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Die Erscheinungen am lebenden Thiere sind: Abgeschlagenheit, Abnahme der Freßlust,
Verstopfung, später stinkender Durchfall und Abmagerung, ferner mit grindartigen
schwärzlichen Krusten bedeckte Flecke an Rüssel, Ohren, Hals, Rücken und After. Nicht
selten findet sich eine eitrige Entzündung der Angenbindehaut vor.
Beim geschlachteten Thiere sind oberflächliche und tiefere, graue und graugelbe
Verschorfungen in Form von Knötchen, größeren Platten, bröcklichen Knöpfen und mehr oder
weniger tiefgehende geschwürige Entzündungen im Bereiche des Verdauungsrohrs, insbesondere
des Blind= und Grimmdarmes, vorhanden.
Auf die Schlachtvieh= und Fleischbeschau finden die Bestimmungen für Schweineseuche
(vergl. Nr. 12) sinngemäße Anwendung.
14. Die Ruhr.
Als Ruhr oder weiße Ruhr bezeichnet man eine bei Kälbern, seltener bei Lämmern
seuchenartig auftretende Magen= und Darmentzündung.
Am lebenden Thiere findet man einen unstillbaren Durchfall, Anfangs schmierigen,
hellgelben oder grünlichen, später weißlichen, dünnflüssigen, übelriechenden Koth. Der Durchfall
stellt sich in den ersten Tagen nach der Geburt ein und führt meist nach ein bis zwei
Tagen unter hochgradigem Kräfteverfalle zum Tode.
Erscheinungen am geschlachteten Thiere sind: Starke Abmagerung, verwaschene
Röthung der Dünn= und Dickdarmschleimhaut, Schwellung und blutigwässerige Durchtränkung
der Gekrösdrüsen, kleine Blutungen am serösen Ueberzuge des Herzens, am Brustund
Bauchfelle, schmutzigrothe Färbung und feuchte Beschaffenheit des Muskelfleisches.
Auf Ruhr ist namentlich zu achten bei Kälbern (§8 8). Die Schlachtvieh= und Fleischbeschau
bleibt dem Thierarzte vorbehalten (8§ 11, 31).
15. Die Diphtherie der Kälber.
Der Erreger der Kälberdiphtherie ruft tiefgehende Entzündungen und Verschorfungen
der Maul= und Rachenschleimhaut, manchmal auch der Schleimhaut des Kehlkopfs, der
Luftröhre, des Schlundes und des Pansens hervor. Diese örtlichen Entzündungen kennzeichnen
sich durch scharf begrenzte graugelbe, zerklüftete Herde, welche Geschwüre zurücklassen.
Sie können schon nach kurzer Zeit zu einer schweren Lungenentzündung oder jauchigen Blutvergistung
führen, an welcher die Thiere sterben.
Auf Diphtherie ist namentlich zu achten bei Kälbern (§ 8). Die Schlachtvieh= und
Fleischbeschau bleibt dem Thierarzte vorbehalten (8§8 11, 31).
16. Die jauchige Blutvergiftung.
Die jauchige Blutvergiftung ist die wichtigste Krankheit für die Fleischbeschau, da auf
sie die meisten Fleischvergiftungen zurückzuführen sind. Die Krankheitskeime der jauchigen