Hpp.-Cession. Haftung pro nom. bono. NG. Art. 14. 285
Fuͤr's Zweite ist ebenso zweifellos, daß hier
eine wesentliche Nebenverabredung in Frage steht,
nicht aber blos eine solche, auf welche man keinen
Werth legte und welche zu geringfügig ist, um auf
die Giltigkeit des Cessionsvertrages zurückzuwirken. —
Nach bayer. Landrechte Th. IV Kap. IV K. 8
Ziff. 3 haftet der Cedent nur dann für die Güte
der Forderung, wenn er sich ausdrücklich hierzu verpflichtet
hat. Diese Verpflichtung war, wie die
Folgen gezeigt haben, in vorliegendem Falle von
der größten Bedeutung und es kaun als sicher angenommen
werden, daß ohne dieselbe die Cession
nicht oder wenigstens nicht so, wie geschehen, abgeschlossen
worden sein würde. Schon der Umstand,
daß ein besonderer Haftschein ausgestellt und dem
Cessionar eingehändigt wurde, zeigt zur Genüge, daß
man großen Werth auf diese Nebenverpflichtung
legte.
Steht nun demgemäß fest, daß eine wesentliche
Nebenverabredung des Cessionsvertrages vom
12. Februar 1865 nicht notarisch beurkundet wurde,
so muß dieser ganze Vertrag als nichtig erscheinen.
Die Nichtigkeit jener Nebenabrede, welche Kläger
geltend machen will, bewirkt auch die Nichtigkeit
des übrigen sonst formell giltigen Vertrages. Allerdings
mag nun, auch von diesem Standpunkte betrachtet,
Kläger eine Forderung zu machen haben,
allein es ist dies jedenfalls eine wesentlich andere,
als diejenige, welche er einklagt. — Seine Klage
hätte sich nicht auf Erfüllung des Vertrages bezw.
des Nebenversprechens zu richten, sondern etwa auf
Rückerstattung des ohne Grund Geleisteten, und sein
Auspruch würde sich nicht bemessen nach der cedirten
Summe, sondern nach dem Cessionspreise, dessen
Höhe bis jetzt nicht besprochen wurde.
Die gestellte Klage war daher als unbegründet
abzuweisen.“