Inhaltsverzeichnis : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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diafonen,  von  Diafaniffinnen  und  barmherzigen  Schweitern,
die  ebenfalls  auf  den  Schlagtfelvern,  Kejonder8  aber  in  ben  Lazavethen,
  die  Vermundeten  und  Kranken  bebienen  und  pflegen  wollten.

Aber  auch  die  ruhigen  Friedendleute  in  der  Heimath,  Die  nicht  mit
hinausziehen  fonnten,  befonder8  die  Frauen,  regten  ihre  Hände,  bie
Noth  Des  Krieges  zu  lindern.  Am  18.  Zuli  hatte  Die  Königin  Augufta
von  Preußen,  die  Beichükerin  de3  „vaterländijhen  Srauenvereind”,
  folgenden  Aufruf  erlaflen:

„Das  Vaterland  erwartet,  daß  alle  rauen  bereit  find,  ihre  Pflicht
zu  thun!  Hülfe  zunächft  an  den  Rhein  zu  jenden.”

Um  folgenden  Tage  forderte  Die  Kronpringeffin  Viktoria  den  Bor:
ftand  der  unter  ihrem  Schuße  ftehenden  „Sinvwalidenitiftung”  auf,
Sammlungen  von  Tiebesgaben  zu  veranftalten,  um  Damit  die  QLaujende,
von  Frauen  und  Kindern,  bie  während  de3  Krieges  ihrer  Grnährer
beraubt  find,  vor  äußerer  Noth  zu  bewahren.  „Möge  freie  Liebes:
thätigfeit  ich  vereinen”  —  fagte  die  Kronpringeffin  —,  „um  die  Ans
gehörigen  derjenigen  vor  Entbehrung  zu  Iehüken,  welche  Gejundheit
und  Leben  für  ung  hinzugeben  bereit  find.“

Allenthalben  traten  Jofort  zahlloje  Vereine  ind  Leben,  welche  Gaben
fammelten  für  die  zurücdgebliebenen  Yamilien  einberufener  Soldaten
und  für  bie  im  Felde  verwundeten  und  erfranften  Krieger.  Alle  Stäbte
Deutichlands  wetteiferten  mit  einander  —  überall  die  Frauen  voran,
Da  faßen  um  ben  Samilientifch  neben  der  Mutter  Mädchen  vom  zarteiten
Alter  Bi8  zur  Sungfrau  und  zupften  Charpie;  die  älteren  Töchter
und  rauen  jchnitten  Verbandftüde  voriehriftsmäßig  zurecht,  oder  fie
Itridten  und  nähten  für  Die  Soldaten.  Sin  den  großen  Niederlagen,  bie
faum  außreichten,  Die  zahlreichen  Liebedgaben  zu  bergen,  waren  vom
Morgen  5i8  zum  Abend  treue  Yrauenhände  thätig,  bie  gejchenften
Mäfchegegenitände  zu  zählen  und  zu  orbnen;  andere  arbeiteten  an  Nähmaschinen,
  um  die  erforberlihen  Hemben,  Binden,  Saden  u.  |.  w.
anzufertigen;  noch  andere  nahmen  bie  für  die  Solönten  eingehenden
Poftjendungen  entgegen,  um  fie  zu  ordnen,  zu  paden  und  augzuliefern.
Mit  den  Grauen  metteiferten  in  zahliofen  Vereinen  die  Männer  und
Jünglinge,  fich  dem  friedlichen  Dienfte  des  Vaterlandes  zu  wibmen.
Und  während  die  Reichen  große  Summen  hergaben,  fehlte  e8  feinesmwegs
an  Armen,  die  in  rührender  Weife  auch)  ihr  Scherflein  beifteuern  wollten.
Selbft  in  Amerifa  und  andern  fernen  Ländern  fammelten  die  Dort

wohnenden  Deutjchen  und  jandten  reiche  Liebesgaben  nach  ihrem  bedrobten
  Waterlande.

Sp  ftand  in  den  erften  Tagen  ded  Auguft  Das  ganze  Deutjehe  Volk
in  jeinem  Kriegs  und  Friedensheere  gerüftet  da,  feft  entichloffen,
dad  Vaterland  gegen  einen  übermüthigen  und  ungererhten  Angriff  mit

Gut  und  Blut  zu  vertheidigen  und  die  Noth  des  Krieges  nad,  Möglichkeit
  zu  Tindern.