihres  Vaters  —  lie

loten  und  Arbeiter  in  diese  binüberziehen  und
insbesondere,  daß  auch  sehr  viele  Frauen  in
Rüstungsletrieben  arbeiten,  ohne  sich  über  die
erbeblichmm  gesundheitlichen  Schädigungen,  welche
  die  ungewölmnliche  Inanspruchnahme  ihrer
  Körperlräste  nac  sich  zieht.  klar  zu  werden.
Dem  Mangel  an  Arbeitskräften  in  der  Landwirtsch
  aft  soll  durch  strenge  Handhabung  des
Verbotes  über  die  Einstellung  von  landwirtschaftli
  chen  Arbeitskräften  in  anderen  Erwerbs-Weigen,
  durch  Belehrung  über  die  nachteiligen
Folgen  der  Fabrik  und  dergleichen  Arbeihe  und
durck  zunlichste  Heranziehung  der  Schüler  Rechnung
  getragen  werden.  Schon  im  vergangenen
Jahre  hatte  sich  die  Heranziehung  der  Schüler
  dann  gut  bemährt,  wenn  kräflige  Jungen
ausgewählt  und  einige  Zeit  in  einem  benachbarlen

  Gut  an  freien  Tagen  eingeübt  wurden.

mußte  Mitglied  des  Geheimbundes  werden
sie  erfuhr  alles,  die  Ausgaben,  die  Pflichten,
den  Eid,  das  Ene
weigern  jetzt  die  furchibaren  Worte  ihres  Vaters,
  dann  seine  zündenden  Worte  von  Vaterlanosliebe,
  die  sie  hinrissen  —  nun  tat  sie  den
Schwur
8  überlegst  du  so
lange?

Wie  erwachend  fuhr  sie  lich
erhob  sich  und  flüsterte  tonlos:

„Ich  gehorche,  Praseen:  !“

mein  Kind,  was

über  die  Augen,

Hauptmann  Werner  und  Professer  Balmer  mit
dem  Auto  von  Trient  nach  Bozen.

1.  Du  kamst  wie  gerufen.
frei,  und  der  Kommandant  war  so  liebenswürdig,
  mir  sein  Auto  für  den  ganzen  Tag  zur
Verfügung  zu  stellen.  Das  wollen  wir  gut  ausnützen.
  In  Vozen  ist  heute  Rosentag.  Du
wirst  da  etwas  Hübsches  sehen!  Dann  fahren
wir  nach  Oberbozen  hinauf,  wo  ich  dir  die  Dolomitenpracht
  zeigen  werde.  Du  Großstadtmensc!
  Hast  ja  von  unserer  schönen  Welt
eigentlich  noch  gar  nichts  gesehen.  Ueber  einen
gceigneten  Aufenthaltsort  für  oich  können  wir
i  reden.  Vielleicht  ist  uns  ein  Zufall  güner

  jagte  das  Auto  in  den  frischen  Mor-#
  gen  hinein.  Eine  Krümmung  der  Stra
zunnglam.  langsam  fahren!“  rief  Balmer
dem  Lenker  zu.

 

 

 

Ich  bin  heute  dienstihr

  graute,  sie  wollte  sich

li

l

Am  Morgen  des  igenden  Tages  fuhren

 

mittwoch,  B.  z.Januae  181#.

n  wen  Weg  soll  heuer  weitergegangen

werde

Der  Ernährungebrirat  erörlerte  sodann  eingehend
  die  neuen  Wirtschaftspläne  fü#
Getreide  und  Hülsenfrüchte.  Hiebti#
kam  zum  Ausdruck,  daß  wir  in  diesem  Jahre
tzüglich  des  Brotgetreides  zwar  mit  geringeren
Schwierigkeiten  als  im  Vorjahre  zu  kämpfen
lälten,  daß  aber  die  immer  wieder  uuftretende
Annalme,  wir  hätten  1917  eine  glänzende  Ernte
  gebabt  und  brauchten  beim  Brotkgetreide
nickt  zu  sparen,  durchaus  nicht  richtig  #ü#l.  Wir
werden  voraussichtlich  die  dermaligen  Kopfmengen
  für  Verbraucher  in  Stadt  und  Land
ausreckterhalten  können.  Vorausselzung  hiefür
ist  jedock  sorgsältigie  Wirtschaft  und  Sparsamkeit.


Die  Festsetzung  eines  Ka  rtoffelpreises
von  5  Mark  für  den  Zentner  der  Ernie  1918
sand  die  Billigung  des  Beirates.  Derselbe#
sprach  sich  aber  entsch  ieden  dagegen  aue,  diesem
Preio  schon  jetzt  die  zurzest  genährten  Schnelligkeits=
  und  Entsernungsprämien  zuzuschlagen.
Gegen  den  Plan,  den  Karloffclanbau  durch  Bereitstellung
  von  Reichsmitteln  ganz  besonders
zu  fördern,  wurde  insbesondere  eingewendeg#.
daß  ein  vermehrter  Kartosfelanbau  nur  allf
Kosten  anderer  Erzengnisse  stattfinden  könne,
da  im  Krieg  die  Heranziehung  von  Oedlän:

dereien  nicht  möglich  sei.  Außerdem  sei  es
bedenllich,  in  das  natürliche  Verkbältnio  der
Fruchtarten  einzugreifen,  weil  gerade  in  der

Mischung  der  Fruchtarten  die  Sicherung  unferer
Ernährung  liege.

Bezüglich  der  Eierversorgung  sprach
sich  der  Ernährungebeirat  einstimmig  für  die
Beilehaltung  der  essentlichen  Beuertschaftung
aus,  die  sick-  im  allgemeinen  bewährt  hat.  Aus
dem  Entwuurf  einer  neuen  Bekanntmachung  über
die  Regelung  der  Eierverforgung  ist  hervorzuleben,
  daß  lünftig  die  Feltsetzung  der  Lieferpflicht
  der  Kommunal  obrbande  nichi  mehr  ein.
heitlich,  sondern  stufenweise  je  nach  der  Oeistungssäl
  igkeit  und  ufanemn  nach  fünf  Zeit
abscknitten  geregelt  werden  soll.  Die  Umlegung
auf  die  Geflügelhalter  soll  durch  den  Kommunalverband
  unmittelbar  erfolgen.  Als  Erzeuperpreis
  sind  16  Pfg.,  für  die  Pfalz  25  Pfg.
in  Auesickt  genommen:  der  Kleinhandelsoreis
soll  auf  21  Pfg.,  für  die  Pfalz  auf  30  Psa.
festgelegt  werden.  Von  der  Festsetzung  geringe.
rer  Preise  für  kleine  Eier  wurde  mit  Rückssicht
auf  die  Schwierigkeiten  des  Vollzuges  abgesehen.


Gcgen  die  allgemeine  Verbilligung  von
Lebenomitteln  auf  Kosten  der  Städie
wurden  im  Hinblick  auf  die  auherordentlich
starke  Inanspruchnahme  der  Städte  Ktarkes  Bedenken
  erhoben;  es  wurde  auch  darauf  hingewiesen,
  daß  gerade  die  begrenzte  Leistungsfäbigkeit
  der  Minderbemittelten  das  einzig  wirk.
same  Hindernis  einer  fortgesetzten  Steis  erung
der  Lebensmittelpreise  sei  und  daß  die  Verbil.
ligung  der  Lebenemittel  durch  die  Städte  dieses
  Hindernis  beseitige,  also  mittelbar  wieder
eine  Verteuerung  der  Lebenshaltung  für  die  Allgemeinbeit
  herbeiführe.

Der  Vorstand  der  Bayer.  Lebens  mittelite  elle
gab  sodann  Aufschluß  über  die  bekannte  Schielung
  von  Lebensmitteln,  bei  der  zwei
Angestellte  der  Bayer.  Lebensmittelitelle  be#
teiligt  waren.

hof-  und  Personalnacheichlen.
*Mürnchen,  7.  Januar.
Aues  Anlaß  des  Geburtstages  b
Königs  trägt  die  Stadt  Flaggensch  nuck.  O
Standortomusiken  leiteten  den  Tag  mit  einen
feierlichen  Wecken  auf  dem  Marienplatz  ein;  von

Sieh,  d  diese  wunderbare  Ruine!  Wie  ein
NRaubvogelnest  hängt  sie  cben;  die  muß  wohl
uneinnelmbar  gewesen  sein.  Wie  das  Son?
neulichkt  durch  die  Frnsternichen  leuchtet!  Jetzt
fel  lt  nur  noch,  daß  der  Wächter  vom  Turm  in
sein  Horn  bläst,  die  Zugbrücke  niedergeht,  die
Ritter  und  Edelfräulein  mit  den  Knappen
ausreiten  zum  fröblichen  Geiaid  mit  Hallai
  und

„Harald,  seit  wann  bist  du  denn  unter  die

 

.  Altertumsschwärmer  gegangen?“

„Als  ich  da  zum  ersien  Male  vorbeifuhr,
gng  gerade  ein  schweres  Gewirter  nieder.  Ein

Blitz  schlug  in  die  Ruine  ein,  sodaß  ich  meinte,
die  Mauern  müßten  auseinanderfallen.
schaurig  schöne  Bild  werde  ich  niemals  vergessen.
Und  jetzt  wieder,  als  ich  die  Ruine  da  oben
liegen  fah  in  der  herrlichen  Morgenbeleuch-=tung,
  ist's  mir  auf  einmal  ganz  sonderbar
ums  Gemüt  geworden,  als  wär'  ich  um  einige
Jabrhunderte  zurüd.“

Oft  noch  sah  Balmer  sich  nach  der  Ruine
um,  als  sie-  schon  längst  weiterfuhren  ourch  die
wonnige  Frühlingspracht.

7  Bozen  berrschte  kröhliches  Leben  u.  Treivosen,

  Rosen,  nichts  als  Rosen!

„vans,  doch,  die  h  al
———““t“—J33

Bilo  zum  Malen.“  .  Balmer,  als  sie  Arm
in  Arm  sich  einen  Weg  durch  die  fröhliche  Menge
  bahnten.

(Gartschung  solgt.)