328 14. Erhebung Preußens. Der Befreiungskrieg bis zur Schlacht bei Leipzig.
General Meerveldt, jelbft gefangen wurde. Die Kämpfe hier im
Süden fofteten jchwere Opfer, gegen zwanzigtaujend an Toten, Verwundeten
und Gefangenen, alle Truppen aber hatten große Tapferfeit
bewiejen.
Auch bei Lindenau wurde von dem Korps Giulay gegen das
Bertrands den ganzen Tag ohne weitere Ergebnis gefochten; die
bejegten Dörfer blieben in öfterreichiichen Händen.
Slüdlicher verlief der Kampf im Norden bei dem jchlefischen
Heer in den Nachmittagsftunden. Napoleon, der diefen Feind noch)
nicht jo nahe glaubte, befahl dem dort jtehenden Marmont nad)
dem füdlichen Schauplage abzumarjchieren, wohin Ney fchon auf
dem Wege war. Er hielt aber inne, al3 die Preußen — e3 war
das Korps Vor — heranfamen und auc) Ney, der jchon voraus
war, fehrte wieder um. Um das Dorf Möcdern entipann fi num
ein jehr heftiger Kampf: nach wiederholten Sturmangriffen gelang
e3 Nord endlich jenes zu nehmen. Der Sieg war mit außergewöhnlichen
Opfern erfauft, aber er war volljtändig und fojtete
dem Gegner jechstaufend Tote und VBerwundete nebjt zweitaufend
Gefangenen und dreiundfünfzig Kanonen.
Die Lage machte jet für Napoleon das Abbrechen der Schlacht
und den Rüdzug notwendig. Er hatte feine Veritärfungen mehr
zu erwarten, während auf verbündeter Seite jebt auch die Nordarmee
in die Linie rücdte — denn die VBorwände de Högerns
waren erichöpft und der engliiche Bepollmäcdhtigte machte den
Kronprinzen drohend auf die Folgen für ihn jelbjt aufmerkfiam,
wenn er länger zügere —, und überdies ftand das Eintreffen
der ruffiichen, fünfzigtaufend Mann ftarfen Nefervearmee unter
Bennigjen in gewiljer Ausficht.
Allein Napoleon, font gewohnt, den Tatjachen Flar in Auge
zu jehen, verlor in diefem Augenblic die Zeit mit Selbitoorjpiegelungen;
er juchte durch den gefangenen General Meerveldt Unterbandlungen
über einen Waffenftillitand oder über den ‘Frieden
anzufnüpfen und wandte fic) mit Bedingungen, Die einige Monate
früher annehmbar gewejen wären, an feinen Schwiegervater. Er