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meiner Kriegsfinanzpolitik, Leichtfertigkeit vor. Worin besteht
die Leichtfertigkeit? Etwa in der Höhe der Ausgaben?
Ich habe das Schatzamt am 1. Februar 1915 übernommen
und am 31. Mai 1916 an meinen Nachfolger, den Grafen
Roedern, abgegeben. Im März 1915 betrugen die Kriegsausgaben
2 035 Millionen Mark; im Mai 1916, dem letzten
Monat meiner Amtsführung, 2 008 Millionen Mark. Die Ausgaben
sindalsoin den 16 Monaten meiner Amtsführung
nicht angewachsen, und das trotz der in diese
Zeit fallenden Ausdehnung der Kriegsschauplätze, der Vermehrung
der Formationen, der gestiegenen Preise und der starken Ausdehnung
der Fabrikation von Kriegsgerät und Munition. Ich
habe noch auf sparsame Wirtschaft gehalten. Ob die
Männer unserer Revolutionsregierung von sich dasselbe sagen
können? Die durchschnittlichen monatlichen Kriegsausgaben
während meiner Amtzeit als Schatzsekretär blieben etwas hinter
dem Betrag von 2 Milliarden Mark zurück. Und die Revolutionsausgaben?
Herr Erzberger schweigt darüber wohlweislich.
Aber ich kann es ihm nachrechnen. Seit dem 1. Dezember
1918 sind die aus außerordentlichen Deckungsmitteln bestrittenen,
also die laufenden Einnahmen übersteigenden Ausgaben der
Revolutionsregierung kaum nennenswert niedriger
gewesen als 3 Milliarden Mark im Monatsdurchschnitt. 3 Milliarden
Markmonatlicher „Friedensausgaben"
der Revolutionsregierung gegen 2 Milliarden
Mark Kriegsausgaben unter dem „leichtfertigsten
aller Finanzministerl“
Oder besteht etwa der Leichtsinn des „alten Regimes"“ und
speziell mein Leichtsinn darin, daß wir die sogenannte
„|schwebende Schuld“ des Reiches, diese schwerste und gefährlichste
Belastung unserer Reichsfinanzen, über Gebühr angespannt
hätten? — Darauf kann ich nur feststellen: In den
16 Monaten meiner Amtszeit hat die schwebende Schuld, d. i.
die Ausgabe von Reichsschatzanweisungen, nur eine Vermehrung
um etwa 2 Milliarden Mark erfahren. Bis zum Ausbruch der
Revolution ist dann — nach meiner Zeit — der Umlauf von
Reichsschatzanweisungen auf 48 Milliarden Mark gestiegen; der
größere Teil dieser Steigerung kommt auf die Periode Hertling,
in der die „Mehrheitsparteien“ bereits munter mitregierten.
Aber immerhin: die 48 Milliarden waren das Ergebnis