mit der stalienischen Reglerung angenommen werden dark,
nicht gelungen ist, den italienischen Kohlenbedars ausreichend
zu decken, ist eine bekonnte Talsache. Die Frachtraumnot
und die Unsicherheit des Seetransportes bieten
unüberwindbare Schwierlgkeilen, zumal seit der deutschen
Seesperreerklärung und der Verschärfung des #-Boot-Krieges.
Obwohl der Privatverbrauch des Landes saft
vollständig unberücksichtigt bleibt und der Staat sast die
gesamten Kohlenankünfte (1916 70 Prozent, 1917 über
90 Prozent) für seine Zwecke, in erster Linie also für die
kriegswichtige Industrie, mit Beschlag belegt, sind doch,
eben wegen der zunehmenden Verringerung der Einfuhrmengen,
Betriebseinschränkungen kriegsindustrieller Unternehmungen
unabwendbar gewesen. Die behelfsmäßige
Verwendung von Braunkohlen, Torf und Holz kann nur
ungenügende Abhilfe lelsten, die Bestrebungen zu vermehrter
Verwenbung der Wasserkräfte aber können nicht
rasch genug wirksam werden. Die Gefahr, daß die Kohlennot
über kurz oder lang katastrophal wird, wächst mit
jedem Tage und bildet den Hauptgegenstand der Sorge
der Regierung. — Kaum gerluger, wenn auch weniger in
Erscheinung tretend, sinb die durch den starken Einfuhrbedarf
an Eisenerzen und Roheisen, vor allem aber an
Schrott, Walzeisen und Qualitätestahl bedingten Schwierigkeiten,
die sich besonders den auf vermehrten Neubau
von Hanbelsschiffen gerichteten Plänen hemmend in den
Weg stellen.
Dse italienische Industrie ist in ihrer heutigen Ausdehnung
ein Kind des Krieges und daher einsestig orienert.
Für sie wird daher in noch höherem Maße als für
die Industrien der onderen kriegführenden Staaten das
Ende des Krieges den Beginn einer Krisis bedeuten. Soll
dann die über das normale Friebensmaß binausgehende
industrielle Tätigkeit nicht eingestellt werden, # J
wirkschaftlichen Ruin des ganzen Landes gleichktommen
würde, so muß elne Umstellung ihrer Probuktion für
Friedenszwecke versucht werden. Die Industrie muß in
völlig neue Bahnen geleitet, in erster Linie auf die Selbsterzeugung
der vor dem Kriege hauptsächlich eingeführten
Gegenstände eingestellt werden. Diese unsicheren Zukunftsaussichten
beunrubigen die stalienischen Industriekreise
stark. Schon jetzt plant, man Vorkehrungsmaßnahmen.
Erhöhter Jollschutz, selbst für Halberzeugmisse, wirb
verlangt, Der ganz neuerdings erfolgte trustähnliche Zusammenschluß
elnes bedeutenden Teils der ttalienischen
Schwerindustrie bedeutet gleichsalls ein Hinarbeiten auf
dieses Zlel. Die Zukunft muß zeigen, ob die italtenische
Industrie in der Lage sein wird, die ihr drohende Krisis
zu überwinden und sich in dem freien Wettbewerb nach
dem Krlege zu behaupten. ·
Dr. Dacob.
Das Kgl. Fabrikationsbüro in Spandau,
seine Aufgaben und seine Stellung.
Von Kal. Baurat Haler, Spandau.
(Schlub aus Nr. 13.) #
FHür die Fertlgung müssen jederzelt alle Unterlagen
derart zur Verfügung Leden, daß nicht sede Firma für sich
erst gezwungen ist, an die umfassenden, zu deren Vorbereltung
notwendigen Arbeiten einzeln heranzutreten;
vielmehr muß es möglich sein, im gegebenen Augenblick
ohne Zeitverlust und mit voller Sicherhelt die für die
Heeresversorgung erforderlichen Arbeiten in schnellster
Weilse in vollem Umfang aufnehmen zu können.
Auch die Abnahmevorschriften müssen dem Rechnung
tragen und so vorbereitet seln, daß, ohne die Fabrikation
zu hemmen, kriegsbrauchbares Materlal mit voller Sicherheit
erhalten und unbrauchbares rechtzeitlg ausgeschiedem
wirb.
Kurz gesagt, es müssen, ähnlich wie dies für bie militärilche
Mobilmachung bisher Grundsatz ist, auch für die industrielle
Mobilmachung alle Vorbereitungen so getroffen
seln, daß im gegebenen Augenblick mit dem geringsten Aufwand
an Material, Maschinen, Zeit, Kraft, ganz besonders
aber an Menschen den Ansorderungen der Heeresleitung
entsprochen werden kann und dlese volle Sicherhelt
darüber hat, mit welchen zu jebem Zeitpunkt seitens der
Industrie ihr zur Verfügung zu stellenden Mengen sie
rechnen kann. « '
Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist vor allem
durch richtige Einglieberung des Büros Gewähr zu
schaffen, daß dauernd fruchtbringende Arbest mit dem
besten Wirkungsgrad geleistet werben kann. Es ist fa ohne
westeres esnleuchtenb, baß zur Durchführung der geschilderten
Arbeiten, wenn sie wirklich, ihrem Zweck entsprechend,
volle Einbeitlichkelt berbelführen sollen, das
Büro in der Lage sein muß, mit sämtlichen bereits beslehenden
Konstruktionsstellen in innigster Weise zusammenzuarbesten.
Bioher werden die Anterlagen für die
Herstellung von Heeresgerät an den verschiedensten Siellen
bearbestet, ohne daß vorher auoreschenbe gegenseilge Füblung
genommen wird. Daburch wird natürlsch viel Arbeit
doppelt gelelstet, die günstigstenfalls gleichwertig ist, und
es läßt sich nicht vermelden, daß widersprechende Angaben
an die mit der Ausführung beauftragten Stellen gelangen.
Das führt dann zu Zeltwerlust und Störungen in der Erzeugung,
wenn nicht noch schlimmere Folgen sich einstellen.
Es muß ferner die Gewähr bestehen, daß die Gesichtspunkte
fllr einfache Fertigung schon von Anfang an ausreichende
Berücksichtigung finden. Wird in dieser Richtung
erst eingesetzt, wenn die zur Ausführung bestimmten
Stücke fertig entwickelt sind, so ist es häufig zu spät, um
Teile, die man aus Herstellungsgründen anders gestalten
möchte, noch umzuändern, weil sonst wieder neue zeitraubende
Versuche notwendig würden. Auch können einheitliche
Konstruktionselemente von vornherein nur dann
benützt werden, wenn die verschiedenen Stellen in dieser
Nichtung von Anfang an zusammenarbeiten.
Die Aufgabe ist also die, daß sämtliche in Frage
kommenden Stellen organisch in reibungsfreier Arbeit zusammenwirken,
so daß jedes Neben- und Durchelnanderarbeiten
unter allen Umständen aufhört und ein einbestiches
Zusammenarbelten nach klaren Gesichtspunkten sich
ergibt. - .
Auf Grund klar gestellter militärischer Forderungen
für das elnzelne Gerät muß von Anfang an der Taktiker
mit dem Konstrukteur, dem Werkstattmann und dem
Materialfachmann gemeinfame Arbeit keisten wobei als