Verzug des Gläubigers *294—303
294. Die Leistung muß dem Gläubiger so, wie sie zu bewirken
ist,“) tatsächlich angeboten werden.
§ 295. Ein wörtliches Angebot des Schuldners genügt,') wenn
der Gläubiger ihm erklärt hat, daß er die Leistung nicht annehmen
werde, oder wenn zur Bewirkung der Leistung eine Handlung des
Gläubigers erforderlich ist,“) insbesondere wenn der Gläubiger
die geschuldete Sache abzuholen hat.“) Dem Angebote der Leistung steht
die Aufforderung an den GEläubiger gleich, die erforderliche Handlung
vorzunehmen.
§ 296. Ist für die von dem Gläubiger vorzunehmende Handlung
eine Zeit nach dem Kalender bestimmt, so bedarf es des Angebots
nur, wenn der Hläubiger die Handlung rechtzeitig vornimmt.“.)
Das gleiche gilt, wenn der Handlung eine Kün digung
vorauszugehen hat und die Zeit für die Handlung in der Weise bestimmt
ist, daß sie sich von der Kündigung ab nach dem Kalender
berechnen läßt.
8 297. Der Gläubiger kommt nicht in Verzug, wenn der Schuldner
zur Zeit des Angebots oder im Falle des § 296 zu der für die Handlung
des Gläubigers bestimmten Zeit auher stande ist, die Leistung zu bewirken.
298. Ist der Schuldner nur gegen eine Leistung
des Gläubigersy) zu leisten verpflichtet, so kommt der Gläubiger
in Berzug, wenn er zwar die angebotene Leistung anzunehmen bereit
ist, die veglangte Gegenleistung aber nicht anbietet.")
§ 299. Ist die Leistungszeit nicht bestimmt oder ist der
Schuldner berechtigt, vor der bestimmten Zeit zu leisten“) so
kommt der Gläubiger nicht dadurch in Verzug, daß er vorübergehend an
der Annahme der angebotenen Leistung verhindert ist, es sei denn, daß
der Schuldner ihm die Leistung eine angemessene Zeit vorher angekün
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§300. Der Schuldner hat während des Verzugs des Gläubigers
nur Borsatz und grobe Fahrlässigkeit zu vertreten.1)
Wird eine nur der Gattung nach befstimmte Sache geschuldet,1)
so geht die Gefahr mit dem Zeitpunkt auf den Gläubiger über, in
welchem er dadurch in Verzug kommt, daß er die angebotene Sache
nicht annimmt.
§ 301. Von einer verzinslichen Geldschuld hat der Schuldner
während des Verzugs des Gläubigers Zinsen nicht zu
entrichten. «
§302.HatdetSchuldnerdieNutzungeneinesGegenstandesherauszugebenoderzuetfetzen,18)fobefchränktsichfeineBetpflichtung
während des Verzugs des Gläubigers auf die Nutzungen,
welche er zieht.“)
§ 303. Ist der Schuldner zur Herausgabe eines Grundstücks verpflichtet,
so kann er nach dem Eintritte des Verzugs des Gläubigers den
Besitz ausgeben.15) Das Aufgeben muß dem GEläubiger vorher angedroht
werden, es sei denn, daß die Androhung untunlich ist.6)
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