Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1910. (37)

Nr  65.  883

Art.  264.  (241.)

Mit  Geldstrafe  bis  zu  dreihundert  Mark  und  im  Unvermögensfalle  mit  Haft  wird
ferner  bestraft:

1.  wer  an  Orten  schürft,  wo  dies  untersagt  ist,  oder  wer  gegen  Verbot  der  Bergbehörde
  im  freien  oder  verliehenen  Felde  schürft,  oder  wer  dies  ohne  die  erforderliche
  Einwilligung  des  Grundbesitzers  tut  (Art.  5  und  11),  ferner
wer  der  Vorschrift  des  Art.  12  Abs.  2  Satz  1  über  die  Anzeige  des  Beginnes
und  der  Einstellung  von  Schürfarbeiten  entgegenhandelt,

3.  der  Betriebsführer  oder  dessen  Stellvertreter,  welcher  die  sofortige  Anzeige  einer
eingetretenen  Gefahr  (Art.  259)  oder  eines  Unglücksfalles  (Art.  260)  unterläßt,

4.  wer  seinen  Obliegenheiten  zur  Rettung  bei  Unglücksfällen  oder  zur  Hilfeleistung
hiebei  nicht  nachkommt  (Art.  260).

Art.  265.  (242.)

Mit  Geldstrafe  bis  zu  zweitausend  Mark  und  im  Unvermögensfalle  mit  Gefängnis
bis  zu  sechs  Monaten  werden  Werksbesitzer  oder  deren  Stellvertreter  bestraft:
1.  wenn  sie  den  Art.  111  Abs.  3,  Art.  122  Abs.  3  zuwiderhandeln,
2.  wenn  sie  den  Art.  113,  Art.  114,  Art.  115,  Art.  116  zuwiderhandeln.

Art.  266.  (243.)

Mit  Geldstrafe  bis  zu  dreihundert  Mark  und  im  Unvermögensfalle  mit  Haft  wird
bestraft,  wer  ein  Bergwerk  betreibt,  für  welches  eine  Arbeitsordnung  (Art.  88)  nicht  besteht,
oder  wer  der  endgültigen  Anordnung  der  Behörde  wegen  Ersetzung  oder  Abänderung  der
Arbeitsordnung  (Art.  97)  nicht  nachkommt.

Art.  267.  (244.)

Den  Strafbestimmungen  des  Art.  266  unterliegt,  wer  den  Vorschriften  des  Art.  85
oder  den  gemäß  Art.  255  getroffenen  Anordnungen  des  Oberbergamtes  zuwiderhandelt.

Art.  268.  (245.)

Mit  Geldstrafe  bis  zu  einhundertfünfzig  Mark  und  im  Unvermögensfalle  mit  Haft
bis  zu  vier  Wochen  wird  bestraft:
1.  wer  der  Bestimmung  des  Art.  92  Abs.  2  zuwider  gegen  Arbeiter  Strafen  verhängt,
  welche  in  der  Arbeitsordnung  nicht  vorgesehen  sind  oder  den  gesetzlich  zulässigen
  Betrag  übersteigen,  oder  wer  Strafgelder,  Lohnabzüge  oder  die  im  Art.  89